Design und Konstruktion
Die Bianca 36 weist ein Verhältnis von Länge zu Breite von 3,41 und einen Verdrängungs-Längen-Index (D/L) von 369 auf, was sie fest in die Kategorie der sogenannten „Ultra-Heavy Cruisers“ einordnet. Ihr Ballastanteil liegt bei 43 Prozent, und der Flossenkiel aus Eisen hat je nach Beladung einen Tiefgang von sechs bis 6,3 Fuß. Das bedeutet, dass sie in großen Marinas eher die tieferen Gästekojen benötigt als den flacheren Teil des Kraftstoffbeckens. Der Rumpf selbst ist aus massivem GFK mit einer benetzten Oberfläche von rund 312 Quadratfuß gebaut. Jeder Zoll Tiefgang erfordert etwa 894 Pfund zusätzliche Last – ein Wert, der auf ein Volumen hindeutet, das sich durch zusätzliche Vorräte nicht leicht vergrößern lässt. Ein Kenterungsverhältnis von 1,68 und eine Komfort-Ratio von fast 34,4 deuten auf ein stabiles, gedämpftes Bewegungsprofil im Seegang statt auf lebhaftes Schiffseinrollen hin. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist mit einem Masttoppslup-Rigg ausgestattet, und die Zahlen erzählen eine ehrliche Geschichte über ihren Segelplan. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 14,3 für das ISO-Referenzsegel und bei 17,2 mit einer 135-prozentigen Genua. Der Vergleich mit anderen Riggs zeigt, dass sie mehr Segelfläche besitzt als nur 24 Prozent ähnlicher Boote – ein klares Zeichen dafür, dass sie deutlich untertakelt ist, wie die Rezension von yachtdatabase.com feststellte. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,8 Knoten, doch die berechnete Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 5,1 Knoten, und der relative Geschwindigkeitsleistungsindex liegt bei 54. Zusammen beschreiben diese Werte ein Boot, das sich eher mit einer vollständigen Genua in Fahrt halten lässt, als allein unter Großsegel zu hetzen. Die Abmessungen von Fall und Schot sind für jeden, der das Rigg neu aufbaut, erwähnenswert: Die Fallen von Großsegel, Fock und Spinnaker haben alle eine Länge von etwa 101,8 Fuß bei einem Durchmesser von 3/8 Zoll, während die Genua- und Großschoten 34,3 bzw. 85,8 Fuß lang sind und einen halben Zoll Durchmesser aufweisen. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Bianca 36 mit sechs Kojen sowie einer Pantry und einer Nasszelle ausgestattet. Die Aufteilung ist eher auf eine Familie oder einen mit Crew durchgeführten Törn ausgelegt als auf ein minimalistisches Einhand-Layout. Die Anzahl der Kojen entspricht dem Konzept einer schweren Fahrtenyacht: Es wurde Platz für das Wohnen an Bord und für Seetüchtigkeit eingeräumt, nicht um Kosten für Regatten zu sparen.
Das Fazit
Die Bianca 36 ist eine durchdacht proportionierte schwere Fahrtenyacht aus dem Entwurf von Sparkman & Stephens, gebaut von einer dänischen Werft auf dem Höhepunkt des GFK-Übergangs. Sie ist stabil und geräumig, aber ihr unverstagtes Segelplan bedeutet, dass der vorausschauende Eigner eine Genua mitführt und nutzt. Sie ist auf dem Gebrauchtbootmarkt unter zwei Namen bekannt, und ihre Grenzen sind anhand ihrer Konstruktionsdaten klar erkennbar.
Vorteile
- Der Flossenkiel aus Eisen und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 43 Prozent sorgen für eine beruhigende Komfort-Ratio von fast 34,4
- Sechs Kojen, Pantry und Nasszelle machen das Boot ideal für ausgedehnte Törns oder Familiennutzung
- Solider GFK-Rumpf eines bekannten dänischen Werften
Nachteile
- Für ihre Verdrängung deutlich untertakelt; benötigt eine Genua für gute Leistung
- Der Tiefgang von über 1,80 m schränkt den Zutritt zu tiefen Liegeplätzen in Marinas ein
- Die berechnete Höchstgeschwindigkeit von fast 5,1 Knoten liegt unter der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit







