Design und Konstruktion
Nymans Rumpf ist in seinen Proportionen sehr moderat; mit einem D/L von 252 signalisiert er ein Boot, das eher für strapazierfähige Langstrecken als für maximale Geschwindigkeit gebaut wurde. Die Konfiguration mit der Steuerhaus-Pilothouse ist die entscheidende Idee: Vordere Fenster bieten eine gute Sicht, aber keine großen Heckfenster, sodass der Rudergänger sich umsehen muss, anstatt durch das erhöhte Haus hindurch nach hinten zu blicken. Um diesen toten Winkel im Achterschiff auszugleichen, verlegte Nyman die äußere Steuerstand ganz nach achtern und platzierte das Rad dort, wo sich die Sichtlinie wieder öffnet. Der Cockpitboden selbst ist recht klein und durch ein verlängertes Brückendeck vom Niedergang getrennt – ganz im Stil der Nautor Swan. Diese Aufteilung schützt den Innenraum vor überkommendem Seegang, schränkt jedoch den eigenen Platz zum Entspannen im Cockpit ein. (1)
Rigg und Handhabung
Auf dem Vordeck trägt die Jonmeri 48 ein hohes Masttoppslup-Rigg mit Kutteroption. Der Mast ist weit nach achtern positioniert, was Platz für zwei Vorsegel lässt, falls der Eigner darauf besteht, und die Wanten sind mit einem Babystay sowie dem inneren Vorstag für zusätzliche Sicherheit im Kutterstil verlaufsgleich geführt. Mit einer Segelfläche von fast 1.176 Quadratfuß und einem SA/D von 16,33 ist sie kein Leichtgewicht, sondern eine stabile Fahrtenyacht mit viel Tuch. Der tiefe Flossenkiel weist einen Tiefgang von 8,4 Fuß auf; eine Flachwasser-Version mit 5,9 Fuß Tiefgang wurde auch für flachere Gewässer angeboten. Das Spatenruder und die moderate Form deuten auf ein berechenbares Steuerverhalten statt auf nervöse Reaktionen hin.
Unterbringung
Unter Deck verfügt die Achterkabine über eine Doppelkoje an Steuerbord und eine Einzelkoje an Backbord, ergänzt durch eine angrenzende Nasszelle. Der Salon zeigt eine große, umlaufende Sitzecke an Backbord und eine Längsküche an Steuerbord – eine gesellige und praktische Aufteilung für das Wohnen an Bord. Vor dem Salon befindet sich eine weitere geräumige Kabine mit einer Pullman-Doppelkoje an Backbord und einer Sitzecke sowie einem Kleiderschrank an Steuerbord, während die Nasszelle im Bug untergebracht ist. Zwei weitere Vorschiffsaufteilungen waren erhältlich: Eine Variante bietet zusätzliche Kojen im Ober- und Unterdeck und schließt die Doppelkoje an Backbord ein, während die andere Variante die Nasszelle nach achtern verlegt und im Vorschiff einen engen V-Koje-Bereich schafft. Zu beachten ist, dass keiner der beiden Nasszellen eine Duschkabine besitzt – ein Mangel, den Käufer gegenüber dem ansonsten großzügigen Kabinenplan des Bootes abwägen sollten. (1)
Refits und Eignerschaft
Der Hilfsmotor ist ein Volvo TMD31 mit 94 PS, ein robuster Diesel, der perfekt zu einem Boot dieser Verdrängung passt und sich hervorragend zum Motoren bei Flaute oder zum Festhalten von Position im Seegang eignet. Eine Kraftstoffkapazität von etwa 158 Gallonen und eine Wasserkapazität von 200 Gallonen ermöglichen unabhängiges Fahrtensegeln über längere Strecken. Das Konzept des Steuerhauses selbst, mit seiner hervorragenden Sicht nach vorn und dem geschützten Zugang zum Innenraum, spricht für ein Boot, das für lange Passagen und wechselhaftes Wetter konzipiert wurde und nicht für Küstentörns bei schönem Wetter.
Das Fazit
Die Jonmeri 48 ist eine durchdacht proportionierte Fahrtenyacht mit Pilothouse, die Sicht nach achtern und Cockpitgröße zugunsten geschützter Sichtlinien im Innenraum und eines bewährten Langstreckenrumpfes opfert. Die Kabinenaufteilung ist vielseitig mit verschiedenen Vorschiffslayouts, wobei das Fehlen von Duschkabinen in beiden Nasszellen ein echter Nachteil ist. Das hohe, kuttertaugliche Rigg und der solide Volvo-Hilfsmotor runden ein hochkarätiges Paket für Fahrtensegler ab.
Vorteile
- Mäßige Rumpfform mit großer Breite in der Wasserlinie und Tumblehome für Volumen ohne Übertreibung
- Steuerhaus mit guter Sicht nach vorn und ganz achtern positionierter Steuerwarte, um das Fehlen von Heckfenstern auszugleichen
- Flexibles Layout mit drei Vorschiffskonfigurationen
- Hohe Masttoppslup mit Kutteroption, durchgehenden Wanten und Babystay für hohe Sicherheit des Riggs
- Robuster 94 PS Volvo-Hilfsmotor mit großzügiger Kraftstoff- und Wasserkapazität
Nachteile
- Keine großen Heckfenster und eine kleine Plicht begrenzen die Sicht und den Freiraum im Freien
- Keine der Nasszellen verfügt über eine Duschkabine








