Design und Konstruktion
Obwohl die Sun Odyssey 319 teilweise auf der in Polen gebauten Delphia 31 basiert, verfügt sie über ein völlig neues Rumpfdesign mit einem runderen Vorschiff über dem Vorsteven und scharfen Knickspanten im Achterschiff. Der Rumpf besteht aus massivem GFK-Laminat in Polyesterharz, während das Deck mit Balsaholzkern gefertigt ist und sowohl laminiert als auch verschraubt ist (Boden-Laminat-Verbindung). Der Ballast ist aus Gusseisen und wird entweder in einem herkömmlichen Flossenkiel mit Bulbkiel oder in einem Winged-Keel-Stummel untergebracht, aus dem ein Schwert abgesenkt werden kann. Zwei Ruder sind Standard. Das Kajütdach ist für ein modernes Boot recht hoch, was zur Helligkeit im Innenraum und zur Stehhöhe beiträgt. Die 319 wird in Versionen mit Festkiel und Schwenkkiel sowie mit tiefem und flachem Tiefgang angeboten; der Flachkiel mit aufgeholtem Schwert hat einen Tiefgang von nur 0,76 m (2 Fuß 5 Zoll) und 1,68 m (5 Fuß 6 Zoll) mit abgesenktem Schwert. (1)
Rigg und Handhabung
Der Standard-Segelplan sieht ein klassisches Großsegel mit Bindereff und eine überlappende Genua am Vorstag vor, die auf Schienen an den Seitendecks gefiert wird; alles ist auf einem Seldén-Mast mit Segeln von Technique Voile aufgetakelt. Eine leichtere Alternative kombiniert ein Rollgroßsegel im Mast mit einer kleinen Selbstwendefock, und eine Bugspriet-Option ermöglicht einen asymmetrischen Spinnaker oder ein Vorsegel vom Typ Code Zero. Die Fockschoten laufen zu einer Paar Harken 35-Pickel in der Plicht, jeweils auf der einen Seite des Steuerrads, und eine optionale doppelte deutsche Großschot kann die Schotstraffer zu diesen Pickeln führen. Probefahrer stellten fest, dass sich das Boot mit Festkiel leicht wendete und kaum Fahrt durch den Wind verlor. Mit ihren Doppelrudern war sie eines der schnellsten Wendeschiffe, die der Rezensent je bedient hatte, und ging rückwärts mit voller Kontrolle. Unter dem leichteren Rigg bei 8–10 Knoten Wind kämpfte das Boot damit, mehr als 5 Knoten zu erreichen, doch bei 12 Knoten segelte es bei 45 Grad scheinbare Windstärke knapp 6 Knoten und erreichte bei Seetests mit 15–20 Knoten Wind, gerefftem Großsegel und Selbstwendefock, satte 6 Knoten hoch am Wind mit einem butterweichen, aber präzisen Rudergefühl.
Unterbringung
Unter Deck ist die 319 extrem hell und einladend, mit natürlichem Licht durch die Kajütaufbauten und Rumpf-Bullaugen sowie einer soliden Stehhöhe von 6 Fuß 4 Zoll oder mehr überall, selbst im Vorschiff. Die Aufteilung ist fest: zwei Doppelkabinen an entgegengesetzten Enden, eine große Achterkabine an Backbord mit hervorragender Stehhöhe und eine besonders geräumige Koje achtern an Steuerbord. Eine beeindruckend große Nasszelle befindet sich gegenüber der Achterkoje an Backbord, während eine gut dimensionierte U-förmige Pantry und ein echter Navigationstisch den Niedergang flankieren, ergänzt durch lange Sofakojen und einen klappbaren Esstisch im Vorschiff. Der Schwenkkielschacht integriert sich in den zentralen Tisch; die Version mit Festkiel öffnet den Raum etwas mehr. Das Boot bietet Platz für sechs Personen bei Reisen von maximal zwei Wochen und eignet sich ehrlich gesagt auch für vier Personen auf längeren Törns, mit drei oder vier guten Seekojen.
Bekannte Schwachstellen
Der Motorraum zeigt am deutlichsten die kleinen Abmessungen: Er ist so eng, dass routinemäßige Wartungsarbeiten zu einer Herausforderung werden. Der Zugang zum Ölfilter ist schlecht, und um den Impellergehäuse der Seewasserpumpe vollständig zu erreichen, muss zunächst die Batterie demontiert werden. Als einziger Antrieb dient ein 21 PS starker Yanmar-Diesel mit Saildrive, optional mit einem Flexofold-Segelbaumsystem.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 319 bietet echten Wohnraum und lebendiges Handling in einem 32-Fuß-Rumpf, der deutlich mehr Leistung zeigt, als man von seiner Länge erwarten würde. Ihre Doppelruder und das durchdachte Cockpit machen das Segeln Spaß und präzise, während der helle Innenraum mit viel Stehhöhe perfekt für Familien geeignet ist. Der enge Motorraum ist der Preis für dieses kompakte Format.
Vorteile
- Doppelruder sorgen für schnelles, kontrolliertes Wendeverhalten und Rückwärtsfahren
- Vollständige Stehhöhe inklusive der Vorschiffskabine
- Helliger, gut aufgeteilter Zwei-Kabinen-Innenraum mit echten Seekojen
- Flachkiel-Option mit Schwenkkiel für flache Gewässer (1)
Nachteile
- Der unübersichtliche Motorzugang erschwert die routinemäßige Wartung
- Der leichte Segelplan wirkt unter 10 Knoten Wind träge
- Nur ein fester Innenraumaufbau (1)









