Design und Konstruktion
Die 170 wird im Hunter Advanced Composite Process (ACP) hergestellt, was das Boot leicht, robust und praktisch unversenkbar macht. Die Technik beginnt mit einem wetterbeständigen Polymer außen und einem gewebten Glasfasergewebe innen, wobei zwischen den Schichten Urethan-Schaumstoff injiziert wird. Das äußere Kunststoffmaterial ist schabfest, was das Boot einfach zu reinigen und zu pflegen macht. Hunter Marine beschrieb den Prozess als umweltfreundlich, da der verwendete Kunststoff recycelbar ist und Abfälle aus dem Bauprozess direkt auf der Werftsort wieder eingesetzt werden. Da die Schichten verklebt und nicht laminiert sind, gab die Werft an, dass Delamination unmöglich sei. Der Rumpf ist mit einer fünfjährigen Garantie ausgestattet. Mit 1.500 Pfund eingebautem Auftrieb ist das Boot ein unsinkbares Freizeit-Beiboot. (1)
Rigg und Handhabung
Der Mast ist leicht genug, um von einer Person gestellt zu werden, obwohl es mit zwei Personen einfacher geht. Das fraktionierte Slup-Rigg trägt eine Rollfock, deren Schoten zu Drehblöcken in der Plicht geführt sind, wobei die Rollleine nach achtern geführt und neben der Klampfe für die Steuerbord-Fockschot platziert wird. Das Großsegel ist einfach gehalten und benötigt nur ein Leinenpaar für das Unterliekstrecker und eine Großfall, die vom Cockpit aus am Mast bedient werden kann. Die Großschot liegt nahe am Ruder, dreht sich jedoch, sodass die Crew sie ebenso leicht trimmen kann. Reffpunkte für das Großsegel sind optional; das Testboot kam nur mit zwei Streckfunktionen aus. Unter Segeln dreht sich das Boot schnell auf raumen Kursen, und obwohl es stabil ist, reagiert es empfindlich auf das Gewichtsverteilung an Deck. Die große Breite sorgt für viel Stabilität, und selbst bei voller Krängung zeigte das Boot keine ausgeprägte Luvgierigkeit. Die Werft merkte an, dass sich die Fock auf raumen Kursen leichter einrollen lässt. Ein optionaler asymmetrischer Spinnaker wurde für Segler angeboten, die mehr Spaß auf raumen Kursen suchten.
Schwert, Ruder und Strandtauglichkeit
Das Standard-Schwert hat bei abgesenktem Zustand einen Tiefgang von 4 Fuß 6 Zoll und ist mit einem Gegenholz ausgestattet, sodass es ohne großen Kraftaufwand hochgezogen werden kann. Mit aufgeholtem Schwert beträgt der Tiefgang des Bootes nur noch 6 Zoll, und das klappbare Ruder macht das Anlanden am Strand oder das Parken auf Sandbänken unkompliziert. Ein offener, umklappbarer Spiegel bietet einfaches Zugang für Schwimmen oder Einsteigen, und das aufholbare Schwert mit seinem geringen Tiefgang ermöglicht das Trailern und Trockenfallen.
Unterbringung und Cockpit
Die Cockpit-Anordnung ist aufgeräumt und bietet Platz für sechs Personen mit anpassbaren Bänken, die sich als sehr komfortabel erwiesen haben. Ein Saling etwa drei Fuß über den Sitzen sorgt für eine großzügige Stehhöhe für ein Boot dieser Größe. Im Vorschiff befindet sich im Bugbereich ein mit Segeltuch abgedeckter Stauraum neben Schotbeuteln am Mast. Das Tuch lässt sich leicht öffnen, wenn man nach vorn greifen muss, stützt jedoch das Gewicht eines Menschen beim Ausreichen zu den Vorliek-Klemmen nicht, was das Greifen aus dem Cockpit zu einem langen Weg macht. Eine Fußreling entlang der Mittellinie des Cockpitbodens bietet sicheren Halt, wenn das Boot krängt.
Bekannte Schwachstellen
Das Bugtuch bietet eine Abdeckung für das Gepäck, kann jedoch beim Vorschiffsliegen nicht als Ablage genutzt werden, sodass das Öffnen des Vorstags erforderlich ist, wenn man vorn arbeiten muss.
Das Fazit
Die Hunter 170 ist als leichter, trockenfallender Daysailer erfolgreich, den ein Einzelner mit minimalem Aufwand aufriggen und zu Wasser lassen kann. Ihre ACP-Bauweise, der positive Auftrieb und die einfachen Systeme machen sie zu einem langlebigen und gutmütigen Trainingsboot oder Spielzeug für Seen und Buchten, während das Schwert und der offene Spiegel ihre Nutzbarkeit im Flachwasser und beim Trailern erweitern. Die offene Stauraumplane am Bug ist eher eine kleine Einschränkung als ein Mangel.
Vorteile
- Praktisch unsinkbar mit 1.500 lbs positiver Auftriebskraft und ACP-Kompositbauweise
- Schwert und aufholbares Ruder ermöglichen einen Tiefgang von nur 6 Zoll und einfaches Anlanden am Strand
- Leichter Mast und einfaches Großsegel-System erlauben das einhand aufstellen des Riggs
- Große Breite und 7/8-Rigg sorgen für ein stabiles, leichtgängiges Verhalten bei schlechtem Wetter
Nachteile
- Die Stoffplane für den Bug bietet keinen Halt für eine Person, die sich nach vorn beugt
- Die Reffpunkte des Großsegels waren bei frühen Booten optional und nicht Standard






