Design und Konstruktion
Entworfen von Holman and Pye, liest sich die 406 eher als bewusste Weiterentwicklung denn als Experiment auf einem Blatt Papier. Ihr relativ hohes Freibord definiert nicht nur das Profil: Es öffnet das Volumen unter Deck und sorgt für ein trockeneres Segeln auf See – eine echte Tugend beim Aufkreuzen gegen den Wind auf langen Passagen. Die Kabinenaufteilung erstreckt sich über fast die gesamte Rumpflänge, und Practical Boat Owner bezeichnete diese Anordnung zu ihrer Zeit als Offenbarung. Zusammen mit der 435 und den größeren Schwesterbooten gehört die 406 zu einer Trio von Mittelcockpit-Entwürfen von Holman and Pye, die die Erwartungen an Platzangebot, Komfort und Bauqualität dieser Ära neu definierten. Gemeinsam festigten sie den Ruf von Oyster als führender Werft für Yachten in dieser Größenklasse. (1)
Rigg und Seeverhalten
Mit einer Verdrängung von 20.500 Pfund bei einer Wasserlinienlänge von 34 Fuß 9 Zoll ist die 406 kein Leichtgewicht, und diese Masse prägt das Segelerlebnis. Die schwere Verdrängung verträgt ein größeres Rigg, was die Segelbedienung zu einer energiegeladenen Angelegenheit macht als auf einem modernen Leichtgewicht. Unter Motor ist das Handling nicht so direkt wie bei neueren Konstruktionen, insbesondere beim Rückwärtsfahren – etwas, das jeder Käufer im Hafenbeiboot-Test bestätigen sollte. Der Ausgleich liegt in der Gelassenheit: Dies ist ein Boot, das vor Anker bequemer und leiser liegt als spätere, leichtere Fahrtenyachten, und viele Rümpfe haben dies bei Langstreckentörns, einschließlich Weltumsegelungen, bewiesen. (1)
Unterbringung
Die 406 wurde entweder mit einem traditionellen Kajütaufbau oder als Deckssalon angeboten, immer jedoch im Zwei-Kabinen-, Zwei-Bädern-Layout. Das Mittelcockpit-Layout ermöglicht eine geräumige und private Eignerkabine achtern; spätere Boote boten dort eine große Doppelkoje auf der Mittellinie, während frühe Exemplare eine Kojie versetzt an Steuerbord nutzten. Vorne ist eine sehr gute Doppelkabine für Gäste mit einer zweiten Nasszelle inklusive Dusche sowie großzügigem Stauraum kombiniert. Der Salon ist hell und geräumig, obwohl die Sofakojen nicht erhöht sind, um einen Blick nach draußen zu ermöglichen. Eine vollwertige Navigationsecke und eine hervorragende Pantry im Durchgang zur Achterkabine runden das Angebot ab; die Pantry bietet etwa drei Meter Arbeitsfläche, viel Stauraum und ist sowohl vor Anker als auch unterwegs bestens geeignet.
Bekannte Schwachstellen
Die Punkte, die man abwägen sollte, sind eher betriebliche Eigenschaften als Mängel: Das Handling im Rückwärtsgang ist im Vergleich zu neueren Booten träge, und das umfangreiche Rigg erfordert Crew-Einsatz. Dies sind typische Merkmale des Entwurfs.
Das Fazit
Die Oyster 406 ist eine gepflegte Option aus den 1980er Jahren für alle, die an Bord leben und auf Langstrecke segeln möchten. Ihr hohes Freibord, das Innenschiff über die gesamte Länge und ihr ruhiges Verhalten vor Anker eignen sich hervorragend für das dauerhafte Fahrtensegeln. Die geringe Stückzahl und die bewährte Laufleistung verleihen ihr unter Blauwasser-Seglern einen besonderen Charme.
Vorteile
- Der kleinste Oyster-Deckssalon, der je gebaut wurde, mit echtem Wohnraum für das Leben an Bord
- Bewährte Blauwasser-Historie mit Weltumsegelungen über 35 Rümpfe hinweg
- Private Eignersuite achtern und ein solides Layout mit zwei Kabinen und zwei Nasszellen
- Pantry und Navigationsecke, die für Langstreckenfahrten konzipiert sind
Nachteile
- Rückwärtsfahrt unter Motor ist weniger präzise als bei modernen Konstruktionen
- Große Verdrängung und großes Rigg machen die Segelbedienung körperlich anspruchsvoller
- Die Sitze im Salon bieten keinen erhöhten Außenblick







