MG 335 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Tony Castro·1986 – 1994·MG Yachts/Marine Glass
Ungefähre Zeichnung

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Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
34.75' · 10.59 m
Verdr.
8.900 lbs · 4.037 kg
Erstes Baujahr
1986

Die MG 335 gilt als eine der vielseitigsten Regatta/Fahrtenyachten aus den 1980er Jahren. Sie ist ein Entwurf von Tony Castro, gebaut von Northshore Yachts im Vereinigten Königreich und entwickelte sich später durch Modifikationen zur MG 346, blieb jedoch grundsätzlich dasselbe Boot. Diese 34 Fuß 9 Zoll lange britische Segelyacht wurde von 1986 bis 1994 produziert (einige Quellen nennen den Zeitraum 1987 bis 1997) und hat sich als schnelle, geräumige und gutmütige Fahrtenyacht mit echtem Regattopotenzial einen Namen gemacht. Ein Rezensent schrieb in Yachting Monthly, sie sei unter diesen Gesichtspunkten nach wie vor ein hervorragender Kauf.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
34,75 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
27,67 ft
Breite
11,25 ft
Tiefgang
6,25 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
3.800 lbs (Blei)
Verdrängung
8.900 lbs
Wasserkapazität
55 gal
Kraftstoffkapazität
25 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
41 ft
Unterliek Großsegel
15 ft
Vorsegeldreieck Höhe
38,7 ft
Vorsegeldreieck Basis
11,8 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
40,46 ft
Segelfläche
536 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
19,97
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
42,7
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
187,55
Komfort-Ratio
18,38
Kenterungsverhältnis
2,17
Rumpfgeschwindigkeit
7,05 kn

Design und Konstruktion

Castros Entwurf in Verbindung mit der Bauweise von Northshore ergab in den Augen von Gutachtern eine solide Kombination. Das Boot ist überwiegend aus GFK gebaut und verfügt über einen festen Flossenkiel sowie einen intern montierten Spatenruder-Anker. Mit einer Verdrängung von 8.900 Pfund, 3.800 Pfund Ballast und einem Tiefgang von 6 Fuß 3 Zoll weist die 335 ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis auf, das ihr ein sicheres Gefühl verleiht, ohne auf die moderate benetzte Fläche zu verzichten, die ihr hilft, auch bei leichtem Wind Fahrt zu machen. Das 7/8-Slup-Rigg läuft mit einem großen Großsegel, und das Boot wurde standardmäßig mit einer Selbstwendefock ausgeliefert – ein Detail, das ihren Charakter als Fahrtenyacht für kleine Crews unterstreicht. (2)

Rigg und Seeverhalten

Auf dem Wasser ist die MG 335 nach den Maßstäben von Fahrtenyachten ein agiles und unterhaltsames Boot zu segeln, wobei ein fast neutrales Rudergefühl ihr einziger nennenswerter Schwachpunkt ist. Sie springt schnell an, sobald der Wind zunimmt, und zeigt für ein Boot ihres Alters, Typs und Gewichts eine gute Leistung über das gesamte Windfeld hinweg, sowohl am Wind als auch vor dem Wind. Im Regattabetrieb ist sie oft bei leichtem Wind am besten aufgehoben. Ihr großzügiges Rigg und ihre moderate benetzte Fläche sorgen dafür, dass sie weitersegelt, wenn die meisten Fahrtenyachten bereits feststecken. Am Wind kann sie sich bei einer Brise gegen höher eingestufte Boote durchsetzen und trägt in guten Händen auch bei fast 30 Knoten Wind noch ihren Spinnaker – allerdings wird sie vor dem Wind nicht so leicht surfen wie neuere, leichtere Konstruktionen. Die Travellerschiene der Großschot liegt weit vorn auf dem Brückendeck, direkt vor dem Steuerrad. Diese Aufteilung hält die Plicht frei für das Fahrtensegeln und das Einhand- oder Kleinkommandosegeln, selbst wenn es mit einer voll besetzten Regatta-Crew eng wird.

Unterbringung

Unter Deck bietet die MG 335 für eine Serien-Fahrten-Regattayacht einen geräumigen und fein abgestimmten Innenraum. Eine komfortable Doppelkoje in der Achterkabine bildet das Rückgrat des Layouts, während der Salon zwar großzügig ist, aber die Kojen eher schräg als gerade angeordnet sind – ein kleiner Kompromiss beim Komfort bei ansonsten starken Konstruktionsmerkmalen. Die Pantry befindet sich gegenüber dem Kartentisch und ist sowohl auf See als auch im Hafen gut nutzbar. Der Kartentisch selbst bietet reichlich Arbeitsfläche und Stauraum für kleine Essentials. Bemerkenswert ist vor allem, dass die MG weitaus mehr Stauraum in ihrem feinen Innenausbau integriert als die meisten Mittelklasse-Fahrtenboote, die in den letzten 40 Jahren gebaut wurden – ein echter Vorteil für längere Törns.

Bekannte Schwachstellen

Potenzielle Eigner sollten wissen, dass die 335 ein bekanntes Problem mit Undichtigkeiten der Salonfenster hat, ein Problem, das bei der späteren 346 weitgehend gelöst wurde. Der Traveller der Großschot kann aufgrund des Zugangs von unten schwer zu ersetzen sein, und Gutachter weisen darauf hin, dass die interne Kielstruktur durch Grundberührungen und manchmal auch durch erhebliche Überlastung bei hartem Regattasegeln im Schlechtwetter versagen kann. Häufig eingesetzte Rümpfe neigen dazu, weich zu werden, oft spürbar im Bereich der Kielaufhängung und des Ruderschafts, und die Decks sind berüchtigt für Feuchtigkeitseintritt in den Balsakern. Risse im Bereich der Bodenwrangen-Struktur sind bei Booten mit geformten GFK-Matrizen nicht ungewöhnlich, und die Mastspur sollte zusammen mit den Bullaugenbeschlägen auf Leckagen untersucht werden.

Refits und Eignerschaft

Der originale, einkreisgekühlte Volvo 2002-Motor war ein bekanntes Schwachpunkt, der von vielen Eignern bereits ausgetauscht wurde. Auch das undichte Decksabdeckungsdichtungsventil für die Elektrik wurde auf vielen Booten durch den Einbau eines Kranichhals-Ventils behoben. Die geteilte Wassertank-Anordnung – jeweils ein Tank auf jeder Seite des Salons, verbunden durch eine Verbindungsleitung mit einem Isolierventil – ermöglicht es dem Eigner, einen beschädigten Bereich zu isolieren, was ein durchdachtes Detail für den langfristigen Einsatz ist.

Das Fazit

Die MG 335 bleibt eine attraktive gebrauchte Regatta-/Fahrtenyacht: Ein Castro-Entwurf, der bei leichtem Wind über sein Gewicht segelt, ein praktisches und stauraumreiches Innenraumkonzept bietet und das Wochenendsegeln mit Clubregatten besser verbindet als die meisten ihrer Zeitgenossen.

Vorteile

  • Schnell, geräumig und gutmütig mit echtem Regattapotenzial
  • Hervorragende Leichtwindleistung und hohes Gleitpotenzial
  • Großzügiger Stauraum durch detaillierte Innenausbauten, die in dieser Klasse ungewöhnlich sind
  • Die Selbstwendefock und das 7/8-Rigg mit großem Großsegel eignen sich hervorragend für das Segeln mit kleiner Crew

Nachteile

  • Undichte Salonscheiben sind ein bekanntes Problem
  • Decks neigen unter harten Bedingungen zu Feuchtigkeitseintritt im Balsakern
  • Weichwerden der Kielmatrix und des Rumpfes im Bereich der Kiellage
  • Klappkojen im Salon sind weniger komfortabel als gerade Sofakojen

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