Design und Konstruktion
Die Rümpfe bestehen aus vakuuminfiziertem E-Glas mit Isophthalsäureharz und einem Balsakern im Endgrat, ein Konstruktionsansatz, der direkt auf den Markt für Bareboat-Charter abzielt. Steifigkeit ohne Gewichtszuwachs wird durch Carbonringspanten erreicht, die anstelle von massivem Holz oder Verbundschotten verwendet werden. Die Werft weist auf Carbon-infundierte Ringspanten in den kritischsten Bereichen hin; diese Technik wurde erstmals bei größeren reinen Carbon-Regattakatamaranen eingeführt und wird nun auch in diesem Fahrtenkonzept angewendet. Die Kimmkiele sind mit geschlossenzelligem Polyurethan-Schaumstoff gefüllt, um Wassereintritt zu verhindern. Über der Wasserlinie sind die Seitendecks breit und durch doppelte Seerelingseisen geschützt, und die Bordschuhe sitzen tief in Gullideckeln für das Abfließen von Wasser. (1)
Rigg und Handhabung
Die 50P verfügt über eine erhöhte Steuerstandsecke unter einem festen Bimini, während die 50L eine Flybridge mit leicht angehobenem Baum bietet, um den Passagieren unter Segeln ausreichend Stehhöhe darunter zu gewährleisten. Alle Leinen der Segelsteuerung laufen zu drei kraftvollen Winschen nahe am Steuerrad. Das Deck zwischen Steuerstand und Mast trägt ein Trio elektrischer Winschen mit Spinlock-Stoppern, sodass der Skipper fast alles einhand bedienen kann; die Fallen von Fallen und Schoten fallen in einen Stoffkorb. Das getestete Boot führte ein Square-Top-Großsegel von Ullman Sails mit einer überlappenden Genua. Ein kurzer Bugspriet ermöglichte einen Code Zero und einen asymmetrischen Spinnaker für raume Kurse. Die Steuerung erwies sich als so leicht und feinfühlig wie bei einer Regattayacht auf dem Kreuzerfeld. In der Zeitschrift SAIL Magazine berichteten Testsegler, dass das Boot bis zu 45 Grad am Wind nicht mehr gut lief und dann auf 7 Knoten abfiel, aber sobald es auf etwa 60 Grad abdrehte, konstante 9-Knoten-Läufe und gelegentliche 10-Knoten-Böen zeigte. Auf einem Halbwindkurs bei 15 Knoten Wind loggte ein Tester von Cruising World konstante 9 Knoten und eine Böe von 10,4 Knoten. Ein Kapitän berichtete in SAIL Magazine von 17 Knoten Autopilot über Tage hinweg auf einer Ozeanüberquerung. (1)
Unterbringung
Im Inneren sorgen das helle, gekalkte Eichenfurnier und die Glaswände mit einem Deckenscheinwerfer, der fast die gesamte Länge des Salons überbrückt, für ein modernes und offenes Ambiente. Durch exotische Materialien und moderne Konstruktion wurden die Schottenöffnungen der Kabinen verbreitert, und das Heckende des Salons öffnet sich weit durch Schiebetüren. Die vordere Plicht, auf die man durch eine wasserdichte Tür gelangt – diese wurde erstmals 2012 beim Leopard 44 eingeführt –, bleibt ein typischer Rückzugsort. Das Standard-Vier-Kabinen-Layout platziert eine Eignersuite achtern an Steuerbord mit Ankleidebereich und eigener Nasszelle, eine VIP-Kabine im Vorschiff dieses Rumpfes mit derselben Kojengröße und zwei weitere Kabinen mit eigener Nasszelle im Backbordrumpf; eine fünfte oder sechste Kabine kann im Vorschiff an Backbord oder als Mittschiffs-Koje konfiguriert werden. Die Pantry erstreckt sich über einen Großteil des Steuerbord-Brückendecks und verfügt über eine Miele-Herdplatte über einem Force 10-Ofen, Vitrifrigo-Schubladen und eine L-förmige Arbeitsplatte, die auf die vordere Plicht blickt. Die 50-Liter-Fliegerebene bietet eine dreiseitige Sitzecke, einen GFK-Tisch mit windgeschützten Fächern und eine großzügige Sonnenliege neben dem Steuerstand, die über schwimmende Stufen vom achteren Cockpit oder vom Steuerbord-Seitendeck aus zugänglich ist.
Antrieb und Systeme
Der Standardantrieb besteht aus zwei Yanmar-Dieselschrauben mit je 57 PS, wobei optionale Yanmar-Motoren mit 80 PS das Testboot bei 2.500 U/min auf fast 9 Knoten beschleunigen konnten. Der Zugang zu den Motoren erfolgt über zwei Cockpitschächte, ohne dass eine Koje angehoben werden muss. Ein Northern Lights 9-kW-Generator steht in einem zugänglichen Vordeckskasten. Eine hydraulische Heckplattform kann ein bis zu 10 Fuß langes Beiboot tragen und lässt sich abgesenkt als Strand nutzen. Die Kraftstoffkapazität beträgt 243 Gallonen, die Wasserkapazität 185 Gallonen.
Bekannte Schwachstellen
Die Sicht vom Steuerstand ist nach vorn und an Steuerbord gut, aber an Backbord ungewiss – ein Punkt, den man beim Anlegen oder Manövrieren auf dieser Seite im Hinterkopf behalten sollte.
Das Fazit
Die Leopard 50 ist eine durch und durch moderne Fahrtenyacht, die den schrittweisen Upgradeweg zugunsten einer blanko-Plattform aufgibt. Die Carbon-Ringrahmenstruktur ermöglicht ein großzügiges Innenraumkonzept und hält das Gewicht im Zaum. Sie läuft vor dem Wind mit echter Geschwindigkeit, lässt sich problemlos mit kleiner Crew an der Pinne bedienen und bietet einen bemerkenswert flexiblen Kabinenaufbau. Der toten Winkel an Backbord bei der Radsteuerung bleibt die einzige wiederkehrende Warnung.
Vorteile
- Kohlenstoffinfundierte Ringspanten ersetzen Schotten für hohe Steifigkeit ohne Gewichtszuwachs
- Einfache Segelbedienung einhand über drei Winschen am Steuerstand
- Hervorragende Leistung auf raumen Kursen mit Berichten von 9–10 Knoten Fahrt im Küstenbereich und 17 Knoten auf Passagen
- Sehr konfigurierbare Layouts mit drei bis sechs Kabinen und privaten Nasszellen
- Flybridge-Lounge mit sicherer Stehhöhe unter dem erhöhten Baum
Nachteile
- Mäßige Sicht für den Steuermann an Backbord
- Ungünstige Form bei 45 Grad scheinbarer Windstärke





