Design und Konstruktion
Das prägende Merkmal der Rapier 400 ist ihr Gewicht. Bei einer Verdrängung von 5.000 kg weist Multihulls World darauf hin, dass sie fast die Hälfte der Masse der meisten Mehrrumpfboote dieser Größe aufweist, und dass diese Leichtigkeit die Grundlage für ihre Leistung ist. Die Rümpfe und das Deck bestehen aus einem im Vakuum gebauten Sandwich mit Schaumkern, während die Unterwasserschiffe bewusst aus monolithischem Polyester gefertigt sind, um Stoßfestigkeit und einfache Reparatur zu gewährleisten. Diese geteilte Konstruktion sorgt dafür, dass das Boot über der Wasserlinie leicht bleibt, während es unter Wasser Schäden durch Grundberührung oder Kollisionen problemlos wegsteckt. Strukturelle wasserdichte Schotten und zusätzliche Skegs vervollständigen das Sicherheitskonzept: Die Skegs sind so montiert, dass sie zusätzlichen Auftrieb bieten, wenn ein Rumpf vollläuft, und da sie separat befestigt sind, bleibt der Rumpf selbst unversehrt, wenn ein Skeg durch einen Korallenkopf beschädigt wird. Jeder Rumpf kann zudem mit einer schwenkbaren wasserdichten Luke verschlossen werden – ein Detail, das die Flutpfade bei einem Schadensfall einschränkt. (1)
Rigg und Handhabung
Broadblue kombiniert den leichten Rumpf mit einem nach achtern positionierten 7/8-Slup-Rigg mit Bugspriet. Das Boot ist leicht und gut besegelt. Der Selbstwendefock-Solent-Rigg macht Manöver einfach und behindert – was für einen Katamaran wichtig ist – kaum die Sichtlinie des Rudergängers nach vorn. Multihulls World fand den Rapier 400 unter Segeln perfekt ausbalanciert und angenehmer zum Segeln als unter Motor, sobald der Wind 5–6 Knoten erreicht. Mit zwei 20 PS Dieselmotoren mit Saildrive für Hafenmanöver und ruhige Morgen ist das Segeln selbst dort, wofür der Entwurf geschaffen wurde. (1)
Unterbringung
Die für Broadblue typische Konfiguration mit einem einzelnen Salon und Cockpit bringt den Wohnbereich und die Steuerung zusammen, um Platz für eine Familie zu bieten. Das Boot besitzt die CE-Zertifizierung der Kategorie A (Hochsee). Es wurden zwei Decksaufbau-Layouts angeboten: eine Version mit kurzem Kajütaufbau mit offenem Steuerstand und Pantry im Backbordrumpf sowie eine Version mit langem Kajütaufbau mit vollständig geschlossener Radsteuerung und Pantry auf der Brücke. Der lange Steuerstand im Kajütaufbau bietet guten Schutz und eine wirklich hervorragende Sicht nach vorn. Im Innenraum bietet das Eignergefüge drei Doppelkabinen und zwei Nasszellen mit Dusche. Der Eigner-Rumpf verfügt über eine Kingsize-Koje, eine große Nasszelle mit separater Dusche und Ankleidezimmer, einen Kleiderschrank, Kojenschränke an der Kojenseite und einen Navigationsecken. Mittschiffs ist optional eine Einzelkoje oder ein Schrankplatz möglich. Die Achterkabinen haben 1,60 m breite Kojen. Der Hauptsalon ist großzügig gestaltet mit Panoramafenstern, 185 cm Stehhöhe und Sitzplätzen für sechs bis acht Personen; er lässt sich auch zu einer Doppelkoje oder zur TV-Lounge umbauen. Handgefertigte Innenausbauten aus hellem Eichenholz, Teak-und-Holz-Bodenbretter sowie eine Pantry über die gesamte Breite mit zwei eingelassenen Spülbecken, einem Edelstahlkühlschrank und Backofen/Grill vervollständigen den praktischen Innenraum. Eine Kartentisch steht im Rumpf gegenüber der Pantry bei der Kurzdeck-Version, und statische sowie öffnende Belüftung sorgen für die Entfeuchtung.
Bekannte Schwachstellen
Die separaten Skegs schützen die monolithischen Polyester-Rümpfe, und die wasserdichten Schotten sowie die Schiebeluken halten jegliches Eindringen von Wasser ab.
Das Fazit
Der Rapier 400 ist ein durchdacht konstruierter Leichtkatamaran, der sein Versprechen von Performance erfüllt, ohne auf den Komfort beim Fahrtensegeln mit der Familie zu verzichten. Sein halbes Gewicht, die wasserdichte Rumpfverkleidung und die separaten Skegs zeigen, dass eine Werft echte Probleme auf See löst, während die offene Aufteilung und der umbaubare Salon dafür sorgen, dass die gesamte Crew stets im Gespräch bleibt.
Vorteile
- Nahezu halbierter Gewichtsaufbau im Vergleich zu vergleichbaren Mehrrumpfbooten sorgt für mehr Geschwindigkeit und Balance
- Wasserdichte Schotten, Schiebeluke und schützende Skegs begrenzen Schäden durch Wassereinbruch
- Selbstwendender Solent-Rigg vereinfacht das Handling und bietet gute Sicht auf das Ruder
- Flexible Eigner-Layouts mit drei Doppelkabinen und umbaubarem Salon
- CE-Zertifizierung nach RCD-Kategorie A (Hochsee) für den Offshore-Einsatz
Nachteile
- Das leichte Schaumkern-Sandwich über Wasser erfordert ein gründliches Schadensgutachten bei Stößen

