Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, und Bowmans langjährige Erfahrung im Bau nach den Maßgaben des Lloyd’s Register mit dicken, stark laminierten Schichten prägt den Charakter dieser Generation – selbst wenn das jeweilige Gutachten dies nicht explizit bestätigt. Die Corsair hat eine Verdrängung von 23.500 Pfund bei einer Breite von 12,92 Fuß, was zu einem Verhältnis von Länge zu Breite von 3,56 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 322 führt – Werte, die sie eindeutig zu schwer gebauten Fahrtenyachten mit einem komfortorientierten Seeverhalten zählen lassen. Ihr Komfort-Ratio liegt bei 33,0 und der Kenterungsverhältnis beträgt 1,81. Beides passt zu einem stabilen, seegütigen Rumpf, der für Langstrecken und nicht für Geschwindigkeitsrekorde gebaut wurde. Die benetzte Fläche beträgt etwa 559 Quadratfuß, und das Immersionsverhältnis von rund 1.439 Pfund pro Zoll spricht für einen Rumpf, der sich gegenüber Lasten oder Wellenbewegungen nur schwer verformen lässt. (1)
Kieloptionen und Tiefgang
Bowman bot die 46 Corsair mit verschiedenen Kielalternativen an, und die Wahl verändert entscheidend den Revierbereich des Bootes. Die Version mit Festkiel und Schwert hat je nach Beladung nur einen Tiefgang von etwa 1,68 bis 1,77 Metern (5,51 bis 5,81 Fuß) und kann so problemlos in die meisten Marinas einfahren. Die Langkiel-Variante liegt mit rund 2,13 bis 2,21 Metern (6,99 bis 7,29 Fuß) deutlich tiefer und kann nur in großen Marinas anlegen – eine erhebliche Einschränkung für Käufer, die das Mittelmeer oder geschützte Gewässer ansteuern möchten. Beide Varianten sind im Stammbaum als Flossen- oder Langkiel ausgeführt, und dieser Tiefgangsbereich ist der größte praktische Unterschied zwischen den einzelnen Booten. (1)
Rigg und Segelplan
Sie ist mit einem Masttopprigg ausgestattet und trägt eine Segelfläche von 720 Quadratfuß aus Großsegel und Fock, was ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 14,0 bei dem ISO-Referenzsegel und 16,8 mit einer 135 % Genua ergibt – genügend Segelfläche, um die Verdrängung zu bewegen, ohne extrem hohe Riggbelastungen zu erfordern. Die stehenden und laufenden Gewichte passen zum Boot: Das Großfall hat eine Länge von geschätzten 110,5 Fuß bei einem Durchmesser von 14 mm, die Genuaschoten sind 46 Fuß und 5/8 Zoll lang, und die Großschot ist eine 115 Fuß und 5/8 Zoll lange Leine. Eine Spinnakerfall und -schoten gehörten zum ursprünglichen Inventar, was bestätigt, dass der Segelplan für das Segeln vor dem Wind ausgelegt war. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 7,6 Knoten, dem erwarteten Maximum für einen Verdränger dieser Länge.
Unterbringung
Unter Deck verzeichnet die Yachtdatenbank ein Kabinenlayout mit fünf Kojen und einer Wasserkapazität von 169 US-Gallonen. Die Beschreibung als Ein-Kabinen-Yacht spiegelt das bei der Besichtigung festgestellte Layout wider und nicht die Behauptung, dass kein Eigner das Boot im Laufe der Jahrzehnte umgebaut hat. Es ist jedoch die einzige Unterbringungsdaten, die das Gutachten bestätigt. Für eine 46-Fuß-Fahrtenyacht dieses Gewichts passen diese Kojeanzahl und Tankkapazitäten zu einem Boot, das für das Leben an Bord ausgelegt ist, und nicht für eine maximale Charter-Dichte.
Das Fazit
Die Bowman 46 Corsair ist eine bewusst schwer gebaute, seegängige Fahrtenyacht aus der Zusammenarbeit von Holman & Pye und Bowman Yachts aus den frühen 1970er Jahren. Ihr Vorzug liegt in ihrer strukturellen Solidität und dem stabilen Seeverhalten; ihr Kompromiss sind der tiefgangsabhängige Zugang zu den Liegeplätzen und eine eher konservative Geschwindigkeit. Die Wahl des Kiels ist die entscheidende Variable bei einem Gebrauchtboot.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf in der robusten Bowman-Tradition mit einem Kenterungsverhältnis von 1,81 und einer Komfort-Ratio von 33,0
- Option mit geringem Schwertstummel/Tiefgang öffnet die meisten Marinas
- Großzügige Wasserkapazität von 169 Gallonen für ausgedehnte Törns
Nachteile
- Die Langkiel-Version ist auf den Zugang zu großen Marinas mit einem Tiefgang von rund 2,1 Metern beschränkt
- Das konservative theoretische Höchsttempo von 7,6 Knoten eignet sich für Langstreckenfahrten, nicht für Regatten
- In der Gutachten-Spezifikation ist nur ein Kabinenaufbau dokumentiert









