Design und Konstruktion
Brewer entwarf die Olympic 42 als schwere Fahrtenyacht mit einem großzügigen Segelplan, der ihr hervorragende Leichtwindqualitäten verleiht. Rumpf und Deck sind aus GFK gefertigt, wobei das Deck als Sandwichkonstruktion ausgeführt ist, was angeblich das Klima unter Deck verbessert. Der Innenraum ist im Mahagoni-Stil gehalten, was typisch für viele Serien-Fahrtenyachten dieser Zeit war. Ihr Kenterungsverhältnis liegt bei 1,77 und ihr Komfort-Ratio bei 35,0 – Werte, die sich gut im Rahmen eines stabilen Hochsee-Rumpfes bewegen. Die benetzte Fläche des Unterwasserschiffs beträgt etwa 441 Quadratfuß. Quellen gehen bezüglich Verdrängung und verwandter Abmessungen unterschiedlich auseinander. (1)
Rigg und Handhabung
Das Ketsch-Rigg ist die am häufigsten genannte Konfiguration für diesen Rumpf und passt hervorragend zum Charakter des Bootes als Ankertörn-Yacht. Das zweimastige Layout bietet eine einfachere Segelhandhabung und zahlreiche Segelkombinationen für unterschiedliche Bedingungen. Die ausgewogene Leistung macht das Boot bestens geeignet für Einhandtörns oder Langstreckenpassagen. Der Standard-Ketsch-Segelplan umfasst ein 316 Quadratfuß großes Großsegel, eine 367 Quadratfuß große Fock, eine 568 Quadratfuß große Genua, eine 150 Quadratfuß große Besan und eine 126 Quadratfuß große Sturmfock. Mit dem ISO-Referenzsegel beträgt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) 16,0, was mit einer 135-prozentigen Genua auf 18,5 steigt – bescheidene Werte, die eher auf den schweren Rumpf als auf Regattaambitionen schließen lassen. Dennoch reicht das großzügige Segelvolumen aus, um das Boot auch bei leichtem Wind unterwegs zu halten. (1)
Unterbringung und Fahrtencharakter
Good Old Boat beschreibt das Modell als eine Blauwasser-Fahrtenyacht mit großzügiger Wohnraumgestaltung, solider Bauweise und gutem Seeverhalten vor Anker. Der Mahagoni-Innenausbau und die Breite des Bootes unterstützen dieses Raumkonzept. Mit einem Tiefgang von rund 1,50 m (abhängig von der Zuladung) kann sie in die meisten Marinas einfahren, und die geringe Stückzahl sorgt dafür, dass jedes Exemplar den Charme eines Bootes aus einer kleinen Serie trägt und nicht wie ein Massenprodukt wirkt. (1)
Antrieb und Leistung unter Motor
In den Unterlagen sind zwei Motoren angegeben: ein Volvo Penta und ein Perkins, beide mit Wellenantrieb. Die berechnete Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 7,5 Knoten für den Volvo Penta und 7,3 Knoten für den Perkins, während die theoretische Höchstgeschwindigkeit einer Verdrängeryacht dieser Länge 7,7 Knoten beträgt. Das Absenkungsverhältnis liegt bei etwa 1.494 Pfund pro Zoll – ein Maß dafür, wie tief das Boot bei gleichem Gewicht belastet wird – was für alle relevant ist, die das Boot für eine Ozeanüberquerung ausrüsten.
Das Fazit
Die Olympic 42 ist eine in geringer Stückzahl gebaute, von Ted Brewer entworfene schwere Langkiel-Ketsch, die für anspruchsvolles Blauwassersegeln und nicht für das Herumstehen im Hafen gebaut wurde. Ihr großzügiger Segelplan und das zweimastige Rigg machen sie hochseetauglich und auch bei leichtem Wind gut handhabbar, während ihre Komfort- und Kenterwerte den stabilen, seegängigen Charakter bestätigen, den das Designkonzept vorsah. Sie ist nach modernen Maßstäben kein schnelles Boot, aber das war sie nie sein sollen.
Vorteile
- Schwere Brewer-Fahrtenyacht mit hervorragenden Komfortwerten und hoher Kenterstabilität
- Ketsch-Rigg erleichtert das Segelhandling beim Einhandsegeln oder auf Langstrecken
- Großzügiger Standard-Segelplan sorgt für gute Leichtwindleistung
- GFK-Sandwichdeck und Mahagoni-Innenausbau zeugen von einer durchdachten Fahrtenyacht-Konstruktion
Nachteile
- Die geringe Produktionszahl führt zu weniger Exemplaren und einem schwächeren Support-Netzwerk als bei Booten aus der Massenproduktion
- Das bescheidene Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis eignet sich eher für Langstreckenfahrten als für sportliches Segeln








