Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK und wurde von der kanadischen Werft Mirage Yachts Ltd. gebaut. Der Tiefgang liegt je nach Beladung zwischen etwa 4,82 und 5,12 Fuß – ein für flache Marinas völlig ausreichender Wert. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,05 und einer Breite von fast 10,5 Fuß ist das Perry-Layout breiter als bei 62 Prozent vergleichbarer Entwürfe, was sich direkt in einer geräumigeren Kabine niederschlägt, als es die meisten Boote dieser Länge vermuten lassen würden. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 35 Prozent – Blei auf einem Langkiel – setzt sie in diesem Maßstab nur knapp vor 21 Prozent ähnlicher Segelboote. Dennoch sorgen die Verdrängung von 8.500 Pfund und der Ballast von 2.800 Pfunden für ein moderates Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 204. Sie ist in dieser Kategorie leichter als 73 Prozent ihrer Altersgenossen, was die lebendigen Leistungsdaten erklärt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Mirage 32 ist eine Masttoppslup mit einer Segelfläche von 433 Quadratfuß für Großsegel und Fock, und das Rigg selbst ist im Vergleich außergewöhnlich: Sie trägt mehr Rigg als 98 Prozent aller ähnlichen Segelboote, was sie laut einer Bewertung auf yachtdatabase.com als deutlich überriggt kennzeichnet. Dieser Überdruck zeigt sich in den Werten für Segelfläche zu Verdrängung – 17,3 mit dem Standard-Referenzsegel und 20,7 mit einer 135-prozentigen Genua –, und diese Zahlen setzen sie bei Leichtwindgeschwindigkeit vor 62 Prozent ähnlicher Konstruktionen. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,8 Knoten. Ihr Kenterungsverhältnis von 2,10 bedeutet, dass sie für Hochseeregatten nicht zugelassen würde – ein klares Signal dafür, dass Perry das Boot eher für Küsten- und Clubregatten als für Langstrecken-Offshore-Passagen getrimmt hat. Das Komfort-Ratio von 19,3 sorgt für mehr Komfort als bei gerade einmal 24 Prozent ähnlicher Konstruktionen, sodass der leichte, überriggte Charakter mit einem festeren Seeverhalten einhergeht. (1)
Unterbringung
Die breiten Proportionen verleihen der Mirage 32 ein Innenraumvolumen, das im Verhältnis von Länge zu Breite größer ist als bei 62 Prozent aller anderen Entwürfe. Zusammen mit der Wasserlinie von 23,75 Fuß und der daraus resultierenden Rumpfgeschwindigkeit von 6,53 Knoten liest sich das Boot wie eine kleine Fahrtenyacht, die für ihre Länge hervorragende Wohnkomforte bietet. Die Tanks für Kraftstoff und Wasser mit jeweils 20 Gallonen Kapazität deuten eher auf eine moderate Reichweite für Küstentörns als auf ausgedehnte Törns in abgelegenen Revieren hin.
Das Fazit
Die Mirage 32 ist eine typisch kanadische Slup aus der Feder von Robert H. Perry: leicht, breit und für ihre Größe extrem stark überriggt. Dies macht sie bei leichtem Wind schnell und bietet viel Platz unter Deck, sorgt aber für ein steifes Seeverhalten und macht sie nach Kenterungsverhältnissen für Hochseeregatten ungeeignet. Sie ist eine Fahrtenyacht für Küstenreviere mit geringem Tiefgang und einem komfortablen Layout.
Vorteile
- Der breite Rumpf bietet eine Kabinenraumausnutzung von über 62 Prozent vergleichbarer Konstruktionen
- Die übertakelte Masttoppslup ist bei leichtem Wind schneller als 62 Prozent ähnlicher Boote
- Der geringe, lastabhängige Tiefgang erleichtert den Hafen-Zugang
- Die geringe Verdrängung (mittleres Regatta-DL-Verhältnis) sorgt für viel Lebendigkeit
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis schließt sie von Hochseeregatten aus
- Die Komfort-Ratio liegt hinter 76 Prozent der ähnlichen Konstruktionen zurück
- Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis ist niedriger als bei 79 Prozent vergleichbarer Segelboote








