Design und Konstruktion
Die gesamte Cigale 16 ist aus 5083 H111 Marineschiffbau-Aluminium geschweißt, einem hochwertigen Aluminiumlegierungsstahl, der für die gesamte Struktur verwendet wurde. Um Gewicht zu sparen, wurden die Spanten im Bereich weit oberhalb der Wasserlinie deutlich reduziert, doch der Rumpf oberhalb der Wasserlinie ist mit Kork isoliert und die Bilgenräume im Innenraum werden sorgfältig lackiert. Die Modernisierung durch Lombard führte zu Knickspanten und überarbeiteten Vorschiffsbereichen für eine bessere Formstabilität, während fast ein Drittel der 12 Tonnen Verdrängung des Bootes in der Bleiballast-Bombe am Ende des Kiels liegt. Der Standardkiel hat einen Tiefgang von 2,40 m (7 Fuß 10 Zoll); auch eine Version mit Hubkiel wird angeboten. Wie ihre metallenen Schwesterschiffe erfordert die Cigale 16 regelmäßige vorbeugende Wartung, um einwandfrei zu bleiben. (1)
Rigg und Handhabung
Der an Deck stehende Aluminiummast trägt ein riesiges Square-Riggs-Großsegel und wird von einer Paar Backstagen statt von festen Achterstagstützen getragen – eine ungewöhnliche Wahl auf einer reinen Fahrtenyacht. Das Kutterrigg ermöglicht zudem das Setzen eines Code Zero auf einem ausfahrbaren Sprit, sodass das Boot mit diesem Segel effektiv drei Vorsegel zur Verfügung hat, wobei das Code Zero ein Einleinen-Rollsystem besitzt. Das laufende Gut ist unter den Decksplatten geführt, sodass die Leinen frei unter den Füßen liegen, und eine doppelte, deutsch gestaltete Großschot bedient das Großsegel. Der Tester von SAIL Magazine empfand das Boot bei 9 bis 14 Knoten wahrem Wind als schnell und am Wind gut zu segeln, mit 7,2 Knoten am Wind bei 35 Grad scheinbarem Windwinkel und über 9 Knoten beim Abfallen auf 45 Grad. Das Ruder blieb leichtgängig ohne Tendenz zum Zuwasserlaufen, und erst bei Böen über 20 Knoten am Wind zeigte sich etwas Luvgierigkeit. Doppelte Steuerstände und -räder sind serienmäßig, wobei eine Drahtseilsteuerung und ein einzelnes Steuerrad optional erhältlich sind. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der dominierende Raum ein riesiger Achtersalon hinter dem Niedergang, der um einen massiven Esstisch herum aufgebaut ist, unter dem der Volvo-Hilfsmotor mit Saildrive montiert ist. Eine U-förmige Sitzecke umschließt den Tisch, wobei die Außenkojen – zusammen mit den Längsträgern der Sitzecke – hervorragende Seekojen bilden. Vor dem Salon flankieren eine voll ausgestattete Pantry an Backbord und eine große Navigationsecke an Steuerbord den Wohnbereich. Das Testboot verfügte über drei Kabinen im Vorschiff (eine vierte ist optional): eine Eignerkabine mit versetzter Pullman-Koje und eigener Nasszelle, zwei Gästekabinen und eine gemeinsame Nasszelle. Keine der Nasszellen verfügt über eine separate Dusche. Ein helles Eichenholz-Innenausbau rundet das Interieur ab, und Eigner haben den Achtersalon als ihren Favoriten bezeichnet.
Ausrüstung und Decksplan
An Deck folgt die Plicht modernen Trends mit zwei Steuerständen hinter einem festen Tisch auf der Mittellinie, obwohl auch ein einzelnes Rad bestellt werden kann. Alle Leinen laufen nach achtern unter das Deck zu den Harken Performa 46 Winschen neben dem Niedergang, während die Schoten von Fock und Stagsegel über Decksblöcke mit Performa 50 und 60 Winschen im Vorschiff geführt werden. Ein kurzer fester Bugspriet trägt Code 0-Typ-Segel, und ein längerer, ausziehbarer Bugspriet dient für A-Segel. Der Heckausleger ist das herausragende Merkmal im Achterschiff, das über feste Eckstufen erreichbar ist. Darüber befindet sich ein großer fester Geräteträger, ideal für Solarpaneele, sowie ein klappbarer Geräteträger für ein Beiboot. Im Vorschiff führt eine geteilte Riggbox zwei volle Riggs, und ein großer Segelschrank ist sowohl von Deck als auch von unten zugänglich.
Leistung unter Motor
Der standardmäßige 75 PS starke Volvo-Turbodiesel treibt einen vierflügeligen Maxprop-Faltpropeller über einen Saildrive an, der über öffnende Luken am Salontisch zugänglich ist – hervorragend für Wartungsarbeiten und mit guter Schallisolierung um den im Salon untergebrachten Motor herum. Bei Volllast bei 3.000 U/min erreichte das Boot 8,5 Knoten; beim Fahrtensegeln bei 2.300 U/min waren es 7,3 Knoten, und bei 1.800 U/min hielt sich ein stabiler Wert von 6 Knoten. Die Manövrierfähigkeit war agil, die Drehung erfolgte in weniger als einer Bootslänge mit guter Rückwärtskontrolle, und das Testboot war zudem mit einem Bugstrahlruder ausgestattet.
Das Fazit
Die Cigale 16 ist eine konsequente Aluminium-Fahrtenyacht, die das aus Regatten abgeleitete Rumpfkonzept mit großzügigem Wohnraum für das Leben an Bord verbindet. Lombards Neukonstruktion brachte eine leichte, steife und schnelle Plattform hervor, deren Innenraum sowohl anpassungsfähig als auch in der Aufteilung absolut seetüchtig ist. Es ist ein Boot für Segler, die eine metallene Konstruktion im Stil eines Ovni ohne den Kompromiss des Schwerts suchen.
Vorteile
- Gelaserte Rumpf aus 5083 Aluminium mit Korkisolierung oberhalb der Wasserlinie
- Knickspant-Rumpf mit Doppelruder und ausgeprägtem Knickspant, hervorragende Leistung am Wind und auf raumen Kursen
- Enormer Achtersalon mit praktischen Seekojen und zugänglichem Motor unter dem Tisch
- Vielseitiges Kutterrigg mit Code Zero und A-Segel
Nachteile
- Die Nasszellen verfügen über keine separaten Duschbereiche
- Der tiefe Festschwertkiel (über 2,40 m) schränkt einige Reviere ein; die Hubkiel-Version ist optional erhältlich
- Aluminium erfordert eine disziplinierte, vorbeugende Wartung
