Design und Konstruktion
Frers, der seit 1988 jede Hallberg-Rassy geprägt hat, verlieh der 40 ein seefahrerisches Profil, das durch die für die Werft typische feste Windschutzscheibe mit integrierter klappbarer Sprayhood abgerundet wird – eine Funktion, die die Werft 1984 weltweit einführte. Der Rumpf ist von Hand mit Isophthalsäure-Polyester-Gelcoat und Harz aufgelegt, und ein gut durchdachtes Gittersystem ist in den Rumpf laminiert, um die Lasten von Kiel und Mastfuß zu verteilen. Über der Wasserlinie verwenden sowohl der Rumpf als auch das Deck einen Divinycell-PVC-Schaumkern, wobei das Deck an den Beschlags montierten Stellen verstärkt ist. Rumpf und Deck werden vor dem Einbau von Tanks oder Maschinen zusammenlaminiert. Teakdecks, Sülls und Relingverstärkungen sind Standard, und die Jury des Bootsausstellungswettbewerbs bezeichnete sie als Langstrecken-Fahrtenyacht höchster Qualität, die die tiefe Bootsbau-Erfahrung der Werft widerspiegelt und sich später in eine dezente Eleganz veredelte. (1)
Rigg und Handhabung
Die 40 ist eine Masttoppslup mit einem an Deck gesteppten Mast mit doppelten Salingen, unterstützt durch überdimensioniertes stehendes Gut und doppelte Unterwanten zu den Püttingen auf einlaminierten Schotten. Die Standardsegelfläche mit Arbeitsfock beträgt 869 Quadratfuß, steigt mit der Genua auf 1.006 Quadratfuß; eine Rollfock im Mast war optional erhältlich, und die Genuaschienen lassen sich aus der Plicht bedienen. Lewmar 50 Selbstholer liegen im Reichweitenbereich, Fallen laufen zu den an Deck montierten Winschen, und die Großschot am Baumende ist nur mit einer 2:1-Fallverhältnis-Leine zum Lewmar 30 außerhalb des Steuerstands geführt. Das Boot-of-the-Year-Team von Cruising World stellte fest, dass ihr Flossenkiel für präzise Manöver bei sechs bis acht Knoten Wind sorgte, wenn nur das Großsegel gesetzt war. Bei einem schwedischen Sturmtest zeigte die 40 minimale Abdrift und gute Geschwindigkeit, was sie an diesem Tag gegenüber fünf anderen 40-Fuß-Yachten überlegen machte. (1)
Unterbringung
Unter Deck bestimmt lackierter Mahagoni mit handgefertigten geschwungenen Laminatmustern den Ton, und der mit Teak und Holz ausgelegte Boden schützt das Kajütdach. Der Salon kombiniert eine L-förmige Ecke mit Sofakoje oder den berühmten Hallberg-Rassy-Sesseln an Backbord mit einer Sofakoje an Steuerbord, obwohl auch traditionelle Sofas verfügbar waren. Die Stauraummöglichkeiten sind großzügig, und der Durchgang zur Achterkabine profitiert von der Plicht um die Plicht herum. Die Achterkabine selbst bietet zwei volle Matratzen oder eine Inselbett-Koje mit Zugang von beiden Seiten, während eine konventionelle V-Koje im Vorschiff liegt. Eine einzige große Nasszelle achtern des Kartentisches verfügt über eine Duschkabine mit Teakboden sowie eine separate Dusche mit Plexiglaskabine im Raum; alle Duschwasser wird direkt über Bord gepumpt, niemals in die Bilge, und der Edelstahl-Fäkalientank entleert sich durch Schwerkraft. Zehn zu öffnende Luken und Lewmar-Luken sorgen für hervorragende Belüftung der Backskisten und der Kabine.
Motor- und Systemzugang
Ein Volvo Penta D2-55 mit 55 PS und hydraulischer Getriebewelle befindet sich in einem riesigen Maschinenraum, der über Inspektionsluken an Steuerbord sowie über Bodenluken im Vorschiff und in der Plicht zugänglich ist. Der angebolzte Cockpitboden ermöglicht es, den Motor genauso wieder auszubauen, wie er eingebaut wurde. Im Raum untergebracht sind zudem ein Generator, Pumpen, Filter, Ladegerät, Wechselrichter und ein Ersatzpropeller. Zu den elektrischen Reserven gehören eine 115-A- Lichtmaschine am Hauptmotor, eine Standard-Webasto-Dieselheizung, Halogenbeleuchtung und eine zwölf-Volt-Kühlschrankanlage mit optionaler Gefrierfunktion. Der zweiflammige Propangasherd in der Pantry ist mit einer Edelstahl-Schutzabdeckung versehen, und der Kartenwagen gegenüber bietet Platz für die Installation von Elektronik.
Bekannte Schwachstellen
Ein praktischer Mangel, der in den Rezensionen erwähnt wurde, ist die schlechte Zugänglichkeit des vorderen Motors, was den Wechsel der Motorriemen erschwert. Dies ist die einzige dokumentierte ergonomische Kritik an einem sonst gelobten mechanischen Raum. (1)
Das Fazit
Die Hallberg-Rassy 40 ist eine durchdacht konstruierte Hochsee-Fahrtenyacht, die von Testcrew als sicher, solide gebaut, schnell und elegant beschrieben wurde und damit die hohen Standards der Werft übertroffen hat. Ihr Rumpf mit Schaumkern über der Wasserlinie, das einlaminierte Gitterrohr und die CE-A-Zertifizierung eignen sich hervorragend für anspruchsvolles Fahrtensegeln, während der Salon im Armlehnersessel-Stil und die offene Achterkabine längere Aufenthalte an Bord erleichtern. Flachgehende und Rollanlagen-Versionen erweitern ihre Zielgruppe, auch wenn der Zugang zum Motorraum im Vorschiff noch besser sein könnte.
Vorteile
- CE-Kategorie A für unbegrenzte Hochseetauglichkeit mit bewährter Sturmsicherheit
- Markantes festsitzendes Windschott/Dodger und seemannsgerechte Mittelcockpit-Layout
- Großzügiger Stauraum, Salon mit Sofakojen und Stehhöhe im offenen Heckbereich
- Großer, mehrfach zugänglicher Maschinenraum mit angebolztem Cockpitboden zur Entnahme
Nachteile
- Enger Motorzugang im Vorschiff für den Riemenwechsel
- Bescheidene Standard-Wasserkapazität für längere Aufenthalte an Bord






