Design und Konstruktion
Die 1020 wurde von Anfang an mit Merkmalen konstruiert, die den Bau beschleunigen, das Gewicht minimieren und die Festigkeit verbessern sollten. Zentral dafür war ein umfassendes internes Bodengruppen- und Mastgerüst-System, bei dem Mastfüße und Kielwrangen direkt in den Rumpf einlaminiert wurden. Dies positionierte auch Schotten, Kojen, Pantry, Tanks und Motorlager präzise für ein professionelles Ergebnis – selbst bei Selbstbauten. Um die Einheitsklasse zu schützen, mussten Schlüsselkomponenten wie Maste, Kiele und Ruder von Sea Nymph bezogen werden. Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle sowie strenge Laminatvorschriften machten Osmose auf diesen massiven GFK-Rümpfen relativ selten; ein langjähriges Exemplar aus der Werft aus dem Jahr 1988 zeigt nach wie vor den originalen Gelcoat ohne Anzeichen von Osmose. (1)
Rigg und Handhabung
Als echtes Segelboot liefert die 1020 unter fast allen Bedingungen hervorragende Leistungen, wobei ihr bester Wind für das Segeln am Wind liegt. Der leicht zu segelnde Rumpf sorgt dafür, dass auch bei reduzierter Segelfläche eine Marschgeschwindigkeit von sechs Knoten oder mehr gehalten werden kann. Bei gutem Wind erreicht sie unter Spinnaker bis zu 16 Knoten. Das schnelle Reffen unter dem Kite kann das Ruder jedoch schwer machen, aber durch aufmerksamen Trimm bleibt es gut beherrschbar. Eigner bestätigen diese Werte: Einer beschreibt sein Boot als solides Boot, das mit sechs Knoten plus sowohl unter Segeln als auch unter Motor komfortabel läuft, und ein anderer nennt sie die letzte echte Regatta-/Fahrtenyacht, die in den Küstengewässern Neuseelands mit allem fertig wird. Die Hard Labour der Klasse bewies die Vielseitigkeit der Plattform, als sie 2005 das RNI-Rennen im IMS-Handicap gewann. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum perfekt auf ein Paar zugeschnitten, und Eigner nutzen ihn auch für das Einhandsegeln – eine Skipperin mit über zwanzig Jahren Erfahrung bemerkt, dass sie weder zu groß noch zu klein ist und sich hervorragend allein segeln lässt, während sie und ihr Mann den offenen Spiegel, die einfache Steuerung und das komfortable, praktische Layout schätzen. Die präzise Positionierung von Kojen, Pantry und Tanks durch die Bodengruppe verlieh selbst Booten, die vom Eigner selbst fertiggestellt wurden, eine strukturierte Raumaufteilung für das Wohnen an Bord. (1)
Bekannte Schwachstellen
Eine bekannte Schwachstelle war die Pütting an Backbord bei von Privatpersonen fertiggestellten Booten, was mittlerweile behoben wurde. Es hat vereinzelt zu Fällen gekommen, in denen sich das innere Gitter nach einer schweren Grundberührung vom Rumpf gelöst hat – eine Erinnerung daran, dass das verklebte Gitter nur so solide ist wie der Aufprall, den es absorbiert. Bei intensiv gesegelten Booten weisen Exemplare oft Dellen, Beulen und Gelcoat-Risse auf, und kleine Risse können im Mast des frühen Modells an der Stelle auftreten, an der das Vorstag befestigt ist, insbesondere bei Booten mit viel Segelhistorie. In diesem Alter können Fenster und Luken durchdringen lassen, und wenn sie zu lange vernachlässigt werden, können sie die Sperrholzpaneele im Innenraum durch Feuchtigkeit beschädigen. Der Gelcoat an Deck ist oft verblasst. Originalmotoren sollten mit Skepsis betrachtet werden, bis das Gegenteil bewiesen ist. (1)
Refits und Eignerschaft
Die Entwicklung von Motor und Rigg prägt die Historie der Eigner. Der Volvo mit 20 PS ist ausreichend, falls ein Austausch erforderlich ist, obwohl einige Eigner für das Fahrtensegeln einen größeren 30-PS-Motor bevorzugen. Ein Boot tauschte vor einem Jahrzehnt seinen ursprünglichen Volvo 2002 gegen einen D1-20 aus, was bei gleicher Leistung durch den zusätzlichen Zylinder zu mehr Seetüchtigkeit führte; ein anderes Boot wechselte von einem Volvo 2002 zu einem Yanmar 30 und verbesserte so das Motoren unter ungünstigen Bedingungen erheblich; ein drittes Boot ersetzte einen Bukh mit 20 PS durch einen leichteren, kleineren und feinfühligeren Volvo mit 27 PS. Nach dem Mastbruch im Jahr 2015 ersetzte ein Eigner das gesamte Rigg. Andere fügten eine Rollfockanlage hinzu, um das Einhandsegeln zu erleichtern, und ließen Fenster sowie Luken erneuern. Die Klasse hat in fast vierzig Jahren nur wenige kleine Änderungen zugelassen, und die Klassenvereinigung – gegründet von Sea Nymph und McDell – führt rund 60 Boote in ihrem Register mit Flotten in Half Moon Bay, Westhaven und Gulf Harbour. (1)
Das Fazit
Die Farr 1020 überdauert, weil sie von Anfang an genau das Richtige war: eine echte Regatta-/Fahrtenyacht mit Einheitsklassen-Disziplin, die die Flotte eng zusammenhält und die Boote fair macht. Sie ist leicht zu segeln, steif am Wind und verzeiht Fehler beim Schlusskurs oder bei der Eignung. Dem Käufer bleibt nur zu raten, die wenigen bekannten strukturellen und altersbedingten Schwachstellen zu respektieren.
Vorteile
- Der strikte Einheitsklassen-Status schont den Wert und sorgt für enge Regatten
- Der leicht anspringende Rumpf läuft unter reduzierter Segelfläche mit sechs Knoten oder mehr
- Das stabile innere Gitter ermöglicht eine präzise, professionelle Innenraumaufteilung
- Osmose ist dank kontrollierter Bauweise relativ selten
Nachteile
- Schwachstelle an der Pütting-Pforte an Booten mit Eigenbau-Rumpf (inzwischen behoben)
- Das Innengitter kann sich nach einem schweren Grundberührung lösen
- Originale Motoren sind bis zum Gegenteil bewiesen verdächtig; frühe Masten können am Vorstag reißen
- Fenster, Luken und verblasster Gelcoat sind typisch für das Alter









