Design und Konstruktion
Die Norlin 34 Mk I kombiniert einen massiven GFK-Rumpf mit einem Blei-Flossenkiel – eine unkomplizierte skandinavische Bauweise, die ein solides Regatta-/Fahrtenboot auszeichnet. Bei einer Verdrängung von fast 13.000 Pfund und rund 5.075 Pfund Bleiballast liegt das Boot bei einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von etwa 40 Prozent und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 283. Damit gehört sie eher zu den „schweren Fahrtenyachten“ als zu den Leichtgewichten unter den Regattabooten. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis von 3,06 und eine benetzte Fläche von fast 344 Quadratfuß beschreiben einen Rumpf mit moderater Breite und einem voluminösen Unterwasserschiff. Ein Absinkungsvermögen von etwa 1.024 Pfund pro Zoll zeigt, wie zögerlich sich das Boot trimmt, wenn es beladen wird.
Rigg und Handhabung
Die Norlin 34 Mk I ist mit einem Masttopprigg ausgestattet, das im Vergleich zu ähnlichen Segelbooten etwas untertakelt ist. Sie verfügt über mehr Rigg als nur 31 Prozent ihrer Altersgenossen und weist ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 15,0 unter dem ISO-Referenzsegel auf, was mit einer 135-prozentigen Genua auf 18,1 steigt. Am Wind mit alten, müden Segeln fand ein Eigner das Ruder leicht und das Boot war bereit, Kurs auf der Radsteuerung zu halten – eine Eigenschaft, die auf einen ausgewogenen, berechenbaren Vorfuß hindeutet. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,9 Knoten, und das Kenterungsverhältnis von 1,86 zusammen mit einem Komfort-Ratio-Bereich von 24,1 bis 28,8 zeichnen ein stabiles, seegängiges Profil statt eines nervösen, für das Inlandslaufen konzipierten Gleitrumpfs. (1)
Leistung und Regatta-Historie
Ein langjähriger Eigner schrieb in der Zeitschrift Yachting World, wie die 34 in Schweden zu einer Art Legende wurde – nicht zuletzt durch ihre Siege bei der Offshore-Regatta Gotland Runt auf der Ostsee sowie starke Platzierungen beim Fastnet und anderen klassischen Offshore-Veranstaltungen aus der IOR-Ära der 1970er Jahre. Der „Special“ dieses Eigners aus dem Jahr 1977 war eine Einzelanfertigung auf Basis des Standard-34-Rumpfes mit einem flachen Vordeck und einer Regattakomfort-Konfiguration für die Gotland Runt jenes Jahres. Unter Motor bringt der Farymann LA-Diesel mit Wellenantrieb maximal etwa 3,7 Knoten – bescheiden, aber ausreichend für Hafenmanöver bei einem Boot, dessen wahre Geschwindigkeit unter Segeln liegt. Mit einer relativen Geschwindigkeitsleistung von 62 platziert es sich in dieser Zeit absolut konkurrenzfähig.
Unterbringung
Die Standard-Norlin 34 Mk I ist mit fünf Kojen, einer Pantry und einer Nasszelle ausgestattet. Der gemütliche Innenraum der damaligen Regattaboote machte sie ebenso gut für entspannte Familien-Fahrten wie für den Regattabereich geeignet. Bei dem beschriebenen Einzelboot bot eine große Achterkoje und eine Steuerbord-Pilotkoje der Eignerfamilie praktische Schlafplätze auf einer Baltikreise. Die einfache Elektrik an Bord – eine Batterie für einen winzigen Kühlschrank und die Kabinenbeleuchtung, eine weitere zum Starten des Motors, mit einem einzelnen 50-Watt-Solarpaneel auf einem Heckmast, das beide lädt – zeigt, wie minimalistisch das Design ursprünglich ausgelegt war: Keine Elektronik, kein Druckwasser, kein Autopilot, kein Kartenplotter und keine Dusche wurden ab Werk geliefert.
Das Fazit
Die Norlin 34 Mk I ist ein Klassiker von Peter Norlin, der die Glaubwürdigkeit einer IOR-Regattayacht mit dem Komfort einer Familien-Fahrtenyacht verbindet, ohne sich als Leichtgewicht zu verkaufen. Ihre schwere Fahrtenyacht-Verdrängung, der Bleiflossenkiel und das ausgewogene Rudergefühl belohnen Segler, die eine seegütige, berechenbare Fahrt und ein aufgeräumtes Deck über maximale Segelfläche stellen.
Vorteile
- Bewährte Hochsee-Pedigree mit Siegen bei der Gotland Runt und starken Platzierungen aus der Fastnet-Era
- Stabile, seegütige Werte: Kenterungsverhältnis von 1,86, Komfort-Ratio bis 28,8
- Gemütliches Innenraumkonzept mit fünf Kojen, ideal für das Fahrtensegeln mit der Familie
- Leichtes, selbststeuerndes Verhalten am Wind nach Berichten von Eignern
Nachteile
- Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen etwas untertakeltes Masttopp-Rigg
- Bescheidene berechnete Motorleistung von 3,7 Knoten unter dem Farymann LA-Diesel
- Der große Tiefgang von rund 1,90 bis 2,00 m begrenzt sie auf größere Marinas









