Design und Konstruktion
Der Aluminiumrumpf der 51.9 wird von der Werft als extrem steif beschrieben – er verformt sich ohne zu brechen, bleibt dabei jedoch leicht und langlebig. Da die Metallhülle selbsttragend ist, sind strukturelle Schotten nicht erforderlich, was ein außergewöhnliches Innenraumvolumen ermöglicht. Vorne schließt ein Aluminium-Wasserschott das Vordeck ab. Das Kompositdeck ist insbesondere im oberen Bereich leichter, was laut Werft die Leistung verbessert und die Stabilität erhöht. Der Sandwichaufbau bietet zudem eine hervorragende Wärmedämmung. Die Prüfung durch Cruising World wies auf Kompositdecks und -aufbauten hin, die den Wartungsaufwand und das Gewicht sparen, sowie auf einen isolierten Aluminiumrumpf und Sandwich-Decks- und Kajütaufbau-Laminate mit Schaumkern aus Glasfaser und Kunststoff. Die Decksbalken sind aus Metall gefertigt, um die hohen Lasten des Riggs zu tragen. Das Deck des getesteten Bootes verwendete statt Teakholz Kork von MarineCork, und die Seitendecks waren mit einer Edelstahl-Fußreling mit doppelten Seerelingen und einem Teak-Fußreling ausgestattet.
Rigg und Handhabung
Die 51.9 ist ein Kutter mit einer Triple-Vorsegel-Takelung – Stagsegel, Genua und Code Zero auf Furlex-Rollanlagen – und einem im Mast gefahrenen Großsegel als Standard, wobei auch ein traditionelles Großsegel als Option erhältlich ist. Ein niedriges Kajütdach trägt einen markanten Geräteträger, der die doppelte Großschot und den Traveller aufnimmt, und dieser Träger bildet den Rahmen für eine ausgeprägte Windschutzscheibe, die das Cockpit schützt; ein Walder-Baumstopper erleichtert das Setzen der Fock. Das laufende Gut wird unter Deck geführt, mit Lewmar-Winschen und Spinlock-Klemmen, und die Segelbedienung von der Radsteuerung aus erfolgt per Knopfdruck. Da alle Steuerungen im Cockpit liegen, kann das Boot sicher von zwei Personen oder sogar einhand bedient werden, und das Kielschwert-Layout ermöglicht den Zugang zu flachen Ankerplätzen. Hochgezogen reduziert das Schwert den Widerstand und verlagert den Auftriebspunkt nach achtern für ein weiches Seeverhalten vor dem Wind, während die Doppelruder und das hochgezogene Schwert es ihr ermöglichen, sauber durch brechende Wellen zu gleiten, ohne sich festzusetzen. Tester auf dem Boot stellten bei der Castella fest, dass sie unter Code Zero auf Halbwindkurs bei 14 bis 16 Knoten Wind mehr als 8 Knoten lief und bei starkem Wind in 2 bis 3 Fuß hohen Kabbelwellen mehr als 6 Knoten erreichte, mit einem direkten Rudergefühl und einer sanften, würdevollen Bewegung im Wasser. (2)
Unterbringung
Unter Deck setzt der Innenraum auf Einfachheit, Raum und Licht. Ein offener Wohnbereich kombiniert den Salon, einen für zwei Personen einsetzbaren Kartentisch und eine geräumige U-förmige Pantry am Fuß des Niedergangs, die jedoch frei von Durchgangsverkehr bleibt. Die über die gesamte Schiffsbreite reichende Achterkabine bietet eine zentrale Koje, eine Chaiselongue, eine eigene Nasszelle und unauffälligen Stauraum; im Vorschiff befinden sich eine Doppelkoje als Gästekabine und eine Kabine mit zwei Kojen (Kojenbett) sowie eine großzügige gemeinsame Nasszelle. Ein echtes technisches Zentrum befindet sich im Durchgang zur Achterkabine mit einer Wachskiste, einer Waschmaschine und einem Ersatzteillager. Der Salon wird von den Fenstern des Kajütaufbaus und den Rumpfporten mit Licht durchflutet, und der Kartentisch dient gleichzeitig als Navigationstisch mit direktem Zugang zu den Instrumenten. Die fast 6 Meter lange Plicht ist in einen Entspannungsbereich für 8 bis 10 Personen, eine Steuerstation hinter zwei Steuerrädern und eine Achterplattform unterteilt; geteilte Tische erleichtern die Bewegung, und die Badeplattform schließt beim Segeln sicher ab.
Ausrüstung und Systeme
Der standardmäßige Volvo Penta-Diesel mit 110 PS befindet sich in einem begehbaren Maschinenraum, wobei eine Option mit 150 PS verfügbar ist; das geprüfte Boot war mit einem 24-Volt-System mit einer 800-A-Lithium-Bank, 500 Watt Solarleistung, einem Mastervolt-Ladegerät zur Steuerung der Wechselrichter und einem Fischer Panda-Generator ausgestattet, der Wassermacher und Klimaanlagen versorgt. Bug- und Heckstrahlruder erleichtern das Anlegen. Süßwasser stammt aus 620-Liter-Tanks plus einem Wassermacher, ergänzt durch 730 Liter Diesel als Reichweitenreserve. Alle wesentlichen Systeme – Rumpfpassagen, Kraftstoff- und Wasserkreislauf, elektrische Netzwerke – sind für einen einfachen Zugang konzipiert, und eine Hardtop-Option von 2025 schont die Stehhöhe beim Verlassen des Niedergangs.
Das Fazit
Die Allures 51.9 ist eine ernsthafte Blauwasserplattform, die etwas Einfachheit gegen enorme Autarkie und einen wirklich leisen, volumenreichen Innenraum eintauscht. Die Aluminium-und-Schwert-Formel bietet flachen Zugang ohne Einbußen beim Leistungspotenzial am Wind, und die Ergonomie der Plicht sorgt für ein angenehmes Handling mit kleiner Crew. Die Nachteile liegen in der Komplexität der Systeme und der stark auf Optionspakete ausgerichteten Ausrüstungsliste.
Vorteile
- Aluminiumrumpf ohne strukturelle Schotten schafft außergewöhnlichen Innenraumvolumen
- Integriertes Schwert sorgt für geringen Tiefgang und hervorragende Leistung am Wind
- Einhand- oder Zwei-Personen-Bedienung mit allen Kontrollen im Cockpit
- Der isolierte Rumpf wird auf See als lautlos ohne Knarren oder Quietschen beschrieben
Nachteile
- Die umfangreiche Ausrüstungsliste (Generator, Strahlruder, Lithium, Solar) erhöht den Wartungsaufwand
- Das serienmäßige Mastfurlung-System passt nicht zu jedem Offshore-Konzept


