Design und Konstruktion
Parker verlieh den Booten von Russell Marine ein interessantes geteiltes Deckssprung, das vorn zusätzlichen Wohnraum schuf, während das Cockpit niedrig blieb. Der kurze Heckausleger bedeutete zudem, dass das Ruder nicht am Spiegel aufgehängt war. Yachting Monthly weist darauf hin, dass der charakteristische Bruch im Sprung, ein flaches Vordeck und ein verlängerter Spiegel oberhalb der Wasserlinie zu ganz eigenen Merkmalen gehören, während die Folkboat-Vergangenheit sich vor allem unter Wasser zeigt. Die Rümpfe wurden von Hurley Marine laminiert und als solide beschrieben, obwohl der Russell Marine-Ausbau eher schlicht war. Mit einer Gesamtverdrängung von 5.040 Pfund und einem Ballastanteil von 55 Prozent aus Eisen fällt sie genau in die Kategorie der nordischen Folkboats mit moderater Verdrängung. Im Vergleich zu einer Yacht wie der Nicholson 26 hat die leichtere Folkdancer elegantere Linien im Unterwasserschiff. (1)
Rigg und Handhabung
Der Segelplan war als Masttopprigg ausgelegt und nicht als 7/8-Rigg, eine Entscheidung von Parker, um unter den Regeln der RORC-Klasse, in die das Boot hineingeboren wurde, einen besseren Ausgleich zu sichern. Yachting Monthly charakterisiert das Rigg als konservativ und das Boot in Kombination mit einem Ballastanteil von über 50 Prozent als extrem steifes Ankertau. Es galt als echte Seeyacht, bei der der Schwerpunkt auf gute Leistung und Handhabung lag und nicht auf den Wohnkomfort – eine Tendenz, die durch die Aufteilung des Kajütaufbaus nur teilweise ausgeglichen wird. (1)
Unterbringung
Trotz des schlanken Rumpfes ist der Folkdancer unter Deck überraschend geräumig; das niedrige Dach und die erhöhte Vorsteven bieten eine akzeptable Stehhöhe im Ankertau. Es wurden zwei Versionen angeboten: eine recht einfache mit einer Basis-Küche, fünf Kojen und einer Nasszelle zwischen den V-Kojen im Vorschiff; die andere verzichtet auf eine Koje zugunsten einer Toilette mittschiffs und einer größeren Pantry achtern. Die Beschreibung von vier oder fünf Kojen in der Zeitschrift Yachting Monthly stimmt überein und weist darauf hin, dass das Layout selbst unter dem leistungsorientierten Konstruktionskonzept ein recht komfortables Wohnen ermöglichte. (1)
Das Fazit
Die Folkdancer verdient ihren Ruf als die ungeliebte Heldin der Folkboat-Dynastie – eine solide gebaute, steife Fahrtenyacht mit moderater Verdrängung, echtem Seeverhalten und mehr Platz unter Deck, als es ihr schmaler Vorschiffseintritt vermuten lässt. Sie ist ein Parker-Entwurf aus den 1960er Jahren, der dem Segler belohnt, der Handhabung über Glanz stellt. (1)
Vorteile
- Nachkomme eines Folkboats mit bewährter Regatta-Historie (Norsue gewann viele Trophäen)
- Solider, von Hurley laminiertem Rumpf mit 55 % Eisenballast und extrem hoher Steifigkeit
- Masttopp-Rigg abgestimmt auf das RORC-Handicap-System; flüssigere Linien als die Nicholson 26
- Geteilte Deckssaling schafft Platz im Vorschiff und eine niedrigere Plicht; zwei Kojen-Layouts verfügbar
Nachteile
- Einfache Ausstattung von Russell Marine
- Die Fokussierung auf Leistung und Handling ging auf Kosten der Wohnkomfort-Priorität







