Design und Konstruktion
Was die 38 auf den ersten Blick auszeichnet, ist ihr Mittelcockpit-Layout, das laut Zeitungsberichten der damaligen Zeit eine geräumige Achterkabine ermöglicht – eine Aufteilung, bei der man das Volumen des Salons mittschiffs zugunsten privater Kabinen achtern opfert. Sie setzt ganz auf eine solide, schwere Verdrängung von 18.716 lb, und ihr standardmäßiger flacher Flügelkiel sorgt für einen Tiefgang von nur 4 Fuß 6 Zoll, was eine bewusste Zugeständnis an flache Gewässer und einfaches Trockenfallen ist. Yachting Monthly beschrieb sie schlicht als typische Contest der frühen 1980er Jahre, und die markante Präsenz von Rumpf und Deck spiegeln die Infusions-basierte Bauphilosophie dieser Werft jener Zeit wider. (1)
Rigg und Handhabung
Die 38s wurde als Ketsch oder Slup angeboten, was den Eignern die Wahl zwischen geteilten Segelplänen für einfacheres Handling mit kleiner Crew und einem konventionelleren Rigg ermöglichte. Rezensenten lobten das einfache Handling für Familienbesatzungen – eine Eigenschaft, die durch den moderaten Segelplan und die beruhigende schwere Verdrängung, die das Seeverhalten berechenbar macht, unterstützt wird. Der flache Flügelkiel und das Skeg-aufgehängte Ruder sorgen zusammen mit der hohen Verdrängung für ein Boot, das eher gutmütig als nervös reagiert und sich ideal für Paare oder Familien eignet, die Berechenbarkeit über rasante Performance stellen.
Unterbringung
Unter Deck bietet die 38 einen gut ausgestatteten Innenraum, der bei genauerer Betrachtung mehr belohnt als bei ersten Eindrücken. Der Salon wirkt klein, bietet aber reichlich Stauraum – ein wertvoller Vorteil auf langen Passagen, wenn sich Ausrüstung ansammelt. Das Mittelcockpit-Layout sorgt für eine geräumige Achterkabine mit Einzel- und Doppelkojen sowie einer kleinen Nasszelle direkt daran angeschlossen, während die Haupttoilette im Vorschiff untergebracht ist und die Vorpiek im Vergleich recht eng wirkt. Die hervorragende Pantry und der riesige Kartentisch sind herausragende Arbeitsplätze; letzterer ist ein echter Navigator-Schreibtisch, der die Blauwasser-Ausrichtung des Bootes unterstreicht. Diese Bereiche sprechen insgesamt für ein Boot, das für längere Törns mit kleiner Crew ausgerüstet ist.
Refits und Eignerschaft
Da die Produktion 1992 endete, haben die noch existierenden 38er inzwischen Jahrzehnte auf dem Buckel. Der hervorragend ausgestattete Innenraum und die solide Bauweise bieten eine solide Grundlage für ein Refit. Die Ketschoption eignet sich besonders gut dafür, das Segelprofil zu überarbeiten, wenn die Takelage älter wird. Käufer eines bestimmten Rumpfes sollten nach einer dokumentierten Historie suchen, anstatt den Zustand allein aufgrund der Marke anzunehmen, da die späteren Fortschritte des Werftes im Bereich des Vakuuminfusionsbaus nach diesem Modell liegen und nicht auf den Bau dieses Bootes übertragen werden können.
Das Fazit
Die Contest 38 ist eine gut durchdachte Mittelcockpit-Fahrtenyacht, deren hohe Verdrängung und flacher Flügelkiel Stabilität und Zugang zu flachen Ankerplätzen über Geschwindigkeit stellen. Ihre geteilten Rigg-Optionen und das einfache Handling machen sie zu einer vernünftigen Wahl für Familienreisen, und die Achterkabine sowie der kartentischfreundliche Kartentisch sind nach wie vor äußerst praktisch. Die enge Vorpiek und der optisch bescheidene Salon sind die größten Kompromisse.
Vorteile
- Mittschiffs-Konstruktion mit geräumiger Achterkabine und eigenen Nasszellen
- Solide, schwere Verdrängung mit flachem Flügelkiel als Standard
- Einfache Handhabung für Familiencrew; Auswahl zwischen Ketsch- oder Slup-Rigg
- Hervorragende Pantry und riesiger Kartentisch für das Fahrtensegeln
Nachteile
- Ziemlich enge Vorpiek
- Der Salon wirkt auf den ersten Blick klein
- Der moderate Segelplan begrenzt das Tempo bei leichtem Wind






