Design und Konstruktion
Bis 1980 basierte jedes Gozzard-Design auf einem traditionellen Langkiel, aber Mitte der 1980er Jahre entwickelte die Werft das Unterwasserschiff weiter und führte den Brewer Bit ein – eine modifizierte Kielform, die erstmals von Ted Brewer gezeichnet wurde. Bei der 36 wurde dies zu dem von Gozzard als modifizierter 4-Fuß-Kiel mit weniger als 5 Fuß Tiefgang bezeichneten System, kombiniert mit einem Skeg-aufgehängten Ruder und einem externen Bleikiel, der reichlich Ballast liefert, um die Stabilität zu erhalten. Der Rumpf ist außer im Bereich direkt um die Borddurchlässe herum mit Balsaholzkern gebaut. Diese Konstruktionsentscheidung sorgt für hohe Steifigkeit der Paneele, während festes Laminat dort belassen wird, wo Wassereintritt am meisten Schaden anrichten würde. Zeitgenössische Berichte weisen darauf hin, dass sich die Bauqualität über die gesamte Produktionszeit hinweg stets auf hervorragendem Niveau bewegte, und es wurden keine schwerwiegenden Probleme bezüglich der robusten Bauweise des Bootes gemeldet. Im Laufe der 15-jährigen Produktionserfolge wurden am Entwurf verschiedene Änderungen vorgenommen, und sowohl die reichhaltig ausgestatteten Innenraumaufteilungen als auch die Motorisierung und die Leistungsentfaltung entwickelten sich kontinuierlich weiter. (1)
Rigg und Handhabung
Die 36 ist ein Kutter mit bis zu 93 m² Segelfläche (1.000 Quadratfuß), einem Mast unter 50 Fuß und einer Breite von 12 Fuß, was für breite Seitendecks sorgt, die ein sicheres Handling der Segel ermöglichen, obwohl Doppelrollanlagen den Großteil der Arbeit an den Vorsegeln übernehmen. Die Plicht ist so breit, dass Gozzard einen kastenförmigen Inselpod direkt vor dem Steuerstand installierte, der als Tisch, Fußstütze und Plattform für Winschen sowie den Traveller der Großschot dient. Eigner berichten, dass das Boot leicht zu segeln ist und sich in zwei Bootslängen drehen lässt – eine Manövrierbarkeit, die durch die Rumpfform unterstützt wird, während der Propeller geschützt bleibt. Ein langjähriger Eigner beschrieb sie als Boot, das zwar nicht so hoch am Wind läuft wie einige andere Boote, aber mit Cabo Ricos und Island Packets Schritt halten kann. Mit einem standardmäßigen 46-PS-Westernbeke-Diesel erreicht sie sehr komfortabel 7 Knoten, und ausgestattet mit einem Kiwi-Profil läuft sie bei 7 Knoten mit 1.500 U/min.
Unterbringung
Der Innenraum ist selbst für Fahrtenyachten dieser Größe unkonventionell gestaltet. Ein System aus verschiebbaren Schotten und multifunktionalen Geräten ermöglicht eine flexible Aufteilung der Kabine. Gozzard integrierte zwei Sofakojen im Vorschiff, die zusammengezogen eine Doppelkoje auf der Mittellinie bilden und so auf den üblichen Kompromiss einer festen V-Koje verzichten. Die Pantry ist mit einem zweiflammigen Herd mit Backofen, einer tiefen Edelstahlspüle, einer großen Arbeitsplatte und Staufächern an der Decke ausgestattet. Zudem gibt es eine Navigationsecke, eine große Achterkoje und eine Nasszelle mit separater Duschkabine – letztere ist bei 36-Fuß-Ankerbooten selten zu finden. Zwei Schmetterlingsluken mit lackierten Holzpaneelen verleihen dem Boot Eleganz, und das niedrige Freibord erleichtert das Be- und Verlassen des Bootes über den Steg oder ein Beiboot. Der breite Bugkorb bietet Platz für schwere Anker, und ein klappbarer Heckausleger dient gleichzeitig als Badeplattform mit Leiter. (1)
Motor-Evolution
Die Leistung veränderte sich über die Serie hinweg deutlich. Die Rümpfe Nr. 1 und 3 waren mit 33 PS starken Westerbeke-Dieseln ausgestattet, die nächsten vier Dutzend Yachten erhielten den Standardmotor mit 46 PS oder optional mit 52 PS, und ab Rumpf Nr. 52 wurde der 63 PS starke Motor zum Standard. Eigner berichten, dass der 52 PS starke Motor ein wirtschaftliches Segeln bei 6 bis 7 Knoten ermöglicht und gleichzeitig genügend Leistung besitzt, um durch Kabbelwasser zu schneiden. Dies bestätigt die Fähigkeit des Bootes, auch unter Motor anspruchsvolle Bedingungen zu meistern.
Bekannte Schwachstellen
Einige Punkte im Laufe der Jahre haben zu Beschwerden geführt. Einige Eigner berichten, dass die Plicht bei Volllaufen zu großzügig bemessen und langsam abläuft – eine Folge der Breite, die das Segelhandling und den Komfort vor Anker jedoch deutlich erleichtert. Andere erwähnen die hohe Pflegeaufwand beim Lackieren des vielen Teaks, was eher eine wiederkehrende Wartungsaufgabe als ein strukturelles Problem ist. Der Rumpf mit Balsaholzkern erfordert bei den Borddurchlässen besondere Aufmerksamkeit, da undichte Dichtungen an diesen festen Laminaträndern dazu führen können, dass Wasser in den umgebenden Kern eindringt.
Das Fazit
Die Gozzard 36 ist eine durchdacht konstruierte Blauwasser-Kutter, die Regatta-Schärfe gegen Komfort für das Wohnen an Bord und ein wirklich anpassungsfähiges Innenraumkonzept eingetauscht hat. Ihr modifizierter Brewer Bit-Kiel, der Bleiballast und das Skeg-aufgehängte Ruder sorgen für beruhigende Stabilität, während sich die sich wandelnden Motoroptionen späteren Rümpfen mehr Autorität beim Fahrtensegeln verleihen. Sie ist ein Boot, das am besten von einer segelnden Paar geschätzt wird, das Bootseigenschaften und flexible Räume über den Höhepunkt am Wind stellt.
Vorteile
- Hervorragende, konstante Bauqualität über alle 84 Rümpfe hinweg
- Ungewöhnliches Innenraumkonzept mit Schiebeluken und umbaubarem Mittelbett
- Getrennte Duschkabine – selten bei einem 36-Fuß-Boot
- In zwei Bootslängen unter Motor oder Segeln manövrierbar
Nachteile
- Breite Plicht, die bei Volllaufen langsam leert
- Viel Teakholz erfordert regelmäßige Pflege des Lackes
- Läuft nicht so hoch am Wind wie reine Performance-Cruiser






