Design und Konstruktion
Davidson legte genau die Form von Kiel und Ruder fest, und der Rumpf verfügt über viel Auftrieb durch seine langen Spantenenden, die ein Eintauchen des Bugs im Seegang verhindern. Die Bleikielen waren mit sieben 15-mm-Bolzen an massiven, laminierten Kauri-Bodenwrangen mit den Maßen 100 mal 100 mm durchgebolzt – eine robuste strukturelle Verbindung, die den Ballast im massiven GFK-Rumpf verankert. Die ersten fünfzig Rümpfe wurden mit Holz- und Sperrholzdecks sowie -kabine gebaut, danach stand eine formverleimte GRP-Balsakabine und -deck zur Verfügung; die reinen GRP-Boote gewannen etwas mehr Innenraum, da Blundell die Form der Kabine verbreiterte. Die Serienrümpfe wurden von Moana Fibreglass im Auftrag gebaut, während Amateurbauer fast alle Boote fertigstellten, wobei nur wenige Werftexemplare komplett ausgeliefert wurden. Die ursprünglichen Formen der D28 wurden später bei einem Brand zerstört, und die Ersatzformen, die unter Export Yachts gebaut wurden, fanden kaum noch Verwendung, bevor das Unternehmen 1987 liquidiert wurde. (1)
Rigg und Handhabung
Die Davidson 28 ist mit einem konservativ dimensionierten Masttopprigg ausgestattet, das durchgesteckt ist. Sie wurde so konstruiert, dass sie vier Vorsegel für eine hohe Flexibilität im Windbereich fahren kann. Ein außenliegendes, ausbalanciertes Ruder an Ladebeschlägen am Heck sorgt für ein leichtgängiges Steuerverhalten und hohe Manövrierfähigkeit – Eigenschaften, die sich für das Hafenmanövrieren ideal eignen. Das Boot hat keine Schwachstellen, verhält sich berechenbar und ist steif; es segelt hervorragend, und Club-Schnittrechner bewerten es typischerweise auf Augenhöhe mit Booten, die zwei bis vier Fuß länger sind. Cap’n Jones segelte die Tasman dreimal in seiner D28 ohne Probleme, was ein praktisches Zeugnis für ihr Seeverhalten ablegt. Das Kenterungsverhältnis der Cavalier 28 von 1,78 und das Komfort-Ratio nahe 27,5 liegen im vernünftigen Bereich für eine 28-Fuß-Fahrtenyacht, wobei die theoretische Verdrängungs-Rumpf-Geschwindigkeit bei etwa 6,7 Knoten liegt. (1)
Unterbringung
Die Innenraumaufteilung war bei der Einführung in Neuseeland ungewöhnlich: Die Pantry erstreckt sich über den größten Teil der Steuerbordseite, mit einer Dinette an Backbord und einer separaten Nasszelle vor dem Mastkoker. Eine Stehhöhe von 1,8 Metern herrscht im gesamten Kabinenbereich, und die reine GFK-Versionen wirken unter Deck aufgrund des verbreiterten Kajütaufbaus etwas geräumiger. Als Motor diente meist ein Bukh 10 oder ähnlicher Diesel unter der Plicht, wodurch die Maschinen außerhalb des Wohnbereichs blieben. (1)
Bekannte Schwachstellen
Blundell betonte, dass es keine Konstruktionsfehler gibt, wenn das Boot nach Vorgabe gebaut wird, mit der einzigen Ausnahme gelegentlicher Ruderprobleme, die meist darauf zurückzuführen sind, dass Eigner von Davidsons Zeichnungen abgewichen sind. Alterungsbedingte Osmose tritt bei diesen Booten nach einer langen, problemlosen Nutzungsdauer auf – ein Punkt, den jedes Gutachten bei älteren Rümpfen untersuchen sollte. (1)
Refits und Eignerschaft
Da die Fertigstellung durch Amateure die Norm war, variieren der Zustand und die Verarbeitung von Boot zu Boot erheblich. Zudem unterscheiden sich die frühen Rümpfe mit Holz- und Sperrholzdeck strukturell von den späteren GFK-Kajütausführungen. Die australische Cavalier-Linie verlängerte den Rumpf auf 30 Fuß und verlegte das Ruder nach innen. Ein Käufer sollte daher genau prüfen, welche Version ein bestimmtes Boot darstellt. Wayne Richardson aus Sydney hat die Formen der ehemaligen Export Yachts D28 von der neuseeländischen Vereinigung übernommen und damit die Baugruppenlinie für zukünftige Bauten gesichert. (1)
Das Fazit
Die Cavalier 28 ist eine durchdacht konstruierte kleine Fahrtenyacht, deren Entwurf unter dem Anti-IOR-Vorgaben zu einem geräumigen, steifen und leicht zu handhabenden Boot mit echtem Langstreckenpotenzial führte. Die strukturelle Kielverbindung und der Langkiel sind ihre Stärken, während die Genauigkeit des Ruders gegenüber Davidsons Zeichnungen und das Risiko von Osmose die wichtigsten Punkte im Auge behalten sollten.
Vorteile
- Steifes, berechenbares, rutschfestes Handling mit leichtgängiger Steuerung und hoher Manövrierfähigkeit
- Starke Verbindung des Bleikiels mit massiven, einlaminierten Kauri-Bodenwrangen
- Geräumiges, unkonventionelles Layout mit 1,8 m Stehhöhe und separaten Nasszellen im Vorschiff
- Bewährte Hochseetauglichkeit, einschließlich mehrerer Tasman-Überquerungen
Nachteile
- Gelegentliche Ruderprobleme, wenn nicht nach Davidsons exakten Zeichnungen gebaut wurde
- Alterungsbedingte Osmose, die sich bei älteren Rümpfen zeigt
- Große Unterschiede in der Qualität der Amateurbauarbeiten von Boot zu Boot










