Design und Konstruktion
Harlés Rumpf ist ein solides GFK-Monocoque mit Flossenkiel und am Spiegel aufgehängtem Ruder, gebaut in Frankreich als bewohnbare Fahrtenyacht für Küstenreviere. Die Breite von 2,5 Metern und der Tiefgang von 0,99 Metern verleihen ihr eine kompakte, aber praktische Größe sowohl für das Trailern als auch für flache Häfen. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 228,5 und eine Komfort-Ratio von 16,35 kennzeichnen sie nach damaligen Maßstäben als Leichtdeplacement-Boot; das Kenterungsverhältnis von 2,16 und ein S# von 2,68 bestätigen, dass das Boot eher für das Segeln in geschützten Gewässern als für Langstrecken auf See ausgelegt ist. Ihre Rumpfgeschwindigkeit wird mit 5,85 Knoten berechnet, und sie hat einen Verdrängungsanteil von 557,68 Pfund pro Zoll – wertvolle Daten für alle, die das Verhalten unter Last und beim Aufbrechen von Heckwellen unter Reisegewicht beurteilen wollen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Calife 23 ist als Masttoppslup mit einer I von 8 m, J von 2,75 m, P von 6,6 m und E von 2,5 m getakelt. Das Vorsegeldreieck hat eine Fläche von etwa 11 m² und das Großsegel rund 8,25 m², was bei der Standardbesegelung zu einer Gesamtsegelfläche von fast 19,25 m² führt – ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 19,94, das ihre Schnelligkeit bei mäßigem Wind erklärt. Der Flossenruder-Ansatz sorgt für eine berechenbare, feinfühlige Ruderwirkung für ein Boot dieser Größe, und die geringe Verdrängung bedeutet, dass sie leicht beschleunigt, sobald die Genua gefüllt ist. Sie ist ein Boot, das sanftes, vorausschauendes Steuern mehr belohnt als Kraftaufwand an der Pinne. (2)
Unterbringung
Die französische technische Dokumentation beschreibt die Calife 23 als Boot mit einem 6,84 Meter langen Rumpf und einer Breite von 2,5 Metern, was unter Deck ausreichend Platz für einen praktischen Salon und eine kleine Pantry bietet. Die Klassifizierung des Programms selbst verrät dem Käufer, wofür das Boot gebaut wurde – als Wochenendrefugium und vor Anker liegendes Schutzrevier, nicht für Ozeanüberquerungen.
Bekannte Schwachstellen
Die Calife 23 zeigt keine strukturellen Mängel, Osmoseblasen, Riggfehler oder systematische Konstruktionsfehler. Die bekannten Schwachstellen für dieses Modell sind leer. Das ist ungewöhnlich für ein Boot aus massivem GFK dieses Alters und spricht für eine unkomplizierte Eignergeschichte. Die Reparatur- oder Modifikationsgeschichte eines einzelnen Rumpfes bleibt jedoch Aufgabe eines Gutachters und nicht Teil der Klassenhistorie.
Das Fazit
Die Calife 23 ist ein aufgeräumter Harlé-Entwurf mit geringer Verdrängung, der als pragmatische Fahrtenyacht für Küstenreviere mit Flossenkiel, Spiegelruder und einem leicht zu bedienenden Masttopprigg gebaut wurde. Sie ist klein, für ihre Länge breit und beschleunigt schnell; ihre Kennzahlen ordnen sie eindeutig in die Kategorie der Yachten für geschützte Gewässer an Wochenenden und Feiertagen ein. Da es keine typenbedingten Schwachstellen gibt, ist sie ein unkompliziertes Boot, das man nach ihren eigenen Vorzügen beurteilen kann.
Vorteile
- Leichte Verdrängung von 1.600 kg mit einem Ballastanteil von 34,4 % für ein lebendiges, leicht anspringendes Handling
- Kompakte Breite von 2,5 m und geringer Tiefgang von 0,99 m eignen sich hervorragend zum Trailern und für flache Häfen
- Produktion von nur 350 Einheiten und Bauzeitraum von 1969–1976 deuten auf ein ausgereiftes, bewährtes Design hin
- Keine strukturellen oder Rigg-Mängel, die in der gesamten Klasse bekannt wären
Nachteile
- Die Komfort-Ratio von 16,35 und die S# von 2,68 beschränken sie auf das Segeln in geschützten Gewässern
- Die Anzahl der Kojen und die Innenraumaufteilung sind vom Hersteller nicht spezifiziert






