Design und Konstruktion
Van de Stadt entwarf die Excalibur 36 als eine große Fahrtenyacht für die Hochsee und als Regattayacht ihrer Ära, und die Zahlen beschreiben dieses Konzept bis heute. Mit einer Länge über alles von 10,97 Metern, einer Wasserlinie von 8,01 Metern und einer Breite von nur 3,01 Metern ist sie lang und schlank: Ihr Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,61 bedeutet, dass sie schmaler ist als 88 Prozent vergleichbarer Segelyachten. Dieser schmale Rumpf gepaart mit einer Verdrängung von rund 14.450 Pfund und einem Blei-Flossenkiel von etwa 5.500 Pfund ergibt ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 41 Prozent – höher als bei 58 Prozent ähnlicher Boote. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 363 ordnet sie zu den „ultraschweren Fahrtenyachten“ ein, wobei nur 15 Prozent der vergleichbaren Entwürfe schwerer wiegen.
Rumpf und Deck bestehen aus massivem GFK, das von Tyler Boat Company Ltd laminiert wurde und nach den anspruchsvollen Lloyds +100A1-Standards gebaut ist. Wie bei den meisten Rümpfen von Tyler hat sich das Laminat hervorragend bewährt und birgt ein sehr geringes Osmose-Risiko. Ein Spatenruder und ein Flossenkiel sorgen für einen Tiefgang von rund 1,82 Metern (abhängig vom Beladungszustand), was sie zwar auf tiefere Liegeplätze einschränkt, aber ihre Stabilität vor dem Wind enorm erhöht. (1)
Rigg und Handhabung
Die Excalibur 36 ist mit einem robusten Masttopprigg auf dem Kajütdach ausgestattet. Die Schotlängen zeugen von einem manuell bedienten, leinengetriebenen Deck: Die Großschot hat eine Länge von 27,4 Metern bei einem Durchmesser von 14 mm, während die Fock- und Genuaschoten jeweils 11 Meter lang sind und die Spinnakerschot 24,1 Meter misst – alle mit 14 mm Durchmesser. In der Fachzeitschrift Yachting Monthly beschrieben Rezensenten das Boot als lang, schlank, gut kursstabil und seegütig mit angenehmen Bewegungen im Seegang. Dieses Urteil wird durch eine Komfort-Ratio von 33,4 bis 37,4 bestätigt, mit der die Daten sie als komfortabler einstuft als 93 Prozent ähnlicher Konstruktionen.
Auf der Regattabahn war sie keine passive Passagierin. Sie gewann die RORC Class II Championships in den Jahren 1963, 1964 und 1965 und war in dieser Klasse über die gesamte Zeit extrem erfolgreich. Unter Motor beträgt die berechnete Höchstgeschwindigkeit über einen Wellenantrieb nur etwa 3,8 Knoten, während ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit unter Segeln 6,8 Knoten erreicht. Eine benetzte Fläche von rund 312 Quadratfuß und ein Verdrängungsverhältnis von 904 Pfund pro Zoll vervollständigen diesen Rumpf, der zwar träge beschleunigt, aber einmal in Fahrt sehr stabil läuft. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Excalibur 36 traditionell gestaltete Unterkünfte für sechs Personen, aufgeteilt in eine einzelne Kabine mit Salonsofa und insgesamt fünf Achterkojen, sowie eine Pantry und eine Nasszelle. Die Aufteilung funktioniert hervorragend auf See – der entscheidende Test für ein Boot mit dieser Langstrecken-Historie. Der Kompromiss liegt im Volumen: Mit einer Breite von nur 10 Fuß ist der Platz begrenzt, und das Ein-Kabinen-Layout spiegelt die damalige Priorisierung von Seetüchtigkeit vor dem Quadratmeter-Wert des Salons wider.
Bekannte Schwachstellen
Der solide Tyler-Rumpf hat sich hervorragend bewährt und weist ein sehr geringes Osmose-Risiko auf. Das Hauptaugenmerk bei der Inspektion liegt daher nicht auf strukturellen Fehlern, sondern einfach auf der Zeit, die an einem nunmehr jahrzehntealten GFK-Laminat vorbeigeht. Das geringe Osmose-Risiko bedeutet, dass Käufer mit dem typischen Problem von Blasenbildung, das bei einigen späteren Serienbooten auftritt, kaum zu rechnen haben, obwohl eine Besichtigung dennoch die Rumpftrockenheit bestätigen sollte.
Das Fazit
Die Excalibur 36 ist eine schlanke, robust gebaute van de Stadt-Slup, die bei den RORC-Regatten über ihre Größe hinausragte und sich anschließend auf See bewährte. Sie ist eine gute Option als erste Fahrtenyacht für jemanden, der ein gutmütiges Seeverhalten und einen robusten Rumpf nach Lloyds-Standard über das Innenraumvolumen stellt. Die geringe Breite und der tiefe Flossenkiel sind die entscheidenden Kompromisse: eingeschränkter Kabinenraum und ein nur in großen Marinas nutzbarer Tiefgang im Austausch gegen Seetüchtigkeit und Komfort im Seegang.
Vorteile
- Langer, schlanker Rumpf mit einer Komfortbewertung von über 93 % im Vergleich zu ähnlichen Konstruktionen
- Solide GFK-Bauweise nach Lloyds +100A1 mit geringem Osmoserisiko
- Gewann drei Jahre in Folge die RORC Class II Championships und absolvierte ernsthafte Hochseepassagen
- Hoher Ballastanteil und eine extrem schwere Fahrtenyacht-Verdrängung für hohe Stabilität
Nachteile
- Eingeschränkte Wohnraumkapazität aufgrund der geringen Breite von nur 10 Fuß
- Der Tiefgang von ca. 1,82 m beschränkt sie auf große Marinas
- Nur etwa 3,8 Knoten Höchstgeschwindigkeit unter Motor
- Wenige gebaut, daher sind Ersatzteile und Klassenhilfe begrenzt








