Design und Konstruktion
Der Rumpf der 65 misst 19,55 m an der Wasserlinie bei einer Länge über alles von 20,45 m, mit einer Breite von 17,72 Fuß und einer Verdrängung von fast 68.000 lbs, gestützt auf rund 20.600 lbs Eisenballast in einer Bulbkiel-Konfiguration. Diese Abmessungen und die CE-Zertifizierung der Kategorie A12 für bis zu zwölf Personen an Bord ordnen sie fest in die Klasse der hochseetauglichen Luxus-Fahrtenyachten ein. Ein bemerkenswertes Konstruktionsdetail ist die Verwendung von Lexan für die Außenfenster – ein langlebiges, glasklares Material, das hier erstmals auf einer Jeanneau-Yacht dieser Art verwendet wird. Die Bewegung an Deck wird durch ein stufenloses Layout und äußere Wanten erleichtert, die es der Crew ermöglichen, sicher und ohne Hindernisse von der hinteren Badeplattform nach vorn zum Bug zu gelangen, während vom Steuerstand aus ein stufenloser Durchgang direkt zum Vorschiff führt. (1)
Rigg und Handhabung
Trotz ihrer Größe bleibt die 65 im Hafen und auf See leicht zu handhaben. Das Testboot war mit einem laminierten Rollgroßsegel ohne Volllatten und einer Selbstwendefock ausgestattet. Alle Manöver sind im Achterschiff nahe den Doppelrudern konzentriert, und ein Taukasten befindet sich direkt neben der Winsch und der Batterie für die Stoppper. Zwei Ruderblätter mit hohem Steuerungsverhältnis halten die Räder auch bei Krängung leichtgängig. Bei einer Brise von 20–25 Knoten lief die getestete Konfiguration problemlos mit 9,5 bis 10 Knoten Geschwindigkeit auf einem wahren Windwinkel von 60–65 Grad. Mit zunehmendem Wind sank die Geschwindigkeit jedoch auf etwa 8 Knoten, und Tester stellten fest, dass das Boot mit diesem Segelplan enge Kurven nicht besonders gut meisterte. Für bessere Leistung am Wind empfahlen sie die Wahl der tiefgehenden Version mit größerem Tiefgang. Der Steuerstand ist in der Höhe perfekt auf die Räder abgestimmt, und die beiden Cockpittische lassen sich elektrisch absenken, um einen noch größeren Bereich für das Beisammensein freizumachen.
Unterbringung
Der Innenraum ist das Highlight des Bootes und bietet enormen Raum mit einer breiten Palette an Layouts: Es stehen drei, vier oder fünf Kabinen zur Verfügung. Käufer können sich für die klassische Eignerkabine im Vorschiff plus zwei Achterkabinen, eine vier-Kabinen-Version für den Charterbetrieb oder bei zwei von vier Layouts die Eignerkabine nach achtern verlegen – wo eine Halbinselbett-Koje, ein Seitensofa, ein gegenüberliegender Schreibtisch mit Sitzgelegenheit, Nachttischschubladen und Bücherregale eine private Suite bilden, während die Nasszelle nach vorn in den breiten Mittelbereich verlegt ist. Die vordere Alternative liest sich fast wie eine zweite Eignerkabine. Ein erhöhter Essbereich nutzt die Aussicht und das Licht des Deckshauses, und eine umfangreiche Auswahl an Oberflächen und Materialien ermöglicht es dem Eigner, die Räume nahezu individuell auszustatten. Ein riesiges Cockpit-Sundeck und eine großzügige Badeplattform achtern, die über elektrischen Hubbedienung aufgestellt wird, runden das wohnliche Außenbereich ab, der zudem über einen Tender-Garage-Ankerzugang verfügt. (1)
Bekannte Schwachstellen
Tester wiesen auf einige Kompromisse beim Handling hin. Die vollständige Bedeckung der Plicht – geschätzt für Schutz vor Wetter – beeinträchtigt die Sicht nach vorn vom Steuerstand etwas. Der Ruderbereich verfügt über kein echtes Fußschild, was ein gravierender Mangel für das Abstützen der Füße an den Steuerrädern ist.
Refits und Eignerschaft
Eigner können mehrere Konfigurationen, Ausstattungen und Optionen spezifizieren, um ein fast maßgeschneidertes Segelboot neu zu bauen. Die Werft bietet sowohl eine vollständig überdachte Plicht mit Rollbar und Halbschlauch als auch eine klassische offene Plicht nur mit Rollbar an. Die luxuriösen Wohnbereiche im Innenraum und die konfigurierbaren Layouts bedeuten, dass die Ausrüstung und Anordnung eines Gebrauchtbootes eine sorgfältige Vergleichsstudie statt einer voreiligen Annahme rechtfertigt.
Das Fazit
Die Jeanneau Yachts 65 ist eine große, leicht zu handhabende Luxus-Fahrtenyacht, deren Innenraumvolumen und Flexibilität bei der Aufteilung ihre herausragenden Stärken sind, eingebettet in ein sorgfältig sicher konstruiertes Deck und eine geschützte Plicht. Sie ist weniger eine schnelle Regattayacht am Wind als vielmehr eine komfortable Fahrtenyacht. Ein paar Details im Bereich des Steuerstands verdienen jedoch Aufmerksamkeit.
Vorteile
- Großzügiger, konfigurierbarer Innenraum mit Eignerversionen als vorderes oder achteres Eignerschlafzimmer
- Sicherer, stufenloser Übergang an Deck und einfacher Bewegungsweg vom Steuerstand zum Bug
- Leichtgängiges Doppelruder-Steuerungssystem und gruppierte Manöver im Heck erleichtern das Handling dieser Größe
- Lexan-Fenster und elektrische Badeplattform/Pontongarage als moderne Annehmlichkeiten für das Fahrtensegeln
Nachteile
- Die vollständige Plichtabdeckung schmälert die Sicht nach vorn vom Steuerstand aus
- Kein echtes Fußboard am Rudersitz
- Das Rollgroßsegel ohne Latten und der Selbstholer begrenzen das Tempo am Wind bei viel Wind ohne tiefen Tiefgang





