Design und Konstruktion
Die Designphilosophie bestand darin, das Boot durch fortschrittliche Materialien unglaublich leicht zu halten – und die Bauweise hält, was sie verspricht. Der Rumpf besteht aus vakuuminjiziertem E-Glas und Kevlar um ein Baltec-Superlite-Herz, das im Ofen nachgehärtet wurde, sodass ein temperaturempfindlicher Katalysator mit vorgeimpregnierten Materialien und einer präzisen Kontrolle über den Laminierungsprozess eingesetzt werden konnte. Das Superlite-Herz kommt auch im Deck und in den Schotten zum Einsatz; das Deck ist ein Vinylester-Komposit und die Schotten sind Epoxidlaminate mit Naturholzfurnier. Ein strukturell integriertes Aluminiumgitter nimmt die Kielbolzen auf und trägt die Lasten des stehenden Guts, während Ruder, Ruderschaft und der Ruderquadrant komplett aus Kohlefaser bestehen. Mit einer Verdrängung von 16.750 Pfund – etwa 1.500 Pfund mehr als die Corel 45 – und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 47 Prozent ist das Boot sehr steif, und seine Aufrichtbewegung ist langsamer und weniger ruckartig als bei seinem Vorgänger – eine Eigenschaft, die man auf einer Fahrtenyacht nur begrüßen kann. (1)
Rigg und Handhabung
Ein 7/8-Rigg mit einem Hall Spars Carbonmast, Aluminiumbaum und Rod-Rigging treibt den Rumpf an, den Testsegler mit dem Carbonmast im Kern als extrem schnell empfanden. Ein Hall Quick Vang und ein Carbon-Spinnakerbaum sind Standard, und ein hydraulisches Achterstag ersetzt die Backstagen gemäß der Philosophie des Fahrtensegelns. Die 106-Prozent-Genua ist für einfaches Wenden und Rollfockbetrieb gebaut, während ein kraftvolles Großsegel mit viel Achterlieksbereich über zwei Reffpunkte am Baum verfügt. Alle Segelverbindungen laufen nach achtern unter einem erhöhten Kajütaufbau, und das Navtec-Hydraulikpaneel befindet sich neben dem Großschottrimmer. Auf dem Wasser erwies sich die Steuerung als unglaublich direkt und feinfühlig, und das 7/8-Rigg mit kleinen Vorsegeln ermöglicht es, das Boot ohne zu bedienende Backstagen zu wenden. Das Gefühl war, wie auf einem leichten Flieger über das Wasser zu gleiten, während man gleichzeitig durch die Wellen schnitt.
Cockpit und Decks-Layout
Das offene Cockpit nutzt zwei weit nach achtern positionierte Steuerräder, was den Zugang zu einer breiten Plattform auf dem Heckspiegel mit einer Teleskopleiter und einer Warmwasser-/Kaltwasserdusche ermöglicht. Eine recht große Backskiste und ein eigener Raum für das Rettungsboot befinden sich in der Nähe. Die Primärwinschen sind am vorderen Ende des Sülls montiert, außerhalb der Reichweite des Rudergängers, und der Traveller der Großschot verläuft quer über den Boden direkt vor den Steuerrädern. Die rutschfesten und aus Edelstahl gefertigten Handläufe auf dem Kajütaufbau erleichtern die Bewegung, obwohl die Relingstützen eine sehr weit nach innen gerichtete Stütze aufweisen, an der man sich erst einmal stoßen kann. Alle Decksblöcke sind von Harken, teilweise mit Black Magic-Einheiten.
Unterbringung
Unter Deck öffnet sich der Niedergang zu einer U-förmigen Pantry an Backbord mit einem dreiflammigen Propangasherd, doppelten Edelstahlspülen und einer großen Kühlbox; dahinter befindet sich eine Achterkabine mit einer echten Doppelkoje und einem großen Kleiderschrank. An Steuerbord liegen die Nasszelle mit Dusche, während die Navigationsecke im Vorschiff über einen Laptop-Ausschnitt und Platz für Radios unter dem Panel verfügt. Der Salon bietet eine U-Koje an Backbord um einen Tisch herum sowie eine Koje an Steuerbord mit einem Bücherregal darüber. Im Vorschiff sorgt die V-Koje für eine zweite Nasszelle und einen weiteren Kleiderschrank. Die Belüftung ist dank der Lewmar-Luken und aufklappbaren Bullaugen hervorragend. Zwei integrierte Wassertanks im Rumpf bieten insgesamt 380 Liter (100 Gallonen) Fassungsvermögen, und ein Aluminium-Kraftstofftank fasst 227 Liter (60 Gallonen).
Motorisierung und bekannte Schwachstellen
Ein Yanmar-Saildrive-Diesel mit 47 PS treibt das Boot an, dessen Motorraumbox gut isoliert ist. Der oben erwähnte Stützpfosten des Relingstützens ist die einzige potenzielle Gefahr; ansonsten sind Deck und Struktur wie entworfen in Ordnung. In der Besprechung werden keine weiteren Mängel festgestellt. (1)
Das Fazit
Die Concordia 47 verbindet einen leichten, fortschrittlichen Kompositrumpf mit einem gut zu bedienenden 7/8-Rigg und einem durchdachten Innenraum für das Fahrtensegeln. Sie ist schnell, steif und agil, dennoch auf Komfort bei kleiner Crew ausgelegt.
Vorteile
- Extrem schneller Rumpf mit Carbonmast und einfachem Segelplan für kleine Crews
- Leichte, im Ofen geformte E-Glas/Kevlar/Superlite-Kompositbauweise
- Steif mit einem langsamen, wünschenswerten aufrichtenden Seeverhalten
- Gut aufgeteiltes Innenraumkonzept mit zwei Nasszellen und einer echten Doppelkoje achtern
Nachteile
- Die Primärwinschen liegen außerhalb der Reichweite des Steuerstands
- Die Sockel der inneren Relingstützen können an den Füßen hängen bleiben
- Der Tiefgang von 2,90 m schränkt den Zugang zu flachen Gewässern ein






