Design und Konstruktion
Der Rumpf unter der Wasserlinie ist aus massivem GFK gefertigt, während Deck und Überwasserschiff mit einem Balsaholzkern (Endgrain) versehen sind, um die Steifigkeit zu erhöhen und gleichzeitig das Gewicht zu reduzieren. Die gesamte Deck-Rumpf-Verbindung besteht aus GFK- und Polyesterlaminaten. Die Rumpf-Deck-Verbindung nutzt ein überlappendes Schuhkarton-Design, und das Interieur ist im Stickbau um ein Längsträgersystem herum aufgebaut. Die Außenverkleidung besteht großzügig aus massivem Teakholz – Augenbrauen, Handläufe, Fußreling, Niedergangstüren und die Cockpitspritzwand –, während der Ballast aus Blei besteht und vollständig eingegossen (eingekapselt) ist. Unter Deck ist der Großteil des Interieurs aus Bootsbausperrholz mit Teakfurnier und glänzendem Lack verarbeitet, ergänzt durch cremefarbene Laminatpaneele und eine cremefarbene Vinyldecke. Der Boden besteht aus Teak und Eibe, und die Türen sind aus massiven Teakholzpaneelen gefertigt. Gulfstar hielt sogar ein Patent für den Knickspant-Einsatz an den Ecken des Innenausbaus, ein Detail, das die Verarbeitung über typische Serienboote hebt. (1)
Rigg und Handhabung
Der Sailmaster ist als Kutter mit einem weißen, an Deck gesteppten Aluminiummast, außenliegenden Püttingen und einer einzigen Reihe verjüngter Salingen getakelt. Das stehende Gut besteht aus Edelstahlkabeln, die von Oberwanten, zwei Unterwanten und einem geteilten Achterstag unterstützt werden. Das laufende Gut besteht aus doppelt geflochtenem Polyester, und das Ankergeschirr ist als Top-Lift-Anker ausgeführt. Ein Barient #8P und ein Paar Stoppers sorgen für die Bedienung der beiden Reffleinen unter dem Baum. Auf dem Wasser begrenzen die außenliegenden Püttinge die Schotwinkel und schmälern somit die Leistung am Wind, aber der beste Kurs des Bootes liegt auf raumen Kursen, und das Ruder liegt hervorragend aus. Der lange Flossenkiel und das Skeg-aufgehängte Ruder sorgen für eine hervorragende Kursstabilität und verhindern, dass das Ruder bei extremen Winkeln ins Schleudern gerät. Als Motor dient ein 50 PS starker Perkins 4-108 Diesel mit Velvet Drive-Übertragung und V-Antrieb. (1)
Unterbringung
Der Innenraum wird oft als Einzelkabinen- oder Pantry-Vorschiffskonfiguration bezeichnet. Die vorderen Bereiche – V-Koje, Nasszelle und Pantry – liegen tiefer als der erhöhte Hauptsalon. Im Bereich der V-Koje befindet sich an Backbord ein geteilter Kleiderschrank mit Schreibtisch und an Steuerbord eine vierfach ausgeführte Truhe. Gegenüber der Nasszelle erstreckt sich die L-förmige Pantry achtern über acht Fuß und umfasst eine Formica-Arbeitsplatte mit von oben beladbarer Kühlbox, einen kardanisch aufgehängten zweiflammigen Propangasherd mit Backofen sowie eine doppelte Edelstahlspüle mit druckgesteuertem Warm- und Kaltwasser. Die Nasszelle verfügt über eine einteilige GFK-Duschkabine mit Sitz, Druckwasser, ein öffnendes Bullauge, einen Dorade-Lufter und eine zweite Tür zum Salon. Der Salon selbst bietet eine L-förmige Sitzecke an Backbord und eine gerade Sitzecke an Steuerbord; achtern und an Steuerbord befindet sich eine nach achtern ausgerichtete Navigationsecke mit Drehstuhl. Bei der Variante Mk II wurde der tiefe Backbord-Schrank gegen einen flachen Schrank mit Achterkoje ausgetauscht, und der Spirituosenschrank an Steuerbord wurde durch einen zusätzlichen Kleiderschrank ersetzt. (1)
Deck und Ausrüstung
An Deck rahmen angeformte, rutschfeste Seitendecks mit einer Kantenlänge von 18 Zoll und ein 3-Zoll-Tek-Kuvaufbau eine praktische Aufteilung ein. Eine Teak-Ankerplattform am Vorsteven wird von 12-Zoll-offenen Bugklampen, Winden und einem Ankerwinden gefolgt; 63-Zoll-Tek-Geländer und Edelstahl-Lüfterhauben an den Dorade-Kisten verlaufen nach achtern. Der Doghouse ist mit sechs großen festen Bullaugen sowie zwei nach vorn gerichteten Bullaugen ausgestattet. Ein 16-Zoll-Brückendeck lenkt den Großteil des Wassers ab, und die Plicht verfügt über vier 2-Zoll-Eckenentlässe; eine Badeleiter auf der Mittellinie, ein eigener Propangasraum unter dem Steuersitz und ein tiefer Backskasten an Steuerbord, der Zugang zu Motor und Batterie bietet, vervollständigen das Bild.
Bekannte Schwachstellen
Undichtigkeiten an den festen Bullaugen gehören zu den häufigsten Beschwerden von Eignern dieses Entwurfs – ein Fehler, der bei jedem potenziellen Kandidaten für einen Kauf genau untersucht werden sollte. Zu den strukturellen Merkmalen gehören zudem die Aluminium-Bullaugen und -Luken, die bronzenen Seeventile und die Decksränder mit Balsaholzkern. (1)
Das Fazit
Die Gulfstar 39 Sailmaster ist eine durchdacht gebaute Fahrtenyacht, deren Deck mit Balsakern, eingegossener Bleiballast und patentiertem Innenausbau eine reife Produktionsära bei Gulfstar widerspiegeln. Sie opfert Leistung bei viel Wind zugunsten von außenliegenden Püttingen, belohnt das Fahrtensegler-Paar jedoch mit einer Pantry im Vorschiff, einem sicheren Cockpit-Entwässerungssystem und einem ausgewogenen Rudergefühl auf raumen Kursen.
Vorteile
- Einlaminierte Bleiballast mit massivem GFK-Rumpf unter der Wasserlinie
- Teak-und-Esche-Bodenbretter und patentiertes, gewölbtes Innenausbauholz
- Sichere Plicht mit vier Eckentlennen und Brückendeflektor
- Ausgewogenes Rudergefühl und Kursstabilität durch Skeg-Ruder
Nachteile
- Die außenliegenden Püttinge begrenzen die Schotwinkel am Wind
- Fest installierte Bullaugen neigen laut Berichten von Eignern zu Undichtigkeiten











