Design und Konstruktion
North Sea Craft baute die Samphire 23 sowohl für Rumpf als auch Deck aus massivem GFK, wobei der Eisenballast in einem Langkiel getragen wird. Die Proportionen zeigen dies deutlich: Eine Breite von 7 Fuß 9 Zoll ergibt ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,94, während eine Verdrängung von rund 5.376 Pfund bei einem 22-Fuß-9-Zoll-Rumpf zu einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 429 führt – ein Wert, mit dem yachtdatabase.com das Boot in die Kategorie der „ultraschweren Fahrtenyachten“ einordnet. Diese Masse gepaart mit etwa 13 Quadratmetern benetzter Fläche kennzeichnet ein Boot, das eher auf Stabilität als auf Geschwindigkeit ausgelegt ist. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,77 und ihr Komfort-Ratio von 28,1 unterstreichen diesen Charakter – ein kurzer, klobiger, beruhigend stabiler Rumpf, dessen theoretische maximale Rumpfgeschwindigkeit 5,6 Knoten beträgt und dessen Absenkungsrate von etwa 85 kg pro Zentimeter bedeutet, dass sie schwer auf dem Wasser liegt und ihren Trimm nur langsam durch Laständerungen verändert. (1)
Rigg und Handhabung
Die Samphire 23 ist als Masttoppslup getakelt. Die Spezifikationen für die damalige Zeit sehen überall 10-mm-Schoten vor – Vorsegel, Genua, Großschot und Spinnaker teilen diese Dimension, wobei die Großschot 17,3 Meter lang geführt wird und die Genuaschoten 6,9 Meter. Der Langkieler mit am Spiegel aufgehängtem Ruder und einem Tiefgang von 2,92 bis 3,22 Fuß je nach Beladung sorgt für ein berechenbares Kursverhalten und verzeiht unpräzises Steuern, auf Kosten der Agilität bei engen Manövern. Ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 12,30 stuft sie nach modernen Maßstäben als untertakelt ein – ausreichend für ein gemütliches Schippern bei leichtem Wind, aber nie für sportliche Leistungen.
Unterbringung
Mit einer Breite von 7 Fuß 9 Zoll und einer Länge über alles von knapp unter 23 Fuß bietet das Boot das Volumen, das man von einer kleinen, schweren Taschen-Fahrtenyacht dieser Ära erwarten würde – wobei der Schwerpunkt auf Ballast und Rumpftiefe lag und nicht auf Quadratfuß im Salon.
Das Fazit
Die Samphire 23 ist eine Kuriosität – ein David Cannell-Entwurf aus den späten 1970er Jahren, der in geringer Stückzahl von North Sea Craft gebaut wurde. Ihre extrem hohe Verdrängung und die Langkielform machen sie zu einer stabilen, langsamen und absolut konventionellen kleinen Fahrtenyacht. Für einen Käufer, der Nischencharakter und Standfestigkeit über Geschwindigkeit oder Platz stellt, ist sie ein ehrliches, wenn auch seltenes Exemplar.
Vorteile
- Extrem stabile Rumpfform (Kenterungsverhältnis 1,77, Komfort-Ratio 28,1)
- Einfache, robuste Bauweise aus massivem GFK
- Gutmütiges Handling dank des Langkiels
Nachteile
- Das sehr geringe Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (12,30) begrenzt die Leistung
- Die winzige Produktionsstückzahl führt zu einem Mangel an Ersatzteilen und Support





