Design und Konstruktion
Der Rumpf weist eine Verdrängung von 5.800 Pfund bei 2.175 Pfund Ballast auf, was zu einem D/L-Verhältnis von 227 führt, was das Boot eher als moderat leichte Fahrtenyacht für Küstentörns denn als schwere Hochseeyacht einstuft. Der Kiel ist der absolute Höhepunkt: ein flachgehender Flügelkiel mit Winglets, die sich etwa auf der 35-Prozent-Position der Profilachse im Spitzbereich befinden, und einer Kielform, die bewusst ohne Verjüngung ausgeführt ist, sodass im Spitzbereich reichlich Material vorhanden ist – ein innovativer Flügelkiel mit geringem Tiefgang. Die Designbewertung von Perry kam zu dem Schluss, dass diese Kielform in Kombination mit den Winglets für einen tiefen Schwerpunkt des Ballasts und ein steifes Boot sorgen sollte. Das Ruder ist ein außenliegendes, aufgehängtes Ruderblatt, das so weit wie möglich achtern platziert und leicht gebogen ist, um den Winkel des Vorderflügels zu verringern; die Rezension bezeichnete es als das beste und kostengünstigste verfügbare Design, da es eine Ruderkoker- und Stopfbuchsenkonstruktion überflüssig macht und die Pinne praktisch zugänglich hält. (1)
Rigg und Handhabung
Über Deck ist sie als Masttoppslup mit einzelnen unteren Wanten und leicht zurückgepfeilten Salingen ausgelegt. Sie trägt 330 Quadratfuß Segelfläche und weist ein SA/D-Verhältnis von 16,35 auf. Das Achterstag ist geteilt, um das außenliegende Ruder zu passieren, was die Montage einer einfachen Ruderbeschlag-Drehvorrichtung am Heck erleichtert. Die Segelhandhabung ist auf die Plicht ausgerichtet: Alle Leitungen führen nach achtern, das Großsegel verfügt über ein Jiffy-Reffsystem, die Genua rollt auf einer Rollanlage und der Traveller der Großschot sitzt auf dem Kajütdach mit selbstholenden Primärwinschen zur Lastaufteilung. Diese Aufteilung hält die Plicht frei, platziert den Traveller jedoch vor dem Steuerstand – ein Detail, das für Einhandsegler wichtiger ist als für ein Paar, das mit kleiner Crew segelt. (2)
Unterbringung
Im Innenraum verlagert das Layout die traditionelle V-Koje nach achtern und integriert sie in eine Sofakoje, die sich zu einer vollwertigen 7-Fuß-Doppelkoje umbauen lässt, während ein Hängeschrank und ein großer Stauraum im vorderen Bereich untergebracht sind. An Backbord befindet sich eine separate Achterkabine; gegenüber auf Steuerbord liegt eine große, separate Nasszelle. Die Pantry mittschiffs platziert den Herd und die Spüle an Backbord sowie eine große Kühlbox unter einem geräumigen Kartentisch und Arbeitsplatte an Steuerbord. Die Stehhöhe beträgt im Hauptsalon sechs Fuß – ausreichend, damit der Segelplan immer noch als gut proportioniert und nicht eng wirkt. Das breite Heck, das dem Boot seine Stabilität verleiht, bietet gleichzeitig genug Volumen, um Doppel-Hundekojen und eine Achtertoilette unterzubringen, ohne dass es sich wie ein Tunnel anfühlt.
Bekannte Schwachstellen
Die Geometrie des Flügelschwebers und die freiliegenden Verbindungsstücke des Außenruders sind Konstruktionselemente, die ein Gutachter genau untersuchen würde.
Das Fazit
Die Pearson 27 ist eine durchdacht ausgestattete kleine Fahrtenyacht aus der Shaw-Ära bei Pearson, die mit einem Flügelkiel und einem breiten Spiegel Steifigkeit und separate Kabinen auf einem 26-Fuß-Rumpf bietet. Ihr Cockpit-getakeltes Rigg und die Pantry mittschiffs eignen sich hervorragend für ein segelndes Paar, und das Außenruder sorgt für einfaches Steuern und geringe Wartungskosten. Sie ist für ihre Länge leicht zu handhaben, bietet jedoch nicht das schwere Seeverhalten einer älteren Alberg Pearson.
Vorteile
- Der Flügelkiel sorgt für einen geringen Tiefgang bei einem steifen Ballastprofil mit niedrigem VCG
- Die separate Achterkabine und die Nasszelle bieten eine Trennung, die bei dieser Länge selten ist
- Das außenliegende Ruder vermeidet Rohr und Stopfbuchse, was die Steueranlage vereinfacht
- Alle Segelbedienungen im Cockpit mit Rollfock und schnellen Reffsystem
Nachteile
- Geteiltes Achterstag und Traveller auf dem Kajütdach begrenzen die Feinabstimmung der Großschot auf der Steuerbordseite
- Breiter Spiegel und geringe Verdrängung erfordern ein sorgfältiges Segelgleichgewicht im Seegang
- Die Stehhöhe von 1,80 m ist ausreichend, aber für größere Eigner nicht großzügig







