Beneteau First 45 F5 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Bruce Farr·1990·Beneteau
Beneteau First 45 F5 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
46.59' · 14.2 m
Verdr.
23.149 lbs · 10.500 kg
Erstes Baujahr
1990

Die Beneteau First 45 F5 kam 1990 als Ergebnis einer dreiseitigen Zusammenarbeit zwischen Beneteau, dem Konstrukteur Bruce Farr und dem italienischen Designbüro Pininfarina auf den Markt – eine Partnerschaft, die die Werft als Quelle für „unverschämte Schönheit und kühne Perfektion“ beschrieb. Sie war ein weltweiter Erfolg und, um es mit den Worten der Marke zu sagen, eine Segelyacht, die alle anderen übertreffen sollte. Es wurden etwa 240 Exemplare gebaut, was sie zu einer relativ seltenen, aber gut dokumentierten PerformanceFahrtenyacht ihrer Ära macht.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
46,59 ft
Länge an Deck
45,6 ft
Länge in der Wasserlinie
39,04 ft
Breite
13,94 ft
Tiefgang
7,05 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
8.378 lbs (Eisen)
Verdrängung
23.149 lbs
Wasserkapazität
172 gal
Kraftstoffkapazität
42 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
55,45 ft
Unterliek Großsegel
18,7 ft
Vorsegeldreieck Höhe
53,15 ft
Vorsegeldreieck Basis
15,09 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
55,25 ft
Segelfläche
1.194,79 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
23,53
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
36,19
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
173,68
Komfort-Ratio
25,93
Kenterungsverhältnis
1,96
Rumpfgeschwindigkeit
8,37 kn

Design und Konstruktion

Farrs Rumpf für die First 45 F5 wird weithin gelobt, und das Boot zeichnet sich durch ein moderates Gesamtrumpfdesign aus. Der Bug zeigt minimalen Überhang mit einem feinen Vorschiffseintritt, der schnell in U-förmige Abschnitte übergeht, sich dann nach mittschiffs hin abrundet und zum Heckanker hin leicht flacher wird. Der Aufbau zeigt einen Rumpf mit erheblicher Breite im Achterschiff, was zur Stabilität beiträgt und den breiten Spiegel mit dem Namen des Designers stützt. Ein tiefer Flossenkiel mit hoher Streckung und geschwungenen Vorder- und Hinterkanten, kombiniert mit einem Spatenruder, das genau am hinteren Ende der Konstruktions-Wasserlinie platziert ist, vervollständigt ein Rumpfprofil, das durch eine umgekehrte Kimm gekennzeichnet ist. (1)

Das Deck ist der Bereich, in dem der Einfluss von Pininfarina dominiert. Das gesamte Profil fließt in einer fast durchgehenden, sauberen Linie vom kurzen Vordeck bis zum Spiegelende, und Testsegler stellten fest, dass die glatten, skulpturalen Linien auf einen sehr geringen Windwiderstand hinweisen. Ein Tester bemerkte eine unbestimmte Form des Decks, die ihm trotz der sorgfältigen Akzentlinien persönlich weniger ansprechend erschien, und der Spiegel selbst verfügt über keinen Badeplattform. (1)

Rigg und Handhabung

Treue zu Farrs Regatta-Herkunft ist das Rigg als 7/8-Slup mit einer bemerkenswert kurzen J-Dimension von 15 Fuß. Die Salingen sind stark nach achtern gepfeilt, ohne dass Backstagen oder Checkstays gesetzt werden müssen, was das Rigg für das Segeln mit kleiner Crew vereinfacht. Polarkarten zeigen eine starke Leistung auf raumen Kursen, und das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 18,59 reicht aus für schnelles Ankern auf Törn. Ein Kompromiss befindet sich in der Plicht: Das Großsegel wird mittschiffs an der Baumspitze gefiert, was ein Designkritiker zwar praktisch, aber nicht effizient fand und die Entscheidung eher dem Marketing als der Konstruktion zuschrieb. Die moderate Verdrängung des Rumpfes von etwa 23.100 Pfund und ein Längen-Verhältnis (L/W) nahe 200 halten das Boot lebendig, ohne extrem zu sein. (1)

Unterbringung

Es wurden drei Innenraumaufteilungen angeboten: zwei Eignerkabine-Varianten sowie ein Vier-Kabinen-Layout, wobei die Eignerkabine-Version wiederum in zwei- und dreikabiniger Ausführung unterteilt war. Jede Version verfügt über Doppelkojen; die Zwei- und Dreikabinen-Layouts bieten zusätzlich eine Einzelkoje direkt neben der vorderen Doppelkoje. Alle Varianten teilen sich einen gemeinsamen ovalen Salon mit einer Insel im Mittelgang, und das Interieur selbst wurde von Pininfarina in Zusammenarbeit mit dem Farr-Anker gestaltet. Die Ästhetik von Deck und Innenraum von Pininfarina erstreckt sich sowohl nach oben als auch nach unten und verleiht dem Boot eine durchgehende Designsprache, die bei Serien-Fahrtenyachten dieser Zeit selten ist. (2)

Bekannte Schwachstellen

Die ungleichmäßige Schotführung auf halber Baumhöhe ist eher ein Konstruktionsmerkmal als ein Versagen, und das Fehlen einer Badeplattform am Spiegel ist eine stilistische Entscheidung. Die bekannten Punkte, auf die ein Käufer achten sollte, sind der vermarktungsbedingte Kompromiss beim Rigg und die unkonventionelle Decksschulter, wobei keines dieser Punkte die Seetüchtigkeit beeinträchtigt.

Refits und Eignerschaft

Mit rund 240 gebauten Einheiten und Berichten von 80 Verkäufen auf der Pariser Bootsmesse bei der Markteinführung ging die First 45 F5 in einer für eine Semi-Custom-Performance-Fahrtenyacht beachtlichen Stückzahl in den Dienst. Die Zusammenarbeit von Beneteau, Farr und Pininfarina bedeutet, dass die Original-Decksbeschläge, der Innenausbau und die Riggkomponenten eine spezifische Designphilosophie der späten 1980er bis 1990er Jahre widerspiegeln.

Das Fazit

Die First 45 F5 ist eine markante Fusion aus Farrs bewährter Rumpfkonstruktion und Pininfarinas windstarkem Design, gebaut in geringer Stückzahl, aber mit echtem Hochsee-Charakter. Sie belohnt Segler, die eine aufgeräumte Decksästhetik und hohe Geschwindigkeit auf raumen Kursen über maximale Effizienz an der Großschot stellen.

Vorteile

  • Farr-Rumpf mit moderaten, gut ausgewogenen Proportionen und hervorragender Leistung auf raumen Kursen
  • Pininfarina-Deck mit außergewöhnlich glatten Linien und geringem Windwiderstand
  • Drei flexible Innenraumaufteilungen, die eine großzügige ovale Dinette teilen
  • Etwa 240 gebaut, mit erfolgreicher Weltumsegelung

Nachteile

  • Die Großschotführung mittig im Baum ist praktisch, aber nicht effizient
  • Der Spiegel verfügt über keinen Badeplatz
  • Die unregelmäßige Decksform sorgt bei den Testern für geteilte Meinungen

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