Design und Konstruktion
Puzzle Marine baute die 36 mit einem massiven GFK-Rumpf und Deck in Sandwichbauweise. Die Werft führte dies auf eine Verbesserung des Kabinenklimas zurück: Der Rumpf isoliert die Kabine vor kaltem Wasser und reduziert die Kondenswasserbildung, wenn das Meer kälter ist als die Luft vor Anker. Der Kiel selbst ist aus Blei – eine Materialwahl, die durchaus Bedeutung hat: Blei ist zu 44 Prozent dichter als Eisen, sodass derselbe Ballast in einer kleineren Flosse untergebracht werden kann. Dies verringert wiederum die benetzte Fläche und hebt das Potenzial für die Höchstgeschwindigkeit unter Anker. Das Boot hat je nach Beladung einen Tiefgang von etwa 1,90 bis 2,00 Metern (6,2 bis 6,5 Fuß), was es zu einem reinen Hafenboot macht. Bei einer Verdrängung von 11.200 Pfund und 4.409 Pfund Ballast liegt das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis bei 37 Prozent – höher als bei etwa einem Drittel vergleichbarer Konstruktionen. Das daraus resultierende aufrichtende Moment sorgt jedoch dafür, dass ihre Krängungsresistenz knapp unter dem Durchschnitt der Klasse liegt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Puzzle 36 ist eine Masttoppslup. Die Einfachheit des Riggs gepaart mit der Fähigkeit, die Segelfläche niedriger zu tragen als bei einer fraktionierten Takelung, reduziert das Krängungsmoment im Ankerausgleich. Sie ist nach den Zahlen leicht übertakelt – sie trägt mehr Segelfläche als 62 Prozent ähnlicher Boote. Mit dem ISO-Referenzsegel liegt ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) bei 15,9, steigt jedoch auf 19,1 mit einer 135-prozentigen Genua; dieser Bereich bringt sie bei leichtem Wind schneller voran als etwa 38 Prozent ihrer Altersgenossen. Der Flossenkiel macht sie manövrierfreudiger als eine Verwandte mit Langkiel, aber weniger kursstabil. Unter Motor schiebt ein 27 PS starker Yanmar-Diesel mit Saildrive sie mit 7,0 Knoten voran, knapp unter der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 7,3 Knoten, die durch ihre Wasserlinie von 29 Fuß 6 Zoll bestimmt wird. (1)
Unterbringung und Innenraum
Unter Deck ist der Innenraum im Einklang mit den damaligen Konventionen für Fahrtenyachten aus Teakholz gehalten. Das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,12 lässt sich für diese Größe als breit einstufen, und sie rangiert auf dieser Messlatte geräumiger als 62 Prozent ähnlicher Entwürfe. Diese Breite zeigt sich eher im Volumen als in prunkvollen Details – der Innenausbau besteht aus Standard-Bauweise jener Ära und ist kein Alleinstellungsmerkmal.
Leistungspotenzial
Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 209 ordnet sie unter die „moderaten Regattaboote“ ein, wobei 73 Prozent ähnlicher Konstruktionen schwerer sind. Die Komfort-Ratio liegt bei 22,8 – komfortabler als nur 27 Prozent ihrer Altersgenossen –, sodass sie kein Sofa auf dem Wasser ist, aber die Leichtigkeit sorgt für gute Beschleunigung. Das Kenterungsverhältnis beträgt 2,00, ein Wert, der den Ausschluss aus dem Hochseeregattasegeln bedeutet. Die benetzte Fläche umfasst etwa 387 Quadratfuß und das Tiefgangsverhalten liegt bei etwa 1.181 Pfund pro Zoll, was für die Lastenplanung hilfreich ist.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige operative Einschränkung ist der Tiefgang: Bei rund 1,90 bis 2,00 m Beladung kann die Puzzle 36 nur in großen Marinas ankern. Die Saildrive-Übertragung ist ohne Einschränkungen verbaut. (1)
Das Fazit
Die Puzzle 36 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht aus den späten siebziger Jahren, die ihre Kursstabilität gegen Agilität eintauscht und die Dichte des Bleiballasts nutzt, um ihren Flossenkiel klein und schnell zu halten. Sie ist für ihre Länge geräumig und leicht, obwohl ihr Komfort und ihre Krängungswiderstand unter dem Median der Klasse liegen und ihr Tiefgang sie an tiefgehende Häfen bindet. Für Segler, die Manövrierbarkeit und Innenraumvolumen über eine Blauwassertauglichkeit stellen, ist sie ein stimmiges Angebot.
Vorteile
- Der Bleiflossenkiel bietet weniger benetzte Fläche und eine höhere Geschwindigkeit als ein Eisenanker
- Sandwich-Rumpf und Deck reduzieren die Kondenswasserbildung im kalten Wasser bei Ankern
- Großzügig für seine Länge – breiter als 62 Prozent vergleichbarer Konstruktionen
- Das Masttopp-Rigg trägt das Segel tief, was das Krängungsmoment beim Ankern verringert (1)
Nachteile
- Der Tiefgang von 6,2–6,5 Fuß beschränkt das Ankern auf große Marinas
- Das Kenterungsverhältnis von 2,00 schließt Regatten auf hoher See aus
- Komfort und Krängungswiderstand liegen unterdurchschnittlich für die Klasse
- Der Flossenkiel reduziert die Kursstabilität im Vergleich zu einem Langkiel (1)








