Design und Konstruktion
Was dem Betrachter zuerst ins Auge fällt, ist der traditionell geneigte Spiegel – ein bewusster Rückgriff, mit dem die Konstrukteure das Deck und die Plicht verlängern wollten, während sie gleichzeitig die maximale Breite im Achterschiff minimierten, die durch die Regeln bestraft wurde. Im Querschnitt ist der Bug rund und das Heck eingezogen; im Profil blickt der Kimm nach oben und sorgt für eine wunderschöne Linie. Das Rumpfprofil zeigt eine sanfte Kurve zum Vorfuß, was auf tiefe V-Schnitte hinweist. C&C bevorzugte eindeutig den stark zurückgepfeilten Kiel in Kombination mit einem Scimitar-Ruderprofil, das die Werft über eine lange Reihe von Entwürfen hinweg nutzte. Das Boot ist aus massivem GFK mit Holzverzierungen, einem intern montierten Spatenruder und einem gepfeilten, festen Flossenkiel gebaut. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,54 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 245 liegt die 39 fest im Bereich der moderaten Verdrängung nach IOR-Vorgaben, anstatt der schlanken Silhouette nach CCA, die sie ersetzt hat. (1)
Rigg und Seeverhalten
Das IOR-Konstruktionslimit erlaubte es der C&C 39, für dieselbe Wertung ein weitaus größeres Rigg zu führen als eine Cal 40, und die Zahlen bestätigen dies: Die I-Dimension ist fünf Fuß höher als bei der Cal 40, und das Vorsegeldreieck ist fast 50 Prozent größer als die Großsegelfläche. Dieses große Vorsegeldreieck ermöglichte es, einen riesigen Spinnaker zu fahren, was das Boot bei leichtem Wind sehr schnell machte und es am Wind weit schneller segeln ließ als die alten CCA-Typen. Zeitgenössische Tests zeigten, dass sie die Cal 40 bei leichtem bis mäßigem Wind vor dem Wind klar abhängte. Die Version mit hohem Mast weist im PHRF-System einen Durchschnittswert von 105 auf. Die tief V-förmigen Bugsektionen und der zurückgepfeilte Kiel verliehen ihr das Verhalten eines echten Regatta-/Fahrtenbootes, das sich auch als hervorragende Hochsee-Fahrtenyacht erwies. (1)
Unterbringung
Unter Deck war der Innenraum hervorragend aufgeteilt und deutlich geräumiger als bei der Cal 40 – ein echter Vorteil durch den durch das IOR-Regelwerk ermöglichten Decksverlängerung. Eine subtile Blase, die auf die Krümmung des Kajütaufbaus aufgebracht ist, erhöht die Stehhöhe im Achterschiff, und die Aufteilung umfasst eine größere Pantry sowie Wachkojen, die von einem Rezensenten besonders gelobt wurden. Das Ergebnis ist ein Boot, das die Praktikabilität einer Regatta-Plicht mit komfortablem Wohnraum für Törns verbindet, ohne auf die Kompromisse zurückgreifen zu müssen, die spätere Charter-Layouts mit sich brachten.
Das Fazit
Die C&C 39 ist eine kleine Serie mit großem Ruf: ein echter IOR-Pionier, der die Trägheit des alten CCA gegen ein hohes Rigg und einen geräumigen, durchdachten Innenraum eintauschte. Vierundvierzig Boote bedeuten Seltenheit, aber der zweckmäßige Charakter des Entwurfs und seine Hochseetauglichkeit halten ihn für Segler relevant, die eine zeitgemäße Regatta-/Fahrtenyacht mit echter Geschwindigkeit suchen.
Vorteile
- Eines der ersten Serienboote, die für die IOR-Formel konzipiert wurden und mit einem Rigg ausgestattet sind, das deutlich größer ist als vergleichbare Regattaformeln zuließen
- Sehr schnell bei leichtem Wind und spürbar am Wind wendiger als Boote aus der CCA-Ära
- Geräumiger, gut durchdachter Innenraum mit einer erhöhten Kajütaufbauten (Hausdome) zur Steigerung der Stehhöhe und einer vergrößerten Pantry
Nachteile
- Nur 48 gebaut, was die Verfügbarkeit begrenzt
- Benzinmotor Atomic 4 in einer Ära, die sich dem Diesel zuwandte
- Der aus der IOR abgeleitete Kompromiss bei Spiegel und Umfang veraltet die Rumpfform











