Design und Konstruktion
Mit einer Länge über alles von 28 Fuß, einer Wasserlinienlänge von 25 Fuß 5 Zoll, einer Breite von 8 Fuß 7 Zoll und einer Verdrängung von 4.250 Pfund ist die J/9 ein moderat proportionierter Rumpf, der 2.050 Pfund Ballast für ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 48 Prozent aufweist. Der Kiel ist ein Standard-Flossenkiel mit 4 Fuß 11 Zoll Tiefgang sowie eine Option für einen Flachkiel mit 3 Fuß 11 Zoll Tiefgang für das Segeln in flachen Gewässern. Über der Wasserlinie ist der Stil unverwechselbar: ein scharfer, leicht gewölbter Vorsteven, ein abgeschnittenes Heckspiegel und ein gut geformtes Kajütdach verleihen dem Boot ein kompaktes, sportliches Aussehen. J/Boats baute die J/9 in Newport, Rhode Island. Der offene Spiegel, der das Cockpit im Achterschiff abschließt, dient sowohl als Bade- als auch als Bordsprungplattform und verbessert zudem die visuelle Gestaltung und die Funktionalität des Decks. (1)
Rigg und Handhabung
Alan Johnstone hat das Boot bewusst so konstruiert, dass es sich sowohl unter Großsegel als auch unter Großsegel und Fock gleichermaßen gut handhaben lässt. Testsegler stellten fest, dass das Ruder bei Windstärken von 20 bis 25 Knoten unter Großsegel allein hervorragend ausbalanciert ist. Das Rigg selbst ist ein einfacher 7/8-Slup mit Rollfock, und an Bord verkörpert die Aufteilung die Einfachheit in Reinform: eine Hand am Ruderpinne, die andere an der Großschot. Ein stabiler Sparcraft-Baumwippe hilft beim Trimm des Baums, und Lazy-Jacks für das Großsegel halten alles leicht kontrollierbar, wenn man die Segelfläche verkleinert. Bei 10 bis 12 Knoten Wind in der Chesapeake Bay erwies sich die J/9 als schnell und kursstabil, wobei sie knapp unter den 7 Knoten Geschwindigkeit bei viel Wind lag. Mit einer Segelfläche von 449 Quadratfuß, einem SA/D-Verhältnis von 27 und einem D/L von 116 ist das Boot eher auf Agilität bei leichtem Wind als auf schwere Ballaststabilität getrimmt. (1)
Unterbringung
Die Plicht ist der Mittelpunkt der J/9 und bietet viel Platz mit bequemen Bänken, die mit ebenso komfortablen, praktischen Umschlagpolstern ausgestattet sind, sowie einem leicht zugänglichen offenen Heckklappanker. Unter Deck ist die Kabine eher gemütlich als geräumig: eine Doppelkoje im Salon und eine optionale V-Koje im Vorschiff, ergänzt durch Sitzbänke, Staufächer, öffnende Luken zur Belüftung und sogar eine eigene Bordtoilette im Vorschiff. Die Kabine ist ein Ort, um bei schlechtem Wetter unter Deck zu gehen oder eine kurze Passage zu machen – nicht aber ein Innenraum im herkömmlichen Sinne für das Fahrtensegeln. (1)
Ausstattung und Antrieb
Die J/9 wird serienmäßig mit einem elektrischen Einbaudiesel als Hilfsmotor ausgeliefert, während ein Einbaudiesel oder ein Außenborder optional angeboten werden. Ein B&G Plotter ist auf dem Kajütdach montiert, wo er für den Steuermann gut sichtbar bleibt und die Navigation direkt vor Augen liegt. (1)
Das Fazit
Die J/9 ist ein konzentrierter Daysailer, der Kabinenraum gegen großzügige Plichtmaße und einfache Einhandsteuerung eintauscht. Sie belohnt Segler, die ein modernes, leichtes J/Boats-Design für das Reviersegeln und gelegentliche Übernachtungen ohne die Komplexität einer vollwertigen Fahrtenyacht suchen.
Vorteile
- Das reinen Großsegels ausgerichtete Profil bei starkem Wind sorgt für ruhiges Segeln mit kleiner Crew
- Der offene Spiegel dient gleichzeitig als Bade- und Sprungplattform
- Der Flachkiel erweitert den Revierbereich im Flachwasser
- Das einfache Slup-Rigg mit Rollfock und Lazy-Jacks erleichtert das Handling (1)
Nachteile
- Das gemütliche Unterdeck schränkt längere Aufenthalte an Bord ein
- Der Dieselmotor ist nur optional erhältlich, nicht serienmäßig (1)




