Design und Konstruktion
Gary Mull zeichnete die Ranger 28 Mitte der 1970er Jahre als Konkurrentin nach den Regeln der Half Ton-Klasse. Das Ergebnis ist ein 28 Fuß langer GFK-Rumpf mit Holzverzierungen, der 2.792 Pfund Bleiballast in einem festen Flossenkiel trägt. Bei einer Verdrängung von 5.081 Pfund, einer Breite von 9,58 Fuß und einer Wasserlinienlänge von 21,67 Fuß liegt das Boot im Bereich der moderaten Regattayachten: Sein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von etwa 225 macht es leichter als 58 Prozent ähnlicher Entwürfe, während das Verhältnis von Länge zu Breite (B/L) mit 2,94 den Rumpf unter Deck geräumiger macht als bei 66 Prozent vergleichbarer Segelboote. Der Rumpf besteht aus massivem GFK mit einem intern montierten Spatenruder an Skeg. Diese Konfiguration hält das Steuer frei von der Kielwelle, lässt den Ruderschaft jedoch für seine Stabilität auf das Skeg angewiesen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Ranger 28 ist mit einem Masttoppslup-Rigg ausgestattet, das ein 36-Fuß-Vorsegeldreieck und eine 31,5-Fuß-Großschot aufweist, was zu einer Gesamtsegelfläche von 389 Quadratfuß führt. Analysen der historischen Datenbank bewerten das Boot als deutlich übertakelt; es trägt mehr Segelfläche als 76 Prozent ähnlicher Segelboote. Dies passt zum Regatta-Schwerpunkt des Half Ton, erfordert aber ab raumen Kursen disziplinierte Crewarbeit. Ein Standardmodell mit Flossenkiel weist einen PHRF-Durchschnitt von 180 auf, während die frühe Version mit hohem Mast (Baunummern 1 bis 86) mit 183 bewertet wird. Ab Baunummer 87 erhielt das Modell mit hohem Mast einen tieferen Kiel und kehrte zu einem Durchschnittshandicap von 180 zurück. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,24 Knoten, die berechnete Höchstgeschwindigkeit bei fast 8,4 Knoten, und das Kenterungsverhältnis von 2,22 würde sie für Hochseeregatten ausschließen. (2)
Unterbringung und Aufteilung
Unter der Wasserlinie weist die Ranger 28 mit dem Standardkiel einen Tiefgang von 4,5 Fuß auf – tief genug für flache Marinas – und verfügt über nur 13 Gallonen Frischwasser. Die Komfort-Ratio von 16,5 ist komfortabler als bei gerade einmal 21 Prozent ähnlicher Konstruktionen, was das Boot als steif und agil statt als weich segelnde Fahrtenyacht kennzeichnet. Die benetzte Fläche von etwa 226 Quadratfuß und das Immersionsverhältnis von 715 Pfund pro Zoll beschreiben einen leichten, reaktionsschnellen Rumpf, der spürbar auf Last und Bewegungen der Crew reagiert.
Bekannte Schwachstellen
Die bekannten Einschränkungen sind eher dem Konzept als einer fehlerhaften Bauweise geschuldet: Das Kenterungsverhältnis schränkt die Eignung für Hochseeregatten ein, und das niedrige Komfort-Ratio bestätigt eine harte, sportliche Bewegung im Seegang. Die geringe Süßwasserkapazität und die leichte Verdrängung erfordern eine sorgfältige Gewichtskontrolle, was jedoch keinem Materialversagen entspricht.
Refits und Eignerschaft
Eigner, die die Ranger 28 für den weiteren Einsatz fit machen, finden als Standard einen Universal Atomic 4 Benzinmotor mit 30 PS als Innenborder – ein einfacher und gut dokumentierter Antrieb für diese Ära. Das stark überhöhte Masttopp-Rigg bedeutet, dass laufendes Gut wie die 82,8 Fuß langen 5/16-Zoll-Fallen und die 70 Fuß lange Großschot auf Alter untersucht werden sollten, aber keine modellspezifischen Schwachstellen im Deck oder an der Rumpfnachbildung sind im Konstruktionsbericht bekannt.
Das Fazit
Die Ranger 28 ist ein konzentriertes Design einer Mull Half Ton: leicht, überbesegelt und schnell, gebaut in geringer Stückzahl während eines zweijährigen Zeitfensters. Sie belohnt einen regattaorientierten Eigner, der Agilität über Blauwasser-Zertifizierung stellt, und ihre Seltenheit macht ein gepflegtes Exemplar zu einem Boot, das man sich genau ansehen sollte.
Vorteile
- Edle Abstammung aus der Gary Mull Half Ton-Klasse mit Seltenheit von nur 130 Booten
- Leichte Verdrängung und eine für die Länge großzügige Breite
- Standard-HPHF-Index 180, konkurrenzfähig bei Regatten
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis schließt Regatten auf dem Ozean aus
- Die niedrige Komfort-Ratio sorgt für ein hartes Seeverhalten
- Minimale Wasserkapazität von nur 13 Gallonen







