Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem, handaufgelegtem GFK gefertigt, während das Deck einen Balsakern nutzt, um die Steifigkeit zu erhalten, ohne zusätzliches Gewicht aufzubringen. Die innere Struktur besteht aus einem einlaminierten Gitter – Jeansaus „Matrix“ –, das sowohl die Lasten des Riggs als auch des Kiels gleichmäßig im Rumpf verteilt. Was die 51 optisch und strukturell besonders macht, sind die lang gezogenen Kajütaufbaufenster: große Acrylplatten, die chemisch an einer eingelassenen Nut im GFK angebracht sind, anstatt in schwerem Aluminium gerahmt zu sein. Ein entscheidendes Merkmal ist die außergewöhnlich große Breite von 16 Fuß, die weit nach achtern getragen wird. Dies ermöglichte es der Werft, zwei Steuerräder einzubauen – eine damals wirklich revolutionäre Wahl für eine Serienyacht dieser Größe. Die Lasten des Riggs werden durch ein anspruchsvolles internes Tiegelstangen-System geregelt: Edelstahl-Decksplatten sind mit hochfesten Stäben verbunden, die zu schweren Halterungen führen, die direkt an den Hauptstrukturschotten verbolzt sind. (1)
Rigg und Handhabung
Hauptsächlich als leistungsstarke Masttoppslup ausgeliefert, verfügt die 51 über ein optionales inneres Vorstag für Offshore-Einsätze. Der Segelplan ist beachtlich – ein Großsegel mit 513 Quadratfuß Fläche, einer Luvkante von 54 Fuß 10 Zoll und einer Unterliek-Kante von 18 Fuß 8 Zoll, kombiniert mit einem 100-prozentigen Vorsegeldreieck von 555 Quadratfuß auf einer Durchfahrtshöhe von 62 Fuß und einer Basis von 17 Fuß 11 Zoll, was insgesamt 1.068 Quadratfuß Segelfläche ergibt. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,3 kennzeichnet sie als Fahrtenyacht mit moderater Leistung, nicht als Leichtgewicht. Unter Motor treibt ein 80 PS starker Perkins oder Yanmar sie bei 2.200 U/min mit komfortablen 7,5 bis 8 Knoten voran. Die Steuerung erfolgt über ein Spatenruder, und das breite Heck erfordert, dass das Boot relativ aufrecht gesegelt wird, um eine optimale Kontrolle zu behalten – eine Eigenschaft der breiten Achtersektionen und keine Schwachstelle.
Unterbringung
Unter Deck teilt sich das Boot in zwei beliebte Varianten auf: ein von Charterflotten bevorzugtes Vier-Kabinen-Layout und eine luxuriösere Eignerversion mit drei Kabinen. Die Plicht ist großzügig gestaltet und um einen festen Mitteltisch herum angeordnet, der als Mittelpunkt für das Essen an Deck dient. An Backbord bietet eine Längsküche reichlich Arbeitsfläche und hervorragende Kühlkapazitäten – eine Aufteilung, die dieses Modell zu einem Favoriten unter den Liveaboards macht. Die Tankkapazitäten untermauern diesen Reiz für das Wohnen an Bord, wobei die Wasserkapazität über 200 Gallonen liegt.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 51 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht aus den späten 1980er Jahren, die Volumen und Hochseetauglichkeit in Einklang brachte. Die Zusammenarbeit von Farr und J&J lieferte einen breiten, steifen Rumpf mit echten Offshore-Qualitäten, und die strukturellen Details – innere Zugstangen zu den Schotten, ein laminiertes Gitterwerk, angeklebte Acrylfenster – zeigen eine Werft, die die Komplexität von Serienyachten vorantrieb. Sie ist keine strahlende Leuchtturymarke bei leichtem Wind, aber ihr Komfort-Ratio von 26,9 und die CE-Kategorie A machen sie zu einer zuverlässigen Langstrecken-Fahrtenyacht.
Vorteile
- CE-Kategorie A mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 32,1 % und einem Kenterungsverhältnis von 2,04
- Doppelradsteuerung und das für die damalige Produktionszeit fortschrittliche Layout mit breitem Heck
- Die interne Tie-Rod-Riggstruktur ist an den Hauptschotten verbolzt, um die Lasten optimal zu verteilen
- Großzügiges Cockpit und Längsküche, ideal für das Wohnen an Bord
Nachteile
- Das Spatenruder und der breite Heckspiegel erfordern ein flaches Segeln für eine optimale Steuerung
- Das Deck mit Balsakern erfordert im Laufe der Zeit eine sorgfältige Feuchtigkeitsprüfung







