Design und Konstruktion
Corsair baut die C37 im Vakuuminjektionsverfahren mit Vinylesterharz und Schaumstoff in allen drei Rümpfen, wobei Kevlar an den entscheidenden Stellen verstärkt. Der Schaumstofffüllung verdankt das Boot bei vollständigem Untertauchen oder umgedrehtem Anker eine hohe Auftriebskraft. Das U-förmige Profil des Hauptrumpfes sorgt für viel Volumen und Stehhöhe unter Deck, während das ausgestellte Überwasserschiff nahe den Fußrelingen in einen Knick übergeht. Der Kiel verfügt über eine Kimmung (Rocker), die das Manövrieren in engen Häfen erleichtert. Die großen Amas dienen eher der Kursstabilität als dem reinen Auftrieb. Sie sind mit dem mittleren Rumpf über vier Edelstahlarme verbunden, die mit neun Bolzen und einer Gegenplatte befestigt sind, sowie über ein Edelstahlseil an jeder Ecke zur seitlichen Verstärkung. Ein 14,33 Meter langer Präpreg-Kohlefasermast ersetzt den Aluminiummast der älteren C36 und wurde im hauseigenen Werft in Ho Chi Minh City gebaut. Er wird von synthetischen Wanten getragen, die das Zusammenklappen der Amas vereinfachen. (1)
Rigg und Decks-Layout
Sowohl die C37CR als auch die C37RS sind mit einem rotierenden Carbon-Wingmast, einem Carbon-Baum mit internem Unterliekstrecker und einer Bindereff-Ausrüstung sowie einem ausziehbaren Carbon-Bugspriet für den Screacher ausgestattet. Das Decks-Layout führt Fallen, Baumwurf, Reffen und Unterliekstrecker am Mast zusammen, während alle anderen Leinen nach achtern in die Plicht geführt werden, um das Segelhandling mit kleiner Crew zu vereinfachen. Ein am Spiegel montierter Großschot-Kanal führt nach vorn zu einer Winsch in der Plicht. Die umfangreiche Winsch-Anlage umfasst selbstholende Harken-Großschoten auf dem Kajütdach, Fallwinschen am Mast mit Fallstoppern sowie Winschen für das Süll und die Großschot. Ein voll durchgelattetes North Sails Taffeta/Carbon-Großsegel wird vom Mastfuß aus gerefft, wo ein Paar Harken 40s die Hauptarbeit übernimmt.
Cockpit und Steuerung
Das Mittelcockpit-Layout nutzt den schmalen Rumpftunnel optimal mit einer Steuerposition auf dem Achterdeck sowie einer hölzernen Pinne und einem Ausleger, die von Testern als sehr komfortabel empfunden wurden. Ein einfaches, funktionales Steuersystem führt eine freiliegende Edelstahlverbindung über die Badeplattform zum Carbon-Steckschwert. Der tiefe Cockpitboden ist an beiden Seiten mit offenen Schränken ausgestattet und selbstlenzend. Der Bereich hinter dem Spiegel ist größer und leichter zugänglich als beim C36; neben der vergrößerten Badeplattform befindet sich eine Duschkopfdüse und eine Badeleiter für das Aufsteigen ins Wasser. Eine ausreichend große, selbstlenzende Ankerkiste im Vorschiff könnte Platz für eine manuelle Ankerwinde bieten.
Unterbringung
Unter Deck platziert der kleine Salon die Dinette an Backbord mit einem klappbaren Carbon-Tisch, der sich zu einer Koje umbauen lässt, während eine komfortable, geschwungene U-Koje sechs Personen um einen GFK-Tisch herum Platz bietet. Im Bug befindet sich eine geräumige V-Koje für zwei Personen, im Achterdeckskajüte eine Doppelkoje, die absolut privat ist, sobald ein Sichtschutz an ihrer Decksluke und dem vorderen Schott angebracht wird und über die Niedergangsstufen zugänglich ist. Eine einfache Pantry kombiniert einen zweiflammigen Herd mit Spüle und aufschlagbaren Schränken, und die GFK-Dusche ist geräumig; eine manuelle Bordtoilette vervollständigt den funktionalen Bereich. Die meisten Schotten sind mit einem beigen Teppichbelag versehen, und freiliegendes GFK ist glatt verarbeitet. Eine obligatorische Rettungsluke am Rumpf befindet sich an Steuerbord nahe der Pantry, und das Volumen der Beiboote bietet reichlich Stauraum.
Antrieb und bekannte Schwachstellen
Das Testboot war mit einem 9,9 PS starken Yamaha Viertakt-Außenborder an das Ruder angetrieben, wobei ein 20 PS starker Viertakter als Option für längere Törns gelistet ist. Die elektrische Leistung wird durch die kleine 8-Ampere-Lichtmaschine dieses Außenborders begrenzt, die das installierte Batteriepaar auf maximal 14,5 Volt laden konnte; ein ausklappbarer Plotter nahe dem Niedergang teilt Navigationsdaten mit der Plicht und der Kabine. Das rein carbonne Race-Modell verliert 200 kg und ist teurer, aber das Energiebudget der Standard-Fahrtenyacht bleibt der klare Schwachpunkt für längere Autarkie-Use-Cases.
Das Fazit
Der Corsair 37 ist ein technologisch fortschrittlicher Klapptrimaran, der etwas Komfort und Energieautarkie zugunsten einer absolut strandtauglichen, trailerbaren und kursstabilen Hochseeplattform mit einem robusten Carbon-Rigg und einer durchdachten Plicht eingeht. Er eignet sich für Segler, die Leistung und Zugang zu flachen Gewässern suchen, ohne auf eine eigene Achterkabine und eine echte Dusche verzichten zu wollen.
Vorteile
- Falten auf eine Breite von 3,0 m für den Transport auf dem Trailer zusammen und öffnen sich auf 7,8 m mit stabilisierenden Amas
- Rotierender Carbon-Wingmast und Bugspriet auf einem vakuuminjizierten Vinylester/Kevlar-Rumpf mit positiver Auftriebskraft
- Mittelcockpit mit selbstlenzendem Boden, vergrößerter Badeplattform und geschütztem Schott
- Privates Doppelbett achtern, V-Koje im Bug und umbaubare Dinette für sechs Personen; geräumige GFK-Dusche
Nachteile
- Eingeschränkte Stromerzeugung durch die 8-Ampere-Lichtmaschine des 9,9 PS Außenborders
- Manuelle Nasszelle und einfache Pantry anstelle einer voll ausgestatteten Fahrtenpantry



