Design und Konstruktion
Cape Dory Yachts baute die Rümpfe seiner Segelboote aus moderat schweren, handaufgelegten GFK-Laminaten aus Matratzen- und Wollglasgewebe mit Polyesterharz. Das Deck der 27 besteht aus massivem GFK statt eines Sandwichdecks. Der Bleiballast ist eine interne Gussform, die im hohlen Kiel eingegossen wurde; die Hohlräume wurden mit einer Polyester-Schlammlösung gefüllt und stark überlaminiert. Diese solide, unaufgeregte Struktur bildet die Grundlage für den Ruf des Bootes als robust und sicher auf See. Die Hand von Carl Alberg zeigt sich in einem konservativen Langkiel-Profil und am angehängten Ruder – ein Rumpf, der eher auf berechenbares Verhalten als auf Regatta-Leistung getrimmt ist. Dennoch überrascht die 27 mit ihrer Geschwindigkeit auf raumen Kursen.
Rigg und Seeverhalten
Für ein Boot mit Langkiel bietet sie ein unglaubliches Handling. Tester stellten fest, dass sie sich hervorragend aufraffen lässt und bei rechtzeitiger Reffung kaum Luvgierigkeit entwickelt. Auf raumen Kursen läuft sie sehr gut und kann Boote überholen, die deutlich größer und schwerer sind – und das zu überraschend schnellen Geschwindigkeiten bei auffrischendem Wind. Die serienmäßigen Barlow-Winschen der Größe 16 ohne Selbstholer reichen für die Crewarbeit aus, stellen jedoch eine bekannte Einschränkung beim Einhandsegeln dar. Fachzeitschriften empfahlen damals dringend, Selbstholer-Winschen nachzurüsten, wenn man allein segelt. Unter Motor ist der beliebteste Antrieb der Einzylinder-Yanmar YSM8, ein bekannter, zuverlässiger 8-PS-Diesel mit einem 8-Gallonen-Tank. Dieser sorgt für eine Reichweite von etwa 100 Meilen bei einem Verbrauch von nur einem Drittel Gallone pro Stunde. (1)
Unterbringung
Die 27 tauscht etwas Innenraumvolumen gegen eine große Plicht ein, die perfekt für Tagestouren mit Freunden an Bord ist. Unter Deck umfasst die Aufteilung eine große V-Koje und zwei Einzelkojen an Backbord und Steuerbord mittschiffs, wobei die Backbordkoje als Sofakoje dient. Ein langjähriger Eigner, der in Cruising World schrieb, stellte fest, dass zwar Platz für vier Personen vorhanden ist, das Übernachten mit drei Personen realistischer ist, da die leere Koje die gesamte Ausrüstung aller aufnimmt. Das Fehlen einer Achterkoje ist kein Nachteil: Es öffnet jede Menge Stauraum unter der Plicht für Ankergeschirr, Segel und Kajütausrüstung. Die Kabine ist einfach gehalten, nicht luxuriös, was zum ehrlichen Konzept des Bootes passt.
Ausrüstung und Systeme
Die Elektrik ist bewusst einfach gehalten: Ein 12-Volt-System mit separaten Verbraucher- und Startbatterien, gesteuert durch eine einfache Schalttafel, die die Kabinenbeleuchtung, die Navigationslichter, das Ankerlicht und die UKW-Funkanlage steuert. Es gibt keine komplexen Netzwerke, die ausfallen könnten – nur das Wesentliche auf unkomplizierte Weise. Diese Zurückhaltung passt zum Charakter des Bootes und hält den Unterhalt erschwinglich.
Das Fazit
Die Cape Dory 27 ist eine kleine Fahrtenyacht für Fahrtensegler, die sich belohnt, wenn man Vorhersehbarkeit und Seetüchtigkeit über reine Innenraumfläche stellt. Sie ist leicht zu handhaben, segelt auf raumen Kursen wirklich gut und wurde mit einer strukturellen Ernsthaftigkeit gebaut, die in ihrer Größenklasse selten ist. Die größten Kompromisse sind die bescheidenen Unterbringungsmöglichkeiten und die manuellen Winschen – beide Aspekte kann ein sorgfältiger Eigner jedoch problemlos planen.
Vorteile
- Knallharter, kompromisslos gebauter Langkiel für das Blauwassersegeln
- Unglaubliches Handling für ein Boot mit Langkiel; ausgewogen am Wind mit kaum Luvgierigkeit
- Überraschende Geschwindigkeit auf raumen Kursen, mit der größere, schwerere Boote überholt werden können
- Solider GFK-Rumpf und eingegossener Bleiballast für hohe Standfestigkeit auf See
- Große Plicht plus reichlich Stauraum unter der Plicht durch den fehlenden Achterkoje
- Einfache, zuverlässige 12-Volt-Systeme und weit verbreiteter, wartungsfreundlicher Yanmar YSM8-Diesel
Nachteile
- Der Innenraum geht zugunsten der Plicht verloren; eng für vier Personen über Nacht
- Serienmäßige Winschen ohne Achterwinsch begrenzen das Segelhandling einhand
- Bescheidene Leistung von 8 PS und Reichweite unter Diesel von nur 100 Meilen







