Design und Konstruktion
Die 3200 markiert einen bedeutenden Schritt bei der Rumpfschutztechnologie von Gemini und ist das erste Modell der Reihe, dem eine Vinylesterharzschicht im Laminat des Rumpfes zugesetzt wurde, um Osmoseblasen vorzubeugen. Der Rumpf selbst ist aus massivem GFK gefertigt, ebenso wie das Deck, welches kein Sandwichdeck aufweist. Eine entscheidende strukturelle Entscheidung ist die Verwendung freischwebender Schotten, die nicht mit dem Rumpf laminiert sind – ein bewusst aus der Luftfahrt übernommenes Prinzip. Berichten zufolge haben diese Strukturen ihre Festigkeit über die gesamte Lebensdauer des Bootes hinaus voll bewiesen. Jeder Rumpf verfügt über ein polyurethanbeschichtetes Sperrholz-Schwert, das sich vollständig einziehen lässt, was dem Boot bei aufgeholten Schwertern einen geringen Tiefgang von 18 Zoll und bei abgesenkten Schwertern 4 Fuß 9 Zoll verleiht. (1)
Rigg und Seeverhalten
Aufgrund des hohen Freibords und des geringen Tiefgangs kann die 3200 in engen Häfen wie bei Anlegestellen für Yachten eine Herausforderung sein. Die Brücke, die die beiden Rümpfe verbindet, liegt ziemlich tief, und bei kurzem, steilem Seegang neigt das Boot unter Überlastung zum Einsetzen (Slamming). Dieses Verhalten wird durch Überladung noch verschärft. Dennoch berichten Eigner überwiegend von zufriedenstellenden Leistungen unter den meisten Bedingungen. Die Breite von 14 Fuß – die in der gesamten Gemini-Reihe konstant gehalten wurde – ermöglicht es dem Boot, in einen größeren Hafenplatz zu passen und mit Standard-Liegekrane an den meisten Werften aufgebockt oder zu Wasser gelassen zu werden. (1)
Unterbringung
In puncto Wohnkomfort übertrifft die 3200 ihre Größe bei weitem. Eine eigene Kabine bietet den Eignern eine komfortable Doppelkoje, während zwei zusätzliche Doppelkabinen Gäste-Paaren einen privaten Rückzugsort bieten. Die Nasszelle ist groß genug, um darin bequem zu duschen, und eine Sitzecke bietet Platz für die gesamte Crew beim Essen. Eine gut dimensionierte Pantry und eine Plicht, die für alle Gäste ohne Enge ausreicht, runden ein Layout ab, das weit über die Maße einer 32-Fuß-Yacht hinausgeht.
Bekannte Schwachstellen
Mehrere wiederkehrende Schwachstellen lassen sich auf den Außenbordmotor und die alternden Systeme der 3200 zurückführen. Ältere Geminis, einschließlich dieses Modells, werden von Außenbordmotoren mit meist rund 40 PS angetrieben, und ein extrem langer 25-Zoll-Schraubenschwanz ist für die volle Leistung unerlässlich – ein Teil, das bei einem Motortausch in diesem Leistungsbereich schwer zu beschaffen sein kann. Die Unfähigkeit des Außenborders, ausreichend Stromstärke zu erzeugen, ist ein großer Nachteil für Fahrtensegler, die stromhungrige Kühlschränke betreiben, und dessen Kühlkreislauf kann nicht genutzt werden, um Trinkwasser zu erwärmen. Die Antwort der Werft waren Gaskochfelder und -kühlschränke für Heizung und Kühlung, die effizient, aber gefährlich sind, wenn sie nicht ordnungsgemäß installiert, belüftet oder gewartet werden. Bei einigen Modellen wurde berichtet, dass Wasser in die Auftriebskörper eindrang und aufgrund fehlender Inspektionsluken unbemerkt blieb. Auf dem Backbordrumpf liegt der Lenzdeckel des Segelschuppens unter Segeln im Wasser und lässt so Wasser eindringen. Undichte Fenster sind bei älteren Booten nach wie vor ein Problem.
Das Fazit
Die Gemini 3200 ist ein praktischer, komfortabler Küstenkatamaran, der aus einem langjährigen Entwurf der 1980er Jahre hervorgegangen ist und durch eine blasenresistente Rumpfharz-Beschichtung verbessert wurde. Ihr offenes, einladendes Innenraumkonzept und der geringe Tiefgang sind echte Stärken. Käufer sollten jedoch die harte Einsetzung des Brückendecks im Kabbelwasser, die elektrischen Grenzen eines Außenborders und die Wassereinbruchspuren berücksichtigen, die eine wachsame Inspektion erfordern.
Vorteile
- Eignerkabine mit Queen-Size-Koje plus zwei Doppelkabinen für Gäste
- Einziehbare Schwerter sorgen für einen geringen Tiefgang von 18 Zoll
- Vinylester-Rumpflaminat zur Osmosevorbeugung eingeführt
- Freischwimmende Schotten sollen extrem langlebig sein
Nachteile
- Das niedrige Brückendeck schlägt bei kurzem, steilem Seegang unter Last durch
- Der Außenborder begrenzt die Stromstärke für Kühlschrank und Warmwasser
- Auftriebskörper und Segelkasten neigen zu unbemerkt eindringendem Wasser
- Fensterleckagen sind bei älteren Exemplaren häufig











