Design und Konstruktion
Die Hood 23 wurde als kleines, gut konstruiertes Segelboot und nicht als minimalistisches Trailerspielzeug konzipiert. Im Laufe der Jahre entstanden mindestens vier Versionen, darunter Varianten mit Hubdach und Schwert neben der Standard-Flossenkiel-Version. Die 1976 gebaute Arabesque zeigt die robustere Fahrtenversion mit Langkiel und einem vollständig aufrechten Kajütaufbau mit reichlich Licht. Ein massiver GFK-Rumpf und -Deck, ein Bleiballast von 1.850 Pfund (ca. 838 kg) mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 50 Prozent und eine Breite von 7,87 Fuß bei einer Länge über alles von 23,62 Fuß ergeben eine steife, leicht zu handhabende Plattform. Ein Kenterungsverhältnis von 2,04 und eine Komfort-Ratio nahe 17 ordnen sie eindeutig in den Bereich der gemütlichen Küstenkreuzer und nicht in die Klasse der Hochseefahrtenyachten. Die Zahlen erklären jedoch, warum Eigner das Boot für sehr berechenbar halten. (1)
Rigg und Handhabung
Ein Masttopp etwas über 11 Meter über der Wasserlinie trägt den Segelplan von 329 Quadratfuß. Dank des Flossenkiels geht sie sehr sauber über die Welle und hat sich noch nie in den Stagen verfangen. Eigner berichten, dass sie das Großsegel für die Fock einhand reffen und für die Sturmfock zweimal reffen, um das Ruder auszubalancieren, während das Großsegel und die Genua bei sehr leichtem Wind das Boot immer noch in Fahrt halten. Ein Probefahrtsegeln bei etwa 25 Knoten Wind mit voller Groß- und Vorsegel zeigte ihre Grenzen, und seitdem ist ein zweimal gerefftes Großsegel mit Sturmfock die ausgewogenere und komfortablere Konfiguration. Die Einschätzung des Konstrukteurs, dass ihr viele Schwachstellen fehlen, wird durch dieses gutmütige, leicht ausbalancierbare Verhalten bestätigt. (1)
Unterbringung
Das Kajütaufbau-Layout bietet volle Stehhöhe und viel Licht. Bei der Arabesque verfügt das zeitgenössische Interieur über grüne Vinylsitze mit dunklen Holzfurnierpaneelen. Eine klappbare Abdeckung über der Pantry dient gleichzeitig als Kartentisch – ein praktischer Touch für ein Boot dieser Größe. Ein Exemplar aus dem Jahr 1976 zeigt, wie das Kajütaufbaus-Format ohne aufwendige Sanierung ein Leben an Bord ermöglicht. Der Bereich der V-Koje und der Zugang über die vordere Luke wurden bei mindestens einem Boot später so umgebaut, dass eine 50-Liter-Wasserschlauchbox untergebracht werden kann, was zeigt, wie gut sich der Platz für kleine Upgrades eignet. (1)
Bekannte Schwachstellen
Bei der Inspektion der Arabesque zeigte sich Trockenfäule im Füllholz des Kajütaufbaus, ein nicht konformes Gasherd und Seeventile, die ausgetauscht werden mussten. Das Holzgerüst wurde später von der Eignerfamilie ersetzt, und die alten Absperrschieberventile wurden durch Bronzescheibenventile ersetzt, deren geschlossener Zustand auf den ersten Blick erkennbar ist. Dies sind punktuelle, behobene Mängel und keine systemischen strukturellen Fehler, aber ein Käufer sollte den Zustand des Kajütaufbaums und der Seeventile als wichtige Inspektionspunkte betrachten. (1)
Refits und Eignerschaft
Nachdem die Großfall bei einem Sturm durchgescheuert war, rüstete der Eigner auf Spectra-Fallen um – ein vernünftiger Modernisierungsschritt für ein Boot aus den 1960er Jahren. Die Pinne wurde durch das Einsetzen neuer Holzschichten repariert, und ein einflammiger Propangasherd mit einem am Spiegel montierten Marinegrill ersetzte den nicht mehr konformen Originalherd, eine Verbesserung, die der Eigner als absolut seetüchtig empfand. Ein 15 PS starker Johnson-Außenborder bot zusätzlichen Antrieb auf dem Arabesque, und ein 15 Pfund schwerer CQR-Anker hielt sich auch bei rauer See sicher. Die Hood 23 Yacht Association zählt nur etwa 20 registrierte Boote, obwohl der Klassenpräsident glaubt, dass Hunderte noch auf dem Wasser unterwegs sind. (1)
Das Fazit
Die Hood 23 ist eine durchdacht konstruierte kleine Fahrtenyacht, die eine sorgfältige Besichtigung des Kajütaufbaus und der Seeventile lohnt, aber ein ungewöhnlich ausgewogenes Segelboot mit wenigen Schwachstellen für ihre Länge bietet. Der Entwurf von Warwick Hood – eine gut gebaute kleine Leistungsmaschine – liest sich noch heute deutlich in ihrem Seeverhalten und dem Leben an Bord ab.
Vorteile
- Gutmütiges, leicht auszubalancierendes Ruderverhalten mit einer Reffdisziplin, die zum Segeltyp passt
- Steuerhaus mit voller Stehhöhe und praktischer Kombination aus Pantry und Kartentisch
- Solide GFK-Konstruktion mit erheblichem Bleiballast für diese Bootsgröße
Nachteile
- Die Sperrholzklötze im Kajütaufbau neigen bei Vernachlässigung zu Trockenfäule
- Die originalen Gasherd und Schottkipp-Seeventile müssen häufig ausgetauscht werden
- Die kleine registrierte Flotte sorgt dafür, dass Ersatzteile für die Klasse weniger sicher verfügbar sind als bei Großserienmarken







