Design und Charakter
Luders verlieh der Clipper 33 ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,29 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 387 – eine Kombination, die das Profil einer „ultraschweren Fahrtenyacht“ beschreibt, wobei nur 8 % vergleichbarer Segelboote schwerer als sie gezeichnet sind. Dennoch weisen dieselben Quellen darauf hin, dass der Konstrukteur eine etwas schnellere Rumpfform als seine klobigen Kollegen wählte. Mit einer Breite von 10 Fuß ist sie schlanker als 58 % ähnlicher Entwürfe. Dieses Paradoxon – schwere Verdrängung gepaart mit einem relativ schmalen, schnelleren Rumpf – ist der Kern ihres Rufs. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,75 bedeutete, dass sie allein nach dieser Formel für Hochseeregatten zugelassen werden konnte – eine aussagekräftige Statistik für ein Boot, das oft als gemütliche Festland-Fahrtenyacht galt. (1)
Seeverhalten und Leistung
Die Zahlen hinter ihrem Seeverhalten erklären die große Zuneigung der Langstreckensegler. Eine schwere Verdrängung kombiniert mit einer geringeren benetzten Fläche führt zu einer geringeren Beschleunigung und einem deutlich weichen Seeverhalten; das Komfort-Ratio von 32,1 liegt deutlich über dem Durchschnitt und ist berichten zufolge komfortabler als bei 86 % aller ähnlichen Segelboot-Konstruktionen. Ihr Tiefgang (Immersion Rate) von etwa 837 Pfund pro Zoll spricht für einen Rumpf, der sich gegen Seegang oder Last gut behauptet. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,6 Knoten, und mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,34 ist sie für ihr Gewicht moderat besegelt – ausreichend, um auf See unterwegs zu bleiben, ohne dass eine riesige Segelfläche benötigt wird. (1)
Rigg und Segelhandling
Als Ketsch teilt die Clipper 33 ihr Rigg auf, um die Segellasten überschaubar zu halten, und die Beschreibungen der Schoten geben ein klares Bild von ihrem laufenden Gut. Die Fock- und Genuaschoten sind jeweils etwa 32,9 Fuß lang und haben einen Durchmesser von 1/2 Zoll, die Großschot streckt sich über 82,3 Fuß auf derselben 1/2-Zoll-Leine, und die Spinnakerschoten messen 72,4 Fuß mit einem 1/2-Zoll-Anker. Diese Längen bestätigen ein Rigg, das für einen 33-Fuß-Rumpf mit einem Achterlieschen maßgeschneidert ist, bei dem ein langer Schotweg normal ist und der geteilte Segelplan der Ketsch die einzelnen Lasten für eine kleine Crew leicht handhabbar hält. (1)
Unterbringung und Aufteilung
Die Clipper-Serie gehört zur Luders-Fahrtenyachtlinie, die von 33 bis 48 Fuß reichte. Die 33 bietet das Volumen, das sich aus ihrer Verdrängung von 12.000 Pfund und einer Wasserkapazität von 50 Gallonen ergibt, verglichen mit einem Benzinbehälter von 26 Gallonen. Cheoy Lees Umstieg Mitte des Jahrhunderts auf GFK und die Zusammenarbeit mit etablierten Yachtdesignern prägten ein Boot, das eher für das Wohnen an Bord und das Küstensegeln als für Regatten konzipiert war. Das Ketsch-Rigg und die schwere Ballastierung stehen für Stabilität auf See und vor Anker, weniger für Sprintgeschwindigkeit.
Das Fazit
Die Cheoy Lee Clipper 33 ist eine durchdacht proportionierte schwere Fahrtenyacht, deren Kennzahlen bestätigen, was ihre Silhouette vermuten lässt: eine stabile, komfortable, hochseetaugliche Ketsch mit einem Rumpf, der etwas agiler aufgetakelt ist, als es ihre Gewichtsklasse vermuten lässt. Sie ist kein Leichtwindflieger, aber ihre Komfort- und Seetüchtigkeitswerte sind für diese Größe hervorragend.
Vorteile
- Das Kenterungsverhältnis von 1,75 qualifiziert sie nach den Regeln für Hochseeregatten
- Komfort-Ratio von 32,1, was über dem Wert von 86 % der Konkurrenz liegt
- Schwerer Verdrängerrumpf mit geringer Beschleunigung für ein weiches Seeverhalten
- Ketsch-Rigg mit gut handhabbaren Schotlängen (1)
Nachteile
- Segelfläche/Verdrängungs-Verhältnis von 17,34 ist für ihr Gewicht bescheiden
- Benzinmotor Atomic 4 anstelle eines Dieselmotors





