Design und Konstruktion
Die Antwort von Lostuzzi auf die Anforderungen war ein relativ leichter und steifer Rumpf mit einer kraftvollen Form und einem Deckssprung, der sich nach vorn hin sanft zum Bug verjüngt. Er trägt eine großzügige Breite von 4,50 m und ein tiefes, einzelnes Ruder. Das Bodengruppenrahmen-System nutzt Carbon in hochbelasteten Bereichen wie den Püttingen und dem oberen Teil des Rahmens. Der Salonboden ist auf einem Aluminiumrahmen über diesem Rahmen montiert und nicht direkt daran laminiert. Die Performance-Version wurde mit Vinylesterharz statt Epoxidharz gebaut, und ein fester Komposit-Bugspriet beherbergt die Ankerrolle. Eine breite, komfortable Fußreling mit Speigatten leitet das Wasser nach achtern und über die Bordwand ab, und die flachen Seitendecks bieten dem Steuermann einen stabilen Standplatz. Das Design und die Konstruktion ermöglichen zudem eine modulare Ausstattung von Schränken und Möbeln, wodurch derselbe Rumpf drei Kieloptionen, drei Segelpläne, drei Cockpit-Layouts und drei Baumaterialien aufnehmen kann. (1)
Rigg und Handhabung
Unter Testbedingungen vor Portopiccolo bei 4 bis 13 Knoten wahrem Wind zeigte die 48P das lebendige Leistungspotenzial, das ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 24,0 verspricht. Mit dem entscheidenden Code Zero konnten die Tester bereits bei Windgeschwindigkeiten von 4 bis 5 Knoten mitfahren; als der Wind kurzzeitig auf zweistellige Werte anstieg, erreichte das Boot 8,5 bis 9 Knoten. Bei einer tiefen Kurslage von 135 Grad zum wahren Wind unter dem Code-Segel lief sie bei 11 Knoten Wind immer noch 7 Knoten, und unter nur Genua hielt sie 6,5 bis 7 Knoten bei 9 bis 11 Knoten Wind. Das Decks-Layout für Fahrtensegler in Kombination mit einer Selbstwendefock machte es praktisch für einen Einhandsegler, das Boot aktiv zu bedienen, da eine gute Lücke zwischen Steuerrad und Winschen den Steuermann dazu einlud, sich nach vorn zu setzen und zu trimmen. Ein störendes Manko des Tests war eine anhaltende Luvgierigkeit, die Lostuzzi auf eine zu große Krümmung des Vorstags zurückführte, wie sie für den Test eingestellt war. Das geteilte Achterstag kann zudem dem Steuermann im vorderen Trimmposten beim Stehen im Weg sein.
Unterbringung
Nauta Design gestaltete einen Innenraum, der aufgeräumt wirkt und durch mehrere Kajütaufbaublenden und Rumpfluken viel Licht hereinlässt. Der Salon bietet Platz für acht Personen um den festen Tisch herum, und beide Sofakojen sind lang genug zum Schlafen. Die Standardversion verzichtet auf eine eigene Navigationsecke und nutzt nur eine Schalttafel hinter dem Steuersitzsofa. Die Steuerbordkabine bietet Platz für zwei Einzelkojen und verfügt über einen eigenen Zugang zu einer zweiten Nasszelle mit separater Dusche, Sitzbank und einem wetterfesten Kleiderschrank. Im Vorschiff ist die Stauraumkapazität dank tiefer Schubladen unter der zentralen Koje und erhöhter Schränke hoch an den Rumpfwänden wirklich gut. Die Performance-Version erhält eine größere, L-förmige Pantry und deutlich mehr Stauraum als die Schwestermodelle aus der Race-Serie, obwohl die Pantry selbst bescheiden bleibt: ein großes Resin-Arbeitsfeld mit Schneidebrett, ein zweiflammiger Herd und begrenzter Platz für Töpfe und Pfannen. In der Plicht flankieren lange Bänke einen großen festen Tisch, folgen jedoch der italienischen Mode mit recht niedrigen Rückenlehnen, und abgesehen von der Sprayhood gibt es wenig Schutz für die im Cockpit Sitzen. Schränke auf den Cockpitbänken wurden zugunsten der Stehhöhe in der Achterkabine aufgegeben, sodass nur noch der zentrale Heckschrank übrig blieb, der groß genug für ein Beiboot mit Aufblasfunktion ist.
Bekannte Schwachstellen
Das geteilte Achterstag, das das Rigg trägt, drängt sich zudem in den persönlichen Raum des Rudergängers und blockiert die Toilette, wenn man vor dem Rad steht, um zu trimmen – eine echte Störung auf einem Boot, dessen Decksplan genau diese Haltung fördert. Die Plicht bietet kaum Schutz außerhalb der Sprayhood, sodass die Crew bei allen Bedingungen außer bei Flaute ungeschützt sitzt. Die bescheidenen Stauflächen in der Pantry und die Begrenzung auf zwei Kochplätze sind Teil des Standardplans und schränken jeden Eigner ein, der vor Anker anspruchsvolle Mahlzeiten erwarten möchte. Keines dieser Mängel ist strukturell bedingt, aber jeder prägt den Alltag an Bord. (1)
Das Fazit
Die Grand Soleil 48 Performance ist eine wirklich vielseitige, sportliche Fahrtenyacht, die ihr „Transformer“-Label durch echte Layout- und Ausrüstungsoptionen und nicht durch Marketing-Sprache verdient. Sie segelt für ihre Verdrängung von 25.353 Pfund bei leichtem Wind mit bemerkenswerter Geschwindigkeit, und ihre modulare Innenraumkonstruktion ermöglicht es den Käufern, das Boot ohne Custom-Bau anzupassen. Die Kompromisse sind typisch für diese Klasse – begrenzte Schutzausstattung der Plicht, eine minimalistische Pantry im Standardtrimm und ein Achterstag, der Aufmerksamkeit erfordert, wenn man die Vorsegel trimmt.
Vorteile
- Leichter, steifer Rumpf mit kohlefaserverstärkten Püttingen und Gittertopps
- Hervorragende Leichtwindleistung durch Code Zero, die bis zu 4–5 Knoten Windgeschwindigkeit ausreicht
- Modulares Ausstattungskonzept ermöglicht ungewöhnliche Individualisierungen für eine Serienyacht
- Nauta-Innenausbau mit Salon für acht Personen und langen Sofakojen
Nachteile
- Das geteilte Achterstag behindert den Rudergänger beim Aufstehen zum Trimmen
- Minimale Schutzfunktion für die Plicht außerhalb des Sprayhoods
- Die Standardpantry ist auf zwei Herde mit unzureichender Topflagerung beschränkt
- Keine eigene Navigationsecke im Standardlayout




