Design und Konstruktion
Farrs Rumpf für die First 45 F5 wird weithin gelobt, und das Boot zeichnet sich durch ein moderates Gesamtrumpfdesign aus. Der Bug zeigt minimalen Überhang mit einem feinen Vorschiffseintritt, der schnell in U-förmige Abschnitte übergeht, sich dann nach mittschiffs hin abrundet und zum Heckanker hin leicht flacher wird. Der Aufbau zeigt einen Rumpf mit erheblicher Breite im Achterschiff, was zur Stabilität beiträgt und den breiten Spiegel mit dem Namen des Designers stützt. Ein tiefer Flossenkiel mit hoher Streckung und geschwungenen Vorder- und Hinterkanten, kombiniert mit einem Spatenruder, das genau am hinteren Ende der Konstruktions-Wasserlinie platziert ist, vervollständigt ein Rumpfprofil, das durch eine umgekehrte Kimm gekennzeichnet ist. (1)
Das Deck ist der Bereich, in dem der Einfluss von Pininfarina dominiert. Das gesamte Profil fließt in einer fast durchgehenden, sauberen Linie vom kurzen Vordeck bis zum Spiegelende, und Testsegler stellten fest, dass die glatten, skulpturalen Linien auf einen sehr geringen Windwiderstand hinweisen. Ein Tester bemerkte eine unbestimmte Form des Decks, die ihm trotz der sorgfältigen Akzentlinien persönlich weniger ansprechend erschien, und der Spiegel selbst verfügt über keinen Badeplattform. (1)
Rigg und Handhabung
Treue zu Farrs Regatta-Herkunft ist das Rigg als 7/8-Slup mit einer bemerkenswert kurzen J-Dimension von 15 Fuß. Die Salingen sind stark nach achtern gepfeilt, ohne dass Backstagen oder Checkstays gesetzt werden müssen, was das Rigg für das Segeln mit kleiner Crew vereinfacht. Polarkarten zeigen eine starke Leistung auf raumen Kursen, und das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 18,59 reicht aus für schnelles Ankern auf Törn. Ein Kompromiss befindet sich in der Plicht: Das Großsegel wird mittschiffs an der Baumspitze gefiert, was ein Designkritiker zwar praktisch, aber nicht effizient fand und die Entscheidung eher dem Marketing als der Konstruktion zuschrieb. Die moderate Verdrängung des Rumpfes von etwa 23.100 Pfund und ein Längen-Verhältnis (L/W) nahe 200 halten das Boot lebendig, ohne extrem zu sein. (1)
Unterbringung
Es wurden drei Innenraumaufteilungen angeboten: zwei Eignerkabine-Varianten sowie ein Vier-Kabinen-Layout, wobei die Eignerkabine-Version wiederum in zwei- und dreikabiniger Ausführung unterteilt war. Jede Version verfügt über Doppelkojen; die Zwei- und Dreikabinen-Layouts bieten zusätzlich eine Einzelkoje direkt neben der vorderen Doppelkoje. Alle Varianten teilen sich einen gemeinsamen ovalen Salon mit einer Insel im Mittelgang, und das Interieur selbst wurde von Pininfarina in Zusammenarbeit mit dem Farr-Anker gestaltet. Die Ästhetik von Deck und Innenraum von Pininfarina erstreckt sich sowohl nach oben als auch nach unten und verleiht dem Boot eine durchgehende Designsprache, die bei Serien-Fahrtenyachten dieser Zeit selten ist. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die ungleichmäßige Schotführung auf halber Baumhöhe ist eher ein Konstruktionsmerkmal als ein Versagen, und das Fehlen einer Badeplattform am Spiegel ist eine stilistische Entscheidung. Die bekannten Punkte, auf die ein Käufer achten sollte, sind der vermarktungsbedingte Kompromiss beim Rigg und die unkonventionelle Decksschulter, wobei keines dieser Punkte die Seetüchtigkeit beeinträchtigt.
Refits und Eignerschaft
Mit rund 240 gebauten Einheiten und Berichten von 80 Verkäufen auf der Pariser Bootsmesse bei der Markteinführung ging die First 45 F5 in einer für eine Semi-Custom-Performance-Fahrtenyacht beachtlichen Stückzahl in den Dienst. Die Zusammenarbeit von Beneteau, Farr und Pininfarina bedeutet, dass die Original-Decksbeschläge, der Innenausbau und die Riggkomponenten eine spezifische Designphilosophie der späten 1980er bis 1990er Jahre widerspiegeln.
Das Fazit
Die First 45 F5 ist eine markante Fusion aus Farrs bewährter Rumpfkonstruktion und Pininfarinas windstarkem Design, gebaut in geringer Stückzahl, aber mit echtem Hochsee-Charakter. Sie belohnt Segler, die eine aufgeräumte Decksästhetik und hohe Geschwindigkeit auf raumen Kursen über maximale Effizienz an der Großschot stellen.
Vorteile
- Farr-Rumpf mit moderaten, gut ausgewogenen Proportionen und hervorragender Leistung auf raumen Kursen
- Pininfarina-Deck mit außergewöhnlich glatten Linien und geringem Windwiderstand
- Drei flexible Innenraumaufteilungen, die eine großzügige ovale Dinette teilen
- Etwa 240 gebaut, mit erfolgreicher Weltumsegelung
Nachteile
- Die Großschotführung mittig im Baum ist praktisch, aber nicht effizient
- Der Spiegel verfügt über keinen Badeplatz
- Die unregelmäßige Decksform sorgt bei den Testern für geteilte Meinungen









