Design und Konstruktion
Bruce Farr entwarf die Farr 38 als GFK-Rumpf mit einem Blei-Flossenkiel und einem Spatenruder. Das Kielmaterial bietet einen Gewinn von 44 Prozent gegenüber Eisen und ermöglicht ein kleineres, trägheitsärmeres Anhang mit geringerer benetzter Widerstandskraft. Die Rumpfform weist wenig Widerstand auf, mit einem feinen Vorschiffseintritt, der das Boot auch im Kabbelwasser oder bei schwerer See komfortabel am Wind laufen lässt. Eigner aus dieser Ära berichten, dass das Boot robust konstruiert war und nach einem Leck noch aufrecht zu bleiben pflegte – eine für das Fahrtensegeln konzipierte Philosophie, die sich auch im Innenraumplan widerspiegelt. Der Konstrukteur entschied sich für einen etwas geräumigeren Rumpf als viele seiner Zeitgenossen, sodass das Boot unter Deck mehr Platz bietet als 58 Prozent vergleichbarer Entwürfe, bei einem Längen-Breiten-Verhältnis von fast 3,2. (1)
Rigg und Handhabung
Die Farr 38 ist als 7/8-Slup getakelt und verfügt über einen relativ kleinen Segelplan, bietet jedoch ein großzügiges Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis, das Datenbankvergleiche im Vergleich zu 99 Prozent aller ähnlichen Boote als übertakelt ausweisen. In der Praxis sorgt dieses Rigg dafür, dass sich das Boot schnell auf neue Geschwindigkeitsstufen einstellt, beschleunigt oder abbremsen kann und eine minimale Überlappung der Fock trägt, die von etwa 3 Knoten bis ca. 30 Knoten Wind effektiv bleibt, ohne dass sie eingeholt werden muss. Kleinere Vorsegel erleichtern das Wenden – ein Vorteil sowohl für Fahrtensegler als auch für Regattasegler –, obwohl für optimale Geschwindigkeit vor dem Wind meist ein Gennaker oder Spinnaker benötigt wird. Der Flossenkiel sorgt für hervorragende Manövrierbarkeit im Hafen und in engen Revieren, mit dem Nachteil einer geringeren Kursstabilität im Vergleich zu einem längeren Kiel. (1)
Leistung
Eigner berichten von einer enormen Stabilität für ein Boot dieser Länge und Verdrängung, die sich in einem sehr seetüchtigen Verhalten mit ordentlichem Bewegungskomfort niederschlägt. Der leichte Rumpf mit geringem Widerstand und das 7/8-Rigg ermöglichen es ihr, bei starkem Wind zweistellige Geschwindigkeiten zu erreichen. Bei etwa 10 Knoten Windstärke hält sie stabil, surft bei 20 Knoten Wind im oberen Bereich und geht bei starkem Wind über 14 Knoten ins Surfen über. Sie segelt auch bei schweren Bedingungen gut und wird als großartige Allrounderin ihrer Ära und Preisklasse gelobt.
Unterbringung
Im Inneren folgt die Farr 38 einem hochseetauglichen Layout mit guten Seekojen, und der ursprüngliche Decksplan war darauf ausgelegt, eine große Crew aufzunehmen, anstatt die Körper im Salon zu konzentrieren. Eigner berichten von einfachen Systemen überall an Bord, was Wartung und Fehlerbehebung unkompliziert macht. Das Boot verfügt zudem über große Wassertanks und großzügige Stauraumkapazitäten für Verbrauchsmaterialien, was längere Passagen ohne ständige Nachlieferungen ermöglicht.
Bekannte Schwachstellen
Der wichtigste dokumentierte Mangel ist die Kraftstoffkapazität: Der Standardtank ist sehr klein, obwohl einige Farr 38 mit einem zweiten Tank ausgestattet wurden, was die Gesamtkapazität auf rund 35 Gallonen erhöht. Ein Eigner berichtete von einer Passage von Kapstadt nach Karibik mit weniger als 12 Gallonen, was zeigt, dass der bescheidene Tank für Segler, die selten motoren, völlig ausreicht.
Das Fazit
Die Farr 38 ist ein äußerst vielseitiges Farr-Design, das die Geschwindigkeit einer Leichtdeplacement-Yacht mit überraschender Stabilität und einem für kleine Crews geeigneten Rigg verbindet. Ihre einfachen Systeme und das Layout für Langstrecken eignen sich hervorragend für Paare oder eine kleine Crew auf Küsten- oder Blauwasserpassagen, während der Blei-Flossenkiel und der strömungsgünstige Rumpf lebendige Segeleigenschaften liefern, ohne dass eine Regattacrew an Bord sein muss. Der größte Kritikpunkt ist der winzige Serientank, der bei vielen Booten problemlos durch den Einbau eines zweiten Tanks behoben werden kann.
Vorteile
- Außergewöhnliche Stabilität und Seetüchtigkeit für ein 38-Fuß-Boot aus den späten 1970er Jahren
- Einfach einhand oder mit kleiner Crew bei Windstärken von 3 bis 30 Knoten zu segeln
- Zweistellige Geschwindigkeiten auf raumen Kursen und Surfen über 14 Knoten
- Hochseetauglicher Innenraum mit guten Seekojen und großem Wasserspeicher
- Einfache, wartungsarme Systeme und robuste Konstruktion für das Überleben im Schlechtwetter
Nachteile
- Sehr kleiner Standard-Kraftstofftank
- Der Flossenkiel bietet weniger Kursstabilität als ein Langkiel
- Die Effizienz vor dem Wind hängt von der Nutzung eines Spinnakers oder Gennakers ab




