Design und Konstruktion
Die 370 gehört zur Roberts Spray-Serie und wurde von Bruce Roberts als Performance-Cruiser entworfen, der sich sowohl im Clubsegeln als auch auf Langstreckentörns bewährt hat. Der Rumpf kann mit Radius-Knickspant, Mehrfachknickspant oder rundem Spant gebaut sein. Die veröffentlichten Berichte beschreiben robuste, geschweißte oder handaufgelegte Rümpfe mit Sandwichdecks aus Schaumkern bei den Stahl-, Aluminium- oder GFK-Versionen sowie Mehrfachknickspant-Rümpfe aus Stahl, Aluminium oder GFK. Eine Roberts 370 E mit Radius-Knickspant und Aluminiumrumpf wurde in Australien gebaut, und eine Mehrfachknickspant-Version aus Finnland absolvierte die Northwest Passage. Als Werftoption wird ein maßgeschneiderter Sicherheits-Skeg angeboten, der die besten Eigenschaften einer langen Flossen-und-Skeg-Konfiguration nutzt und gleichzeitig einen zusätzlichen Schutzfaktor bietet. (1)
Abmessungen und Rigg
Mit einer Länge über alles von 37 Fuß 4 Zoll, einer Wasserlinienlänge von 31 Fuß 8 Zoll und einer Breite von 12 Fuß 4 Zoll verdrängt die 370 etwa 18.760 Pfund, wobei der Ballast zwischen 7.000 und 8.000 Pfund liegt. Der Tiefgang ist konfigurierbar: als Flachkiel-Option mit 4 Fuß 9 Zoll Tiefgang oder als tiefer Flossenkiel mit 6 Fuß 6 Zoll. Das Boot ist als Masttoppslup oder -kutter getakelt, wobei der Standard-Segelplan rund 650 bis 700 Quadratfuß umfasst (Großsegel, Genua und Stagsegel); das Großsegel misst im Luv etwa 40 Fuß und im Achterliek 14 Fuß. Die Pläne des Werften bieten auch Kutter-, Slup- oder Ketsch-Rigg an, und das Design läuft unter allen diesen Takelungen hervorragend.
Leistung unter Segeln
Die Rezension von Sailboat-data bescheinigt der 370 eine effiziente Leistung bei Winden von 15 bis 35 Knoten, eine Rumpfgeschwindigkeit von 7 bis 8,5 Knoten und ein stabiles, seegängiges Verhalten. Die Korrespondenz der Eigner bestätigt dies ohne Umschweife: Ein Eigner schrieb, dass das Boot sehr gut segelt, und ein anderer berichtete, dass er mit 35 bis 40 Knoten Wind am Backbordheck ohne jegliche Schwierigkeiten vorankam, während er mit dem Motor lief und 2,5 bis 3 Meter hohe Wellen surfte, was er als sehr beeindruckend bezeichnete. Ein in Kroatien gebautes Exemplar weist eine registrierte Höchstgeschwindigkeit von 12 Knoten auf. Die Klasse hat sich bei Pazifiküberquerungen und Antarktisexpeditionen bewährt, und Stahl-S370B-Varianten wurden von Weltumseglern eingesetzt. (1)
Unterbringung
Im Innenraum ist die 370 eher für das Leben an Bord als für Wochenendregatten gebaut. Zu den Layout-Optionen gehören sowohl das Pilothouse- als auch das Mittelcockpit-Layout neben der Basiskonfiguration mit Achtercockpit, mit einer Stehhöhe von 1,98 m (6 Fuß 6 Zoll) im geräumigen Innenraum, der für 6 bis 8 Kojen ausgelegt ist. Der Entwurf bietet eine V-Koje im Vorschiff, einen U-förmigen Salon, eine L-Küche, eine Doppelkabine achtern und zwei Nasszellen mit Duschen. Die Tankkapazitäten sind großzügig bemessen mit 380 bis 570 Litern Kraftstoff und 570 bis 760 Litern Wasser, was dem Langstreckenprofil des Designs entspricht.
Eignerschaft und Refit-Kontext
Da die 370 ausdrücklich für Selbstbauer entworfen wurde, besteht die Gebrauchtflotte aus einer Mischung von professionell fertiggestellten und vom Amateur abgeschlossenen Rümpfen in drei verschiedenen Baumaterialien sowie mit verschiedenen Rigg- und Layout-Optionen. Ein Boot namens HELIOS wurde am 22. Juni 1993 getauft, und sein Eigner schrieb später, dass der Entwurf wirklich großartig sei und er ihn jedem empfehlen würde, der davon träumt zu segeln. Die Aluminium-370E-Bauten namens Soteria und die GFK-S370B-Einhandsegler zeigen, wie weit die Plattform geführt wurde. Als Antrieb dient ein Diesel-Motor im Bereich von 30 bis 50 PS, wie zum Beispiel ein Yanmar 4JH, wobei die Werftangaben je nach Konfiguration mindestens 20 bis 33 PS vorsehen. (1)
Das Fazit
Die Bruce Roberts 370 ist eine echte Expeditionen-Yacht von 37 Fuß, deren Stärke in der konfigurierbaren Bauweise und einem für das Leben an Bord ausgelegten Innenraum liegt, der die Seetüchtigkeit nicht beeinträchtigt. Es handelt sich nicht um ein in Serie gebautes Boot mit einer einzigen Ausführung; der Käufer muss verstehen, welche Rumpfform, welches Rigg und welches Baumaterial ein bestimmtes Exemplar repräsentiert. Für ein Paar oder eine kleine Crew, die Abenteuer ohne Kompromisse sucht, bleibt sie eine zeitlose Wahl.
Vorteile
- Flexible Rumpfkonstruktion (Stahl, Aluminium, GFK; Radius/Knickspant/Rundspant) für Eigenbauten oder den Profi-Bau
- Bewährte Hochseeruf: Pazifik, Antarktis, Northwest Passage, Weltumsegelungen
- Seetüchtiges Verhalten mit hoher Leistung von 15–35 Knoten und einer Rumpfgeschwindigkeit von 7–8,5 Knoten
- Reichhaltiger Innenraum mit 6–8 Kojen, zwei Nasszellen, 6'6" Stehhöhe und 150–200 Gallonen Wasser
Nachteile
- Aufgrund des Selbstbaus gibt es in der Flotte große Unterschiede in der Verarbeitungsqualität und den Systemen
- Die Komplexität der Konfiguration (Rigg, Kiel, Layout, Material) erfordert eine sorgfältige Einzelbewertung







