Design und Konstruktion
Gibert Marine baute die Gib'Sea 116 als massiven GFK-Rumpf mit Flossenkiel und Skeg-Ruder, was unter der Wasserlinie die typische Konstruktionsweise der Werft aus den 1980er Jahren widerspiegelt. Ihr Bleiballast von 6.200 Pfund und die Breite von 12,5 Fuß bieten eine stabile, berechenbare Plattform; das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von etwa 232 kennzeichnet sie eher als moderate Fahrtenyacht als als spartanischen Regattakutter, und das Komfort-Ratio von 25,8 entspricht einem Boot, das für längere Küsten- und Offshore-Passagen konzipiert ist. Das Kenterungsverhältnis von 1,97 liegt im Bereich, was man von einer 40-Fuß-Fahrtenyacht erwarten würde – außerhalb des extremen Überlebensbereichs, aber sicher innerhalb der normalen Grenzen für Freizeitboote. Eine Version mit Flachkiel wurde angeboten, die nur knapp über fünf Fuß Tiefgang hatte und etwas mehr Verdrängung und Ballast aufwies als der Standard-Flossenkiel – eine nützliche Alternative für Reviere mit geringem Tiefgang. (1)
Rigg und Handhabung
Die Gib'Sea 116 ist eine Masttoppslup mit einer Segelfläche von etwa 592 Quadratfuß. Dies ergibt im Verhältnis zu ihrer Verdrängung ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 14,6 – ausreichend, um sie bei leichtem Wind in Fahrt zu halten, ohne dass eine große Crew erforderlich ist. Ihre Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 7,54 Knoten, und der S#-Wert von 2,1 ordnet ihre Leistung eindeutig in die Kategorie der moderaten Fahrtenyachten statt in den Bereich der lebhaften Sportboote. Das Skeg-aufgehängte Ruder hinter dem Flossenkiel bietet gute Steuerwirkung und Schutz vor Grundberührungen – eine vernünftige Wahl für ein Boot, von dem viele direkt in den Charterbetrieb gingen.
Unterbringung
Die Standard-Gib'Sea 116 war als Fahrteninterieur aufgeteilt, aber auch eine MASTER- oder Eignerversion war für Privatkäufer erhältlich, die eine andere Kojen- und Stauraum-Anordnung als die Boote im Charterzustand wünschten. Viele Boote der Klasse wurden direkt an den Chartermarkt verkauft, was bedeutet, dass ein erheblicher Teil der überlebenden Exemplare die Verschleißmuster und vereinfachten Systeme des kommerziellen Einsatzes zeigt, anstatt die sorgfältige private Nutzung eines Eigners. Die Wasserkapazität von 100 Gallonen und die Kraftstoffkapazität von 41 Gallonen sind großzügig für eine 40-Fuß-Yacht dieser Ära und ermöglichen ausgedehnte Törns ohne ständiges Nachtanken.
Refits und Eignerschaft
Da viele Gib'Sea 116 ihr Leben als Charterboote begonnen haben, sollten potenzielle Eigner damit rechnen, dass ein bestimmtes Exemplar in seinen frühen Jahren intensiv genutzt wurde, bevor es in private Hände gelangte. Der Volvo Penta-Diesel mit 50 PS ist eine unkomplizierte und gut unterstützte Installation, und die solide Rumpfkonstruktion bedeutet, dass unter der Wasserlinie kein Sandwich-Laminat vorhanden ist, das Feuchtigkeit speichern könnte. Die Variante mit Flachkiel spricht insbesondere Eigner an, die das Segeln im Schutz der Dünen über die absolute Leistung am Wind stellen.
Das Fazit
Die Gib'Sea 116 ist eine durchdacht proportionierte Fahrtenyacht mit moderater Verdrängung aus der letzten unabhängigen Dekade von Gibert Marine. Sie verfügt über einen praktischen Rumpf von Joubert-Nivelt, vernünftige Rigg-Daten und ein geräumiges Innenraumkonzept, das durch eine solide Tankkapazität unterstützt wird. Die starke Präsenz im Charterbereich ist die einzige Einschränkung: Viele Boote müssen auf Spuren von Überbeanspruchung in jungen Jahren sorgfältig inspiziert werden. Ein gut gepflegtes Exemplar belohnt seinen Eigner jedoch mit einer stabilen, seetüchtigen 40-Fuß-Fahrtenyacht.
Vorteile
- Mäßiges Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 37,6 Prozent mit Bleikiel für berechenbare Stabilität
- Großzügige Wasserkapazität von 100 Gallonen und Kraftstoffkapazität von 41 Gallonen für ein 40-Fuß-Boot
- Am Skeg aufgehängtes Ruder schützt die Steueranlage hinter dem Flossenkiel
- Eigner-Layout verfügbar neben dem Standard-Charter-Layout
Nachteile
- Viele Exemplare begannen ihren Dienst im Charter und weisen entsprechende Verschleißerscheinungen auf
- Das einzelne Modelljahr 1984 schränkt die Ersatzteilverfügbarkeit und den Austausch innerhalb einer Produktionsreihe ein











