Design und Konstruktion
Rumpf und Deck bestehen aus massivem GFK mit Holzverzierungen, einem geneigten Vorsteven und einem senkrechten Spiegel. Das prägende strukturelle Merkmal ist der Hubkiel – ein vertikal absenkbares Eisenballastprofil, das sich auf 5,25 Fuß ausfahren und auf 3,11 Fuß einziehen lässt. Dadurch kann die 26 mit aufgeholtem Kiel getrailert werden und in flachen Marinas bei einem beladenen Tiefgang von etwa 3,1 bis 3,4 Fuß liegen. Ein intern montiertes Spatenruder wird über eine Pinne gesteuert. Die doppelschalige Schaumstoff-Injektionskonstruktion der Werft machte die Marke unsinkbar, und damalige Tester stellten fest, dass sie so konstruiert ist, dass sie sich selbst wieder aufrichtet, wenn der Kiel vollständig eingeholt ist. Das breite Verhältnis von 2,82 (Länge über alles zu Breite) ordnet sie zu den geräumigeren Modellen ähnlicher Konstruktionen ein, und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 29 Prozent liegt über dem von nur etwa 12 Prozent vergleichbarer Boote – ein bescheidener Wert, der eher auf den Hubkiel als auf einen verbolzten Bleikiel zurückzuführen ist. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist mit einem an Deck gesteppten 7/8-Rigg mit zurückgepfeilten Salingen und einem verstellbaren Achterstag ausgestattet, wobei alle Segelkontrollleinen nach achtern ins Cockpit geführt sind. Tester fanden sie unter Segeln schnell und lobenswert steif. Sie läuft gut Höhe am Wind bei einer Wendewinkel von 75 bis 80 Grad, muss jedoch recht aufrecht gesegelt werden, um Luvgierigkeit zu vermeiden. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt etwa 6,2 Knoten, während das Kenterungsverhältnis von 2,08 eine Teilnahme an Hochseeregatten ausschließen würde. Das Komfort-Ratio von 18,2 bis 18,8 macht sie komfortabler als die Hälfte ähnlicher Konstruktionen, und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 227 ordnet sie zu den moderaten Regattayachten ein, wobei die Hälfte der Konkurrenzmodelle schwerer ist. Unter einem 10-PS-Innenborder mit Saildrive liegt die berechnete Höchstgeschwindigkeit unter Motor bei 4,8 Knoten, und der Kraftstofftank fasst sieben US-Gallonen. (1)
Unterbringung
Der Kabinenaufbau ist ungewöhnlich und wird durch den großen Hubkiel bestimmt, der im unteren Bereich die Mittellinie einnimmt. Es gibt Schlafplätze für fünf Personen: eine Doppel-V-Koje in der Bugkabine, zwei gerade Salonsofakojen im Hauptsalon und ein Klapp-Tisch, der einen der Sofas in eine Doppelkoje umbauen lässt. Tester zählten vier Seeberechtigte Kojen oder fünf vor Anker. Die Nasszelle befindet sich direkt achterlich der Bugkabine, während die L-förmige Pantry an Backbord, kurz vorn der Niedergangstreppe, über einen zweiflammigen Herd, eine Kühlbox und eine Spüle verfügt. Der Kartentisch liegt am vorderen Ende des Salons an Steuerbord, weshalb der Navigator gezwungen ist, schräg sitzend zu arbeiten – eine Besonderheit dieses von Kielen dominierten Layouts statt einer konventionellen Mittenstation.
Bekannte Schwachstellen
Der manuelle Kielhebe-Mechanismus ist der größte Wartungsaufwand dieses Entwurfs. Da der Ballast ein großes Eisenprofil ist, das vertikal durch den Rumpf geführt wird, dauert das Handaufholen am Mastfuß mit der Winsch etwa 15 Minuten konstanten Schiebens. Einige Eigner haben einen elektrischen Servomotor zur Erleichterung installiert. Bei Booten ohne diesen Motor ist die Routine jedoch langsam und körperlich anstrengend. Zudem sollten der Kielschacht und die Bolzenbeschläge auf Verschleiß durch das ständige Auf- und Absetzen untersucht werden.
Das Fazit
Die ETAP 26 ist eine clevere kleine Fahrtenyacht, die die Regattaeignung auf See gegen die Flexibilität eines Trailerboots und einen wirklich geräumigen Innenraum um einen Hubkiel eintauscht. Sie segelt steif und leistet für ihre Größe am Wind ordentliche Arbeit, aber das manuelle Kielheben ist eine echte Kostenfalle für den Eigner und der seitliche Navigationstisch ist Geschmackssache.
Vorteile
- Der einziehbare Kiel ermöglicht das Trailern und den Zugang zu flachen Gewässern
- Das durch die Breite erzeugte Innenraumvolumen ist ungewöhnlich für ein 26-Fuß-Boot
- Steifes, schnelles Handling mit Cockpit-gesteuerter Segelbedienung
Nachteile
- Der manuelle Kielhub erfordert etwa 15 Minuten mit der Winsch am Mastfuß
- Das Kenterungsverhältnis von 2,08 verbietet Regatten auf offenen Gewässern
- Der Navigator ist bei einer Kartentisch-Konfiguration im Vorschiff nur eingeschränkt nutzbar







