Design und Konstruktion
Fennells Entwurf basiert auf einem massiven GFK-Rumpf, der mit einem festen GFK-Deck verbunden ist, wobei ein eiserner Ballastkiel von 4.800 Pfund zu einer Verdrängung von 12.000 Pfund gehört. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 372 verleiht ihr die Kategorie einer extrem schweren Fahrtenyacht. Die Breite von knapp unter 9,6 Fuß bei einer Länge über alles von 28 Fuß ergibt ein Verhältnis von Länge zu Breite (B/D) von 2,92 – eine schmale, voluminöse Rumpfform statt einer breiten, modernen Konstruktion. Ihr Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 40 Prozent und ein Kenterungsverhältnis von 1,67 beschreiben einen Rumpf mit einer konservativen, seegütigen Reserve. Der Komfort-Ratio von 35,7 deutet auf das stabile, langsame Rollverhalten hin, das Eigner schwerer Boote im Kabbelwasser schätzen. Mit etwa 812 Pfund pro Fuß Einbauraum sitzt sie tief und trimmt unter zusätzlicher Last nur sehr langsam. (1)
Rigg und Leistung
Die Liberty 28 ist als Kutter getakelt und verfügt über eine Segelfläche von 515 Quadratfuß, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,72 führt – bescheiden nach Regatta-Standard, aber passend für ein Boot, das eher zum Tragen von Fahrtaugigkeit als zum Sprinten gebaut wurde. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 6,6 Knoten ist die natürliche Grenze für einen Verdränger mit dieser Wasserlinienlänge. Mit Langkiel und am Spiegel aufgehängtem Ruder ist sie für Kursstabilität bei Ausreitern auf Kosten der Geschwindigkeit ausgelegt. Der 15 PS starke Volvo Penta MD11 Diesel, der aus einem 30-Gallonen-Tank gespeist wird, treibt einen einzelnen Propeller an und ist ideal für ihre Masse von 12.000 Pfund beim Motoren im Hafen und bei leichtem Wind.
Unterbringung
Unter Deck bietet der 28-Fuß-Rumpf eine Wasserkapazität von 54 Gallonen gegenüber einer Kraftstoffmenge von 30 Gallonen – ein Verhältnis, das längere Zeit vor Anker gegenüber langen Motorpassagen begünstigt. Die Langkiel-Konfiguration und der Tiefgang von 4 Fuß opfern die Agilität am Wind zugunsten eines berechenbaren, strandfreundlichen Profils. Liberty Yachts baute das Boot als praktische Fahrtenyacht für Küste und Offshore und nicht als Regattaboot für das Wochenende. Das Kutterrigg ermöglicht es einer Einhand- oder kleinen Crew, die Segelfläche bei zunehmendem Wind schrittweise zu reduzieren.
Das Fazit
Die Liberty 28 ist eine zweckmäßige kleine schwere Fahrtenyacht, deren Designprioritäten Stabilität, Einfachheit und Tragfähigkeit vor Geschwindigkeit oder Platzangebot pro Fuß setzen. Fennells schmaler, tief im Wasser liegender Rumpf und der konservative Ballastplan machen sie zu einem stabilen Begleiter auf unruhigem Wasser, und das Kutterrigg bietet eine praxisnahe Kontrolle. Sie ist kein Boot für Segler, die nach Ausnahmen bei der Rumpfgeschwindigkeit oder einem riesigen Innenraum suchen. Für einen Käufer, der eine dokumentierte, rund siebzig Stück gebaute amerikanische Fahrtenyacht mit gutmütigem Seeverhalten schätzt, belohnt sie jedoch genau diese Erwartungen.
Vorteile
- Extrem schwere Verdrängungsform mit 40 Prozent Ballastanteil für beruhigende Stabilität
- Kuttertakelung ermöglicht ein gut kontrollierbares, schrittweises Reffen
- Solider GFK-Rumpf und Deck mit einfacher, reparaturfreundlicher Bauweise
- Konservative Kenterungsverhältnisse und Komfort-Ratios für ihre Größe
Nachteile
- Die bescheidene Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis begrenzt die Leistung bei leichtem Wind
- Die geringe Breite und die schwere Verdrängung halten sie nahe der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit
- Etwa siebzig Exemplare wurden gebaut, weshalb die Suche Geduld erfordert








