Design und Konstruktion
Die 39 FC entwickelt die JPK 38 FC mit einer neuen Rumpfform und einem geräumigeren Innenraum. Ihr Volumen wurde durch größere Bugsektionen und eine um 30 Zentimeter größere Breite zwei Meter hinter dem Vorsteven vergrößert. Ein breiter, kraftvoller Rumpf trägt Bugsektionen tief genug, um Wellen zu schneiden, und die Rumpftiefe ist auf das zusätzliche Gewicht einer hochseetauglichen Zuladung abgestimmt. Das Kajütdach präsentiert sich mit einer negativen Deckslinie – abgerundet, mit ausgeprägtem negativem Deckssprung und einer festen Windschutzscheibe –, was das Aussehen modernisiert, während gleichzeitig Innenraumvolumen gewonnen wird und Panorama-Bullaugen den Salon mit Licht fluten. Eine vakuuminfundierte Schaumsandwich-Konstruktion durchzieht Rumpf, Deck und Schotten, mit einem 25 Millimeter dicken Airex-Kern und Vinylester-Laminat; allein die Kielauflage besteht aus massivem Laminat. Eine torsionsfeste Struktur, verstärkte Belastungszonen und ein T-Kiel mit gusseiserner Flosse und Bleibombe vervollständigen ein Chassis, das wie eine hochwertige GFK-Konstruktion eines Regattayachts gebaut ist. (1)
Rigg und Handhabung
Die Steuerung erfolgt über zwei Pinnen statt über zwei Steuerräder, wobei der Steuermann auf dem Seitendeck hinter kurzen Duchten und vor einem am Spiegel montierten Traveller sitzt, der die Großschot frei von Manövern hält. Alle wichtigen Bedienelemente – Pinne, Achterstag, Traveller und beide Winschen – liegen griffbereit, und das Vorsegel lässt sich für Einhandeinsätze leicht zur Luv-Winsche umleiten. In einem Testbericht für Yachting World fand der Tester das Ruder federleicht und fast neutral am Wind, und bemerkte, dass das Boot auch dann noch Kurs hielt, wenn die Pinne bei vollem Segel und 23 Knoten Wind losgelassen wurde. Das 9/10-Fraktionalrigg ist mit einem verstellbaren Achterstag für die Form des Großsegels, einer langen Masttopp-Genua für ein Großsegel mit großem Achterliek und einem 1,6 Meter langen klappbaren Bugspriet ausgestattet, der Vorstag und asymmetrischer Genua effizient trennt. Der optionale Axxon-Kohlestoffmast spart 40 Kilogramm Gewicht im Topp. In einem Testbericht für YACHT erreichte der Tester unter Großsegel und Genua im 6 bis 8 Knoten starken Wind im Durchschnitt 6,5 Knoten Geschwindigkeit und hielt mit dem 138 Quadratmeter großen Toppgennaker bei 12 Knoten Wind 9 Knoten durch, was eine gute Gleiteigenschaft zeigt. (1)
Unterbringung
Unter Deck wirkt die 39 FC wie eine Deckssalon-Yacht: ein fester Windschutz und rundum verglaste Fenster mit drei Rumpfscheiben pro Seite, ein 15 Millimeter Plexiglas-Rumpfüberhang, der das Kajütdach säubert, sowie ein Walnussholz-Innenraum, der eher einladend als prunkvoll ist. Die Navigationsecke und die Längsküche liegen an Steuerbord, eine U-förmige Sitzecke an Backbord mit einer Trennwand zur Stütze, und der Salontisch lässt sich durch aufgestellte Polster zu einer echten Doppelkoje umbauen. Ein nach vorn gerichteter Navigationssitz dient als Schreibtisch oder als Querkoje, während gegenüber Doppeltüren-Schränke und ein Hängeschränkchen platziert sind. Eigner können sich auch für zwei Achterkabinen entscheiden, was jedoch auf eine etwas kleinere Nasszelle hindeutet. Die Vorschiffskabine führt hinab zu einer 2,1 Meter langen Doppelkoje mit Stehhöhe unter dem Vordeck. Die vom Testteam gemessene Staukapazität im Standardlayout erreicht 3,5 Kubikmeter, und der Salon behält die gemütliche Atmosphäre einer schwereren Fahrtenyacht bei viel natürlichem Licht.
Bekannte Schwachstellen
Die grundlegende 100-Ah-Batterie reicht für längere Törns kaum aus, und der Standard-Volvo Penta ist akustisch unruhig und ziemlich laut – das Testboot ersetzte ihn durch einen kraftvolleren, aber rustikaleren 38-PS-Nanni. Die Verarbeitungsqualität ist stellenweise einfach gehalten: furnierte Schotten für die Nasszelle sind bündig auf einer GFK-Innenschale ohne Rahmenholz montiert, wobei die Fuge mit schwarzen Schaumstoffstreifen kaschiert ist. Das Testboot zeigte zudem eine auf Steuerbord beschränkte Ruderdeflexion. Das Boot ist teuer und wird ohne Händlernetzwerk verkauft; Lieferzeiten liegen bei über zwei Jahren.
Refits und Eignerschaft
Eigner wählen Instrumente und Autopiloten von NKE oder B&G, und seit 2026 ersetzt eine Option mit Steuerrad die beiden Pinnegriffe. Ein 2-jähriger Osmose-Schutzbrief sichert den Rumpf ab. Der standardmäßige 90-Liter-Dieseltank kann verdoppelt werden, und ein zweiflügeliger Faltpropeller, ein Carbon-Bugspriet sowie eine 3D-Genuaschot-Anpassung sind serienmäßig vorhanden. Die Infusion des Werften und die einmalige Bodenlaminierung bedeuten, dass strukturelle Refits selten erforderlich sind, aber der laute Motor und die dünne Batteriebank gehören zu den ersten Upgrades für Erstbesitzer.
Das Fazit
Die JPK 39 FC ist ein echter Crossover: Ein regattageprägtes Chassis, das um einen hellen, praktischen Fahrten-Innenraum herum gebaut ist. Sie ist schnell genug, um bei mäßigem Wind zu gleiten, und bleibt bei zunehmendem Wind stabil und gutmütig. Sie verlangt Kompromisse – bei der Verarbeitung, der Motorfeinabstimmung und dem Händler-Service –, belohnt aber den selbstständigen Eigner mit einer schnellen, einhandtauglichen Fahrtenyacht.
Vorteile
- Stabile, gutmütige Plattform mit sehr hoher Durchschnittsgeschwindigkeit und frühem Gleiten
- Regatta-abgeleitete Plicht mit hervorragender Ergonomie für kleine Crews
- Helles, geräumiges Innenraumkonzept mit flexiblen Kojen- und Kabinenaufteilungen
- Vakuuminfundierter Sandwichbauweise mit verstärkten Belastungszonen
Nachteile
- Die Standard-Batteriekapazität ist für längere Törns mäßig
- Der eingebaute Dieselmotor ist laut und rau
- Teilweise einfache Innenausstattung; kein Händlernetz
- Lange Lieferzeiten und höherer Anschaffungspreis





