Design und Konstruktion
Martins Rumpf hat eine Deckslänge von 30 Fuß, eine Wasserlinie knapp unter 29 Fuß, eine Breite von 8 Fuß 6 Zoll, die das Trailern in allen 50 US-Bundesstaaten ohne Genehmigung rechtssicher macht, und eine Verdrängung von rund 3.915 Pfund. Die Werft beschreibt den vinylesterharzgefüllten Corecell-Rumpf als leicht und robust mit einem osmosebeständigen Unterwasserschiff, das Eignern sehr zugutekommt. Die Struktur wird nach Angaben der Werft nach den Standards des American Bureau of Shipping konstruiert und gebaut und entspricht den internationalen ORC-Standards. Ein interner Bleiballast von 1.000 Pfund ist im Rumpfboden eingegossen, und ein wasserdichtes Vorsteckschott stützt den Vormast und bietet gleichzeitig Schutz bei einer Kollision. Das Schwert und das Ruder sind aus GFK gefertigt, was für die Strandtauglichkeit des Bootes unerlässlich ist, und die versiegelten Carbonmasten tragen zum Auftrieb bei, der dem Boot hilft, einer vollständigen Kenterung zu widerstehen. (1)
Rigg und Handhabung
Das geteilte Rigg – von Martin als Schoner, von Ryder als Cat-Ketsch bezeichnet – trägt standardmäßig 320 Quadratfuß auf zwei Volllatten-Wishbone-Segeln, wobei ein Performance-Paket die Segelfläche durch leichtere Hall Spars Prepreg-Carbonmasten und raumere Segel auf 400 Quadratfuß erhöht. Die versiegelten, freistehenden Carbonmasten wiegen unter 40 Pfund und können von zwei Personen gestellt oder gestrichen werden. Alle Segelbedienungen laufen nach achtern ins Cockpit. Das selbstwendende geteilte Rigg sorgt für einen geringen Krängungseffekt und einfache Manöver, ohne dass bei Wenden oder Halsen Vorliekstrecker, Baumniederholer, Backstagen oder Fockschoten bedient werden müssen. Tester stellten Wendewinkel von fast 45 Grad fest und merkten an, dass das Boot nicht so gut Höhe laufen kann wie eine Slup, aber hervorragend kursstabil läuft, sobald es ab 5 bis 10 Grad abfällt. Das Reffen ist die Hauptaufgabe des Rumpfs, und mit einem Stagsegel zwischen den Masten erzielten Tester 6,7 bis 7,2 Knoten. Das Boot ist als schmale Fahrtenyacht mit geringem Tiefgang anfangs rank, aber das flachere Rigg und das eingegossene Blei helfen, dies auszugleichen. Ein bekanntes Schwachpunkt aus dem Gutachten von Practical Sailor ist, dass das Ruder bei aufgeholtem Blatt für flaches Wasser schwer zu steuern ist, da der Ruderblattprofil unbalanciert ist; eine spätere Version löst dies mit einem Profilruder in einer Kassette. (1)
Unterbringung
Die Plicht ist bemerkenswert lang und misst 10 Fuß 6 Zoll, mit Sitzplätzen von über 7 Fuß 6 Zoll zum Schlafen unter freiem Himmel, drei abgedichteten Backskisten unter den Sofakojen und einer Bodenschrank-Koje für Tauchausrüstung oder ein Rolljolle. Unter Deck bietet das Standardlayout eine 6-Fuß-6-V-Koje im Vorschiff und zwei 6-Fuß-4-Sofakojen mit insgesamt vier Kojen, eine Port-a-Potti unter der V-Koje sowie eine optionale Pantry, die sich unter die Plicht schieben lässt. Die ersten Rümpfe boten ein aufklappbares Dach (Pop-Top), das die Stehhöhe vor Anker auf über 6 Fuß erhöhte, doch Ryder verzichtete darauf zugunsten eines optionalen Steuerhauses und eines optionalen Sky-Top, das eine Stehhöhe von 6 Fuß 6 Zoll bei 360-Grad-Sicht ermöglicht. Der Schwertkasten teilt den schmalen Salon und lässt sich als Esstisch ausklappen.
Bekannte Schwachstellen
Bei der Bewertung des Decks-Layouts wies die Gutachtercrew von Practical Sailor die engen Seitendecks als Hauptkritikpunkt aus – ein typisches Merkmal von Booten mit geringer Breite – und stellte fest, dass die Heckklampen zu tief montiert sind, sodass Festmacher das Fußreling reiben. Das Problem mit dem unbalancierten Ruderblatt bei aufgeholtem Ruder wurde bereits behandelt. (2)
Refits und Eignerschaft
Das neue Kassetten-Ruderblatt ist die wichtigste Weiterentwicklung ab Werft und behebt das Problem des hohen Ruders. Die Antriebsart ist flexibel: Eigner haben einen 12 PS Einbaudiesel mit Faltpropeller, ein Außenborder mit Heckhalterung oder einen gut montierten 9,9 PS Hi-Thrust-Außenborder sowie das elektrische Äquivalent Torqued Cruise R installiert. Das geringe Trailergewicht des Bootes – rund 3.000 kg beladen – bedeutet, dass ein vollwertiger SUV es ziehen kann, und seine Trockenfall-Eigenschaft ermöglicht es dem Eigner, es bei Ebbe auf den flachen Boden zu setzen oder durch leichten Aufholen des Schwerts nach einer Grundberührung wieder freizubekommen.
Das Fazit
Die Presto 30 ist eine markante, trailerbare Jolle, die Leistung am Wind gegen Freiheit in flachen Gewässern, einfache Riggbedienung und überraschende Geschwindigkeiten auf raumen Kursen eintauscht. Ihre Konstruktionsqualität und das selbstaufrichtende Verhalten sind ernst zu nehmen, aber die geringe Breite und das Ruderverhalten bei aufgeholtem Ruder sind echte Kompromisse.
Vorteile
- Trockenfallbar, 13 Zoll geringer Tiefgang, trailerbar ohne Genehmigungen
- Selbstwendendes, unverstagtes geteiltes Rigg, leicht einhand oder mit kleiner Crew zu bedienen
- Kratzfest infundierter Rumpf, ABS/ORC-Designzertifizierung, wasserdichte Schotten
- Lange Plicht und flexible Optionen unter Deck
Nachteile
- Schmale Seitendecks und tiefliegende Heckklampen führen zu Abnutzung durch Scheuerung
- Ruder ist bei aufgeholtem Profil für geringen Tiefgang schwer zu steuern
- Anfangs rank; läuft nicht so hoch am Wind wie eine Slup









