Design und Konstruktion
Peterson, ein amerikanischer Konstrukteur bekannt für erfolgreiche Regattayachten, formte die 28 mit einem schlanken, eleganten Profil: niedriges Freibord, ein langer Bugüberhang und ein negativer Spiegel. Der Rumpf ist aus massivem GFK, handaufgelegt mit gewebten Rovingseilen und einer Matratze aus Schussgarn, und verstärkt durch Längsträger und einlaminierte Schotten. Über dem Rumpf besteht das Deck aus einem GFK-Sandwich mit Balsaholzkern, das Steifigkeit und Isolierung bietet und durch eine nach innen gerichtete Flanschverbindung mit dem Rumpf verbunden ist, die verschraubt und mit Dichtstoff verklebt ist. An Deck sorgt ein angeformtes rutschfestes Profil für guten Halt, während Teakholz-Handläufe, Fußreling und Zierleisten den weißen Gelcoat mit seiner blauen Kimmstrebe und dem Kajütaufbau auflockern. Unter Wasser ist ein gusseiserner Flossenkiel mit 2.800 Pfund Ballast durchgehend mit Edelstahl gebolzt, und ein GFK-Spatenruder an einer Edelstahl-Ruderschaft hängt an zwei Läufern und Fingerlingen.
Rigg und Handhabung
Die 28 ist mit einem einfachen und effizienten Masttoppslup-Rigg mit einer einzelnen Saling ausgestattet. Der Aluminiummast steht an Deck auf einer Edelstahl-Bauweise (Tabernakel), sodass das Großsegel für Brücken oder Kanäle abgesenkt werden kann. Der Aluminiumbaum verfügt über ein Bindereff mit zwei Reffpunkten, und das lose Großsegel lässt sich leicht trimmen. Ein Rollfockantrieb am Vorstag ermöglicht es der Crew, die Genua von der Plicht aus zu reffen oder einzusammeln, während ein verstellbarer Achterstagspanner den Mastbiegungswinkel kontrolliert. Mit einer Segelfläche von 365 Quadratfuß und einer Verdrängung von 6.970 Pfund bedeutet ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 14,9, dass sie eine steife Brise benötigt, um in Fahrt zu kommen. Dennoch hilft ihr ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 40,2 dabei, viel Segel zu tragen und sich durch die Wellen zu schieben. In der Fachzeitschrift Yachting Monthly befanden Rezensenten, dass sie auf Clubrevieren eine recht agile Leistung zeigt, aber auch als sichere, handliche und gutmütige Familien-Fahrtenyacht geeignet ist. Eine etwas schwere Ruderlage wurde als einziger Kritikpunkt hinsichtlich der Handhabung genannt. Ein Kenterungsverhältnis von 1,9 ordnet sie zu den sichereren Optionen für Hochseepassagen ein, und ihr moderater Verdrängerrumpf mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 292 liest sich wie ein schweres Fahrtenboot, das stabil und steif ist sowie bei Umkantern eine gute Aufrichtfähigkeit besitzt. (1)
Unterbringung
Im Inneren bietet die Aufteilung Schlafplätze für fünf oder sechs Personen in zwei separaten Kabinen und dem Salon, der mit Teakfurnier, weißen Schotten und Deckenverkleidungen ausgestattet ist. Die Vorschiffskabine beherbergt eine V-Koje, die zu einer Doppelkoje mit Zusatzpolster umgebaut werden kann, sowie einen Kleiderschrank, Regale und ein klappbares Luk. Die Salonsofas können als Einzelkojen genutzt oder zur Doppelkoje an Backbord umbaut werden, umgeben von einem klappbaren Tisch für vier Personen. Eine Pantry an Steuerbord achtern des Sofas verfügt über einen zweiflammigen Gasherd mit Backofen und Grill, eine Spüle mit Handpumpe und eine Kühlbox, während eine Navigationsecke an Backbord mit einem großen Kartentisch und einer Achterkoje gegenüberliegt. Die Nasszelle zwischen Salon und Vorschiffskabine verfügt über eine manuelle Waschschüssel, eine elektrische Pumpen-Dusche und Schränke. Yachting Monthly befand den Innenraum als unhandlich, die Pantry als klein und den klappbaren Kartentisch als unpraktisch, obwohl die Ausstattung ab Werk gut war und sogar selbstholende Winschen und Leegeschirr enthielt.
Plicht und Decksausrüstung
Die Plicht ist geräumig und aufgeräumt, bietet Platz für sechs Personen und verfügt über eine klappbare Pinne, die im Staufall Platz spart und mit dem Spatenruder verbunden ist. Ein großer Backskisten-Locker im Cockpit nimmt Segel und Ausrüstung auf, und das breite, flache Vordeck erleichtert das Segeln und Ankern. Zur Ausstattung gehören ein Bugankerkasten und eine Ankerrolle. Eine Edelstahl-Pflicht, eine Heckplicht, Relingstützen und Seereling umrahmen den Bereich, während Klampen, Winschen, Schienen und Fallstopper eine vollständige Segelhandling-Ausrüstung unterstützen.
Das Fazit
Die Contessa 28 packt die DNA einer IOR-Klassen-Fahrtenyacht in einen 28-Fuß-Rumpf, der sich bei Seetüchtigkeit über seine Länge hinaus entwickelt. Sie ist ein Boot mit moderater Verdrängung, das sich bei leichtem Wind untertakelt anfühlt, aber bei einer Brise mit Steifigkeit und Balance belohnt wird. Ihre dokumentierten Ozeanüberquerungen durch Eigner bestätigen den Offshore-Auftrag des Entwurfs, obwohl sie am besten für Küstenfahrten geeignet ist. Der Innenraum ist praktisch, wenn auch eigenwillig, und die Originalausrüstung war für diese Klasse großzügig bemessen.
Vorteile
- Hohes Ballastverhältnis sorgt für viel Steifigkeit und gute Leistung am Wind unter Segeln
- Kenterungsverhältnis unter 2,0 spricht für Hochseetauglichkeit
- Solider, handaufgelegter Rumpf mit Sandwichdeck und robuster Flanschverbindung
- Großzügige Originalausrüstung inklusive selbstholender Winschen und Leesegel
Nachteile
- Die Leichtwindleistung ist aufgrund des hohen SA/D-Verhältnisses von 14,9 mäßig
- Yachting Monthly kritisiert eine etwas schwere Ruderanlage und ein unpraktisches Innenraum-Layout
- Die kleine Pantry und der unhandliche, klappbare Kartentisch schränken die Wohnlichkeit ein







