Norlin 34 Mk I — Informationen, Bewertung, technische Daten

Peter Norlin·1972·~120 hulls·Solna Marine
Norlin 34 Mk I drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
33.67' · 10.26 m
Verdr.
13.000 lbs · 5.897 kg
Erstes Baujahr
1972

Die Norlin 34 Mk I ist eine 33 Fuß 8 Zoll lange Masttoppslup, die Anfang der siebziger Jahre vom schwedischen Konstrukteur Peter Norlin entworfen und von der schwedischen Werft Vikens Varv gebaut wurde, wobei weniger als 200 Exemplare auf Kiel gelegt wurden. Peter Norlin selbst fasste seine Designphilosophie für das Boot als „klare Linien, sauberes Segeln“ zusammen. Das Ergebnis ist ein Boot, das sich als hochseetaugliches Vollblut der IORÄra etablierte – eines, das auch heute noch mit einem gemütlichen Innenraum für das Fahrtensegeln mit der Familie ausgestattet ist.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
33,67 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
26,75 ft
Breite
11,05 ft
Tiefgang
6,3 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
5.075 lbs (Blei)
Verdrängung
13.000 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
36,41 ft
Unterliek Großsegel
11,48 ft
Vorsegeldreieck Höhe
43,4 ft
Vorsegeldreieck Basis
14,43 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
45,74 ft
Segelfläche
522 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
15,1
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
39,04
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
303,2
Komfort-Ratio
28,42
Kenterungsverhältnis
1,88
Rumpfgeschwindigkeit
6,93 kn

Design und Konstruktion

Die Norlin 34 Mk I kombiniert einen massiven GFK-Rumpf mit einem Blei-Flossenkiel – eine unkomplizierte skandinavische Bauweise, die ein solides Regatta-/Fahrtenboot auszeichnet. Bei einer Verdrängung von fast 13.000 Pfund und rund 5.075 Pfund Bleiballast liegt das Boot bei einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von etwa 40 Prozent und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 283. Damit gehört sie eher zu den „schweren Fahrtenyachten“ als zu den Leichtgewichten unter den Regattabooten. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis von 3,06 und eine benetzte Fläche von fast 344 Quadratfuß beschreiben einen Rumpf mit moderater Breite und einem voluminösen Unterwasserschiff. Ein Absinkungsvermögen von etwa 1.024 Pfund pro Zoll zeigt, wie zögerlich sich das Boot trimmt, wenn es beladen wird.

Rigg und Handhabung

Die Norlin 34 Mk I ist mit einem Masttopprigg ausgestattet, das im Vergleich zu ähnlichen Segelbooten etwas untertakelt ist. Sie verfügt über mehr Rigg als nur 31 Prozent ihrer Altersgenossen und weist ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 15,0 unter dem ISO-Referenzsegel auf, was mit einer 135-prozentigen Genua auf 18,1 steigt. Am Wind mit alten, müden Segeln fand ein Eigner das Ruder leicht und das Boot war bereit, Kurs auf der Radsteuerung zu halten – eine Eigenschaft, die auf einen ausgewogenen, berechenbaren Vorfuß hindeutet. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,9 Knoten, und das Kenterungsverhältnis von 1,86 zusammen mit einem Komfort-Ratio-Bereich von 24,1 bis 28,8 zeichnen ein stabiles, seegängiges Profil statt eines nervösen, für das Inlandslaufen konzipierten Gleitrumpfs. (1)

Leistung und Regatta-Historie

Ein langjähriger Eigner schrieb in der Zeitschrift Yachting World, wie die 34 in Schweden zu einer Art Legende wurde – nicht zuletzt durch ihre Siege bei der Offshore-Regatta Gotland Runt auf der Ostsee sowie starke Platzierungen beim Fastnet und anderen klassischen Offshore-Veranstaltungen aus der IOR-Ära der 1970er Jahre. Der „Special“ dieses Eigners aus dem Jahr 1977 war eine Einzelanfertigung auf Basis des Standard-34-Rumpfes mit einem flachen Vordeck und einer Regattakomfort-Konfiguration für die Gotland Runt jenes Jahres. Unter Motor bringt der Farymann LA-Diesel mit Wellenantrieb maximal etwa 3,7 Knoten – bescheiden, aber ausreichend für Hafenmanöver bei einem Boot, dessen wahre Geschwindigkeit unter Segeln liegt. Mit einer relativen Geschwindigkeitsleistung von 62 platziert es sich in dieser Zeit absolut konkurrenzfähig.

Unterbringung

Die Standard-Norlin 34 Mk I ist mit fünf Kojen, einer Pantry und einer Nasszelle ausgestattet. Der gemütliche Innenraum der damaligen Regattaboote machte sie ebenso gut für entspannte Familien-Fahrten wie für den Regattabereich geeignet. Bei dem beschriebenen Einzelboot bot eine große Achterkoje und eine Steuerbord-Pilotkoje der Eignerfamilie praktische Schlafplätze auf einer Baltikreise. Die einfache Elektrik an Bord – eine Batterie für einen winzigen Kühlschrank und die Kabinenbeleuchtung, eine weitere zum Starten des Motors, mit einem einzelnen 50-Watt-Solarpaneel auf einem Heckmast, das beide lädt – zeigt, wie minimalistisch das Design ursprünglich ausgelegt war: Keine Elektronik, kein Druckwasser, kein Autopilot, kein Kartenplotter und keine Dusche wurden ab Werk geliefert.

Das Fazit

Die Norlin 34 Mk I ist ein Klassiker von Peter Norlin, der die Glaubwürdigkeit einer IOR-Regattayacht mit dem Komfort einer Familien-Fahrtenyacht verbindet, ohne sich als Leichtgewicht zu verkaufen. Ihre schwere Fahrtenyacht-Verdrängung, der Bleiflossenkiel und das ausgewogene Rudergefühl belohnen Segler, die eine seegütige, berechenbare Fahrt und ein aufgeräumtes Deck über maximale Segelfläche stellen.

Vorteile

  • Bewährte Hochsee-Pedigree mit Siegen bei der Gotland Runt und starken Platzierungen aus der Fastnet-Era
  • Stabile, seegütige Werte: Kenterungsverhältnis von 1,86, Komfort-Ratio bis 28,8
  • Gemütliches Innenraumkonzept mit fünf Kojen, ideal für das Fahrtensegeln mit der Familie
  • Leichtes, selbststeuerndes Verhalten am Wind nach Berichten von Eignern

Nachteile

  • Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen etwas untertakeltes Masttopp-Rigg
  • Bescheidene berechnete Motorleistung von 3,7 Knoten unter dem Farymann LA-Diesel
  • Der große Tiefgang von rund 1,90 bis 2,00 m begrenzt sie auf größere Marinas

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