Konstruktion und Bauweise
Der Rumpf ist ein aus Massivholz gefertigter, flachbödiger Sharpie mit einem stark gewölbten Kajütaufbau und Deck, die bei Umkantung als runder Boden wirken und das Aufrichten erleichtern. Das strukturelle Gewicht ist tief konzentriert: Der Unterwasserschiff ist extrem schwer ausgeführt, um als sichere Ballast und Schutz bei Grundberührung zu dienen, während der gut gesicherte Innenballast durch die Bilge verteilt ist und nicht gegen den hohen Schwertkasten gestapelt wird. Eine kleine, selbstlenzende Plicht und Lenzluken auf der Mittellinie spiegeln eine bewusste Philosophie zur Flutungsvermeidung wider. Über der Wasserlinie reduzieren niedrige Kajütsseiten und eine extreme Querkronung die scheinbare Höhe des Aufbaus, und eine starke Deckssprunglinie mit dunklen Rumpfseiten mindert die optische Wirkung des erheblichen Freibords. Die kombinierte Struktur aus Rumpf und Kajütaufbau ist für diese Bootslänge mindestens vier Fuß hoch – ein bewusster Schritt, um Stabilität und verfügbaren Auftrieb zu erhalten. (1)
Rigg und Handhabung
Kirby entwarf ein praktisches Cat-Ketsch-Rigg für die Island Sharpie 26, um arbeitsintensive überlappende Vorsegel oder winzige Großsegel zu vermeiden. Volllatten sorgen auf jedem Segel für eine erhebliche Achterlieksrundung (Roach), und die Segel sind leise und schlagen nicht wild durch, wenn sie hochgekant werden. Das ursprüngliche Rigg maß 302 Quadratfuß; nach dem Segeln des Prototyps erhöhte der Konstrukteur die Segelfläche auf 340 Quadratfuß. Er wechselte zudem von Aluminiummasten zu verjüngten, dünnwandigen Carbonmasten. Bei starkem Wind biegen sich diese Maste, was die Spannung im unteren Achterliek verringert und den Krängungseffekt der größeren Segel ausgleicht. Robert Ayliffe entwickelte später einen Maststützenmechanismus (Tabernakel), mit dem das Setzen und Bergen der Maste einhand möglich ist. Das niedrige, leichte Rigg und die große Schwertfläche sorgen dafür, dass die Sharpie am Wind so läuft, wie es sich für eine Sharpie gehört.
Performance
Dies ist ein Boot mit geringem Tiefgang, das bereits bei Morgentau segeln kann, sich nach einer Kenterung selbst aufrichtet und rauem Wasser trotzt. Das selbstaufrichtende Verhalten resultiert aus dem tiefen Schwerpunkt und den gekrönten Oberflächen, die beim Kentern Wasser ablaufen lassen. Ein Schwert mit erheblicher Fläche ist erforderlich, um am Wind gut Höhe zu laufen; ohne dieses Schwert läuft der Rumpf kaum Höhe am Wind. Die leicht zu bauende Ketsch segelt auf allen Kursen zum Wind schnell und kann unter geeigneten Bedingungen tiefgehende Fahrtenyachten hinter sich lassen.
Unterbringung
Die Pläne beschreiben sowohl einen Innenraum mit zwei Kojen als auch ein für die Serienproduktion ausgelegtes Layout mit vier Schlafplätzen – bestehend aus einer Doppel-V-Koje im Vorschiff und zwei Achterkojen. Beide Varianten zeigen eine „eigene“ Nasszelle, obwohl echte Privatsphäre an Bord eines 26-Fuß-Segelboots nicht realistisch ist. Die Unterbringung ist eher zweckmäßig als luxuriös, was dem Trailerfähigen und flachen Tiefgang des Bootes entspricht.
Ausrüstung und Antrieb
Der Hilfsantrieb erfolgt über einen Außenborder, der unsichtbar auf einer eigenen Heckplattform untergebracht ist und sich bei Nichtgebrauch vertikal nach oben klappen lässt. Das Boot ist trailerbar, was einen schnellen Zugang zu brückenfrei gesperrten Revieren oder flachen Gewässern über einen Straßentrailer ermöglicht.
Das Fazit
Die Island Sharpie 26 ist ein markantes Kirby-Design, das auf einen tiefen Kiel zugunsten des Pragmatismus eines Schwerts setzt. Sie verbindet einen selbstaufrichtenden Flachboden-Rumpf mit einem leisen, leicht zu bedienenden Cat-Ketsch-Rigg. Es ist eine schnelle Fahrtenyacht für Flachwasserreviere, die Einfachheit, Trailerbarkeit und Seetüchtigkeit bei rauer See über den Luxus einer Kabine stellt.
Vorteile
- Selbstrichtender Flachkiel, der bereits bei ca. 25 cm Wasserstand aufrechthält
- Schnell auf allen Kursen mit einem leisen, wartungsarmen Cat-Ketsch-Rigg
- Trailerbar mit verdecktem, vertikal aufholbarem Außenborder
- Hoher Decksaufbau und geringer Ballast sorgen für hohe Stabilität und Schutz bei Grundberührungen
Nachteile
- Die geschlossene Nasszelle bietet bei 26 Fuß keine echte Privatsphäre
- Erfordert eine beträchtliche Schwertfläche für angemessenes Aufkreuzen am Wind
- Der Holzbau erfordert disziplinierte Pflege







