Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus handaufgelegtem GFK mit massivem Laminat gefertigt, während das Deck mit Balsa- oder Airex-Kern und einer herkömmlichen Innengelenk-Bindung versehen ist. Die Steifigkeit unter Wasser kommt von einem Gitterwerk aus neun Längsträgern über die gesamte Bootslänge, zwölf Querträgern und einer Edelstahl-I-Beam, die auch den durchgesteckten Mast trägt. Der Ballast besteht aus einer 14.500 Pfund schweren Blei-Innenschale, die im GFK-Kiel eingegossen ist. Das Unterwasserschiff kombiniert einen Langkiel mit einem separaten, Skeg-aufgehängten Ruder für ein weiches, ausgewogenes Seeverhalten. Über der Wasserlinie verfügt die Stevens Hylas 47 über einen modernen, geneigten Bug mit moderatem Deckssprung und ein „Raketenboot“-Heck, das das Anlegen an tiefen Stellen erleichtert. (1)
Rigg und Handhabung
Ein kraftvolles Kutterrigg thront auf einem 63 Fuß hohen, brückenfreundlichen Mast, der in der Höhe ideal für die US-Atlantikküste ist. Die Püttinge sind im Innenlieger platziert, was die Schotwinkel verbessert und die Seitendecks frei für Bewegungen beim Ankern lässt. Die Rumpfform und das Kiel-Ruder-Layout machen das Boot unerwartet steif und schnell, ausgewogen in jeder Situation und weich auf See. Das Design gilt als absolut seetüchtig für Tagestouren von bis zu 200 Seemeilen. Cruising World lobte den hohen Kutter für seine starke Leichtwindleistung und Flexibilität bei schwerem Wetter gleichermaßen. Das Skeg-aufgehängte Ruder – unterstützt durch drei Lager, wobei das unterste Lager weit über dem Skeg-Winkel positioniert ist, um ein Festklemmen bei einer harten Grundberührung zu verhindern – ermöglicht es dem Boot, sich unter Motor in etwa zwei Mal seiner Länge zu drehen. Bei niedriger Rückwärtsfahrt neigt das Boot jedoch dazu, etwas gegen den Wind zu schlingern. (1)
Unterbringung
Ein breiter Rumpf mit einer Breite von 14 Fuß und 3 Zoll bietet Platz für drei Kabinen, die in hellem Teakholz mit markantem Holzinnenausbau ausgestattet sind. Die meisten Exemplare zeigen eine Doppelkoje auf der Mittellinie achtern, obwohl einige Stevens-Rümpfe geteilte Kojen hatten. Der Salon ist bewusst schmal gehalten, da die Wachkojen über und außerhalb jedes Sofas liegen – eine Aufteilung, die Eigner meist in zusätzlichen Stauraum für das Fahrtensegeln umgebaut haben, was unterwegs auch sicherer unter den Füßen ist. Vier Personen passen an dem L-förmigen Tisch, sechs bei ausgeklapptem Blatt. Vor dem Salon befinden sich eine Nasszelle mit Dusche an Steuerbord, ein Kajütaufbau an Backbord und eine V-Koje im Vorschiff; jede Kabine verfügt über einen Kleiderschrank. Die Pantry nimmt den Niedergang an Backbord ein, eine vollwertige, nach vorn gerichtete Navigationsecke befindet sich an Steuerbord, und der Motor sitzt weit vorn unter dem Cockpit mit dreiseitigem Zugang unter einem Küchentresen. Für die Belüftung sorgen sechs Luken, 14 öffnende Bullaugen und fünf schließbare Dorade-Luken.
Bekannte Schwachstellen
Feste Backbordlichter können undichten, sodass Wasser das Innenschichtholz erreichen kann. Daher sollte bei jedem Gutachten nach Verfärbungen im Bereich dieser Lichter gesucht werden. (1)
Das Fazit
Die Hylas 47 ist eine speziell für das Fahrtensegeln auf Langstrecke gebaute Fahrtenyacht mit einer robusten Bodengruppe, einem steifen und schnellen Rumpf sowie einem dreikabinigen Innenraum, der sich zu einer praktischen Fahrtenyacht für Weltreisen entwickelt hat. Ihr in Taiwan gebauter Massivholzrumpf und ihr Sandwichdeck in Kombination mit dem Langkiel mit Blei-Bodenkiel und dem Skeg-Ruder machen sie zu einem ausgewogenen, stabilen Hochseeboot und nicht zu einer leichten Regatta-/Fahrtenyacht. Der schmale Salon und die vordere Motorplatzierung sind typische Konstruktionen dieser Ära, die Sicherheit im Seegang und Servicezugang über modische Offenheit stellen.
Vorteile
- Steife, schnelle Rumpfform mit zuverlässigen Tagesetappen von 200 Meilen
- Robuste innere Struktur: Längsträger-Raster plus Edelstahl-I-Träger-Maststütze
- Teak-Innenausbau mit drei Kabinen und praktischer Aufteilung für das Segeln auf See
- Durch Brücken fahrender 63-Fuß-Mast mit inneren Püttingen und feinen Schotführungen
Nachteile
- Undichte Luken können das Furnier beschädigen; alle festen Lichter müssen inspiziert werden
- Der enge Salon schränkt den modernen Anspruch an ein offenes Raumkonzept ein
- Die Produktion endete 1991; es gibt keine aktuelle Werftunterstützung mehr für diese Generation






