Design und Konstruktion
Die Ovni 56 ist komplett aus Aluminium gebaut – eine Materialwahl, die sich vom Rumpf bis zum Spiegel durchzieht und den Ansatz der Marke für robuste Langstreckenboote prägt. Ihr Kiel ist als Schwertkiel ausgeführt, der sich drehen und anheben lässt. Dadurch kann das Boot je nach Beladung in etwa 0,80 bis 0,90 Meter Wassertiefe sinken und bei flachen Gewässern oder Ankerpassagen im Binnenland wieder eingeholt werden. Die Proportionen des Rumpfes sind bemerkenswert großzügig: Ein Längen-Breiten-Verhältnis von 3,32 ordnet sie zu den geräumigeren Layouts ihrer Klasse ein, und ein Absenkungsvermögen von rund 445 kg pro Zentimeter beschreibt, wie tief sie sich beladen absenkt. Mit einem Ballastanteil von 41 Prozent verfügt der Entwurf über einen höheren Anteil an konzentriertem Leichtgut als 76 Prozent vergleichbarer Segelboote – ein Wert, der direkt mit einer sehr hohen Krängungsstabilität einhergeht. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg verleiht der Ovni 56 einen vielseitigen Hochsee-Segelplan, und die angegebenen Längen der Leinen zeigen die Dimensionen des laufenden Guts: Die Schoten von Fock und Genua sind mit einem Durchmesser von 16 mm etwa 16,6 Meter lang, die Großschot reicht bis auf 41,5 Meter, und eine Spinnakerschot erreicht 36,5 Meter – allesamt mit 16-mm-Leine. Unter Motor kann das Boot mit einem 85 PS starken Motor ausgestattet sein, wovon sich ein berechneter Höchstwert von etwa 7,6 Knoten ergibt. Unter Segeln liegt das theoretische theoretische Verdrängungs-Rumpf-Maximum für diese Länge bei 8,9 Knoten. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 2,00 – ein Wert, der das Boot zwar für Hochseeregatten ausschließen würde, dessen Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 190 es jedoch immer noch zu den sogenannten moderaten Regattayachten zählt, und dessen Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 21,46 eine gut motorisierte Fahrtenyacht beschreibt. Die benetzte Fläche des Unterwasserschiffs beträgt etwa 78 Quadratmeter.
Unterbringung
Unter Deck ist die Ovni 56 mit acht Kojen ausgestattet – eine Zahl, die eher zu einer Familie oder einem Crew-Style auf Langstrecke passt als zu einem minimalistischen Boot für ein Paar an der Küste. Die Wasserkapazität beträgt 600 Liter, was längere Aufenthalte fernab von Land ohne ständige Nachlieferungen ermöglicht. Die durch das Längen-Breiten-Verhältnis bedingte breite Rumpfform sorgt dafür, dass diese Kojen und Tanks viel Platz um sich herum haben, wodurch das Interieur zu einer praktischen Plattform und nicht zu einer kompromissbehafteten Notlösung wird.
Das Fazit
Die Ovni 56 ist eine durchaus fähige Aluminium-Fahrtenyacht aus den frühen neunziger Jahren von Philippe Briand, gebaut von SAS Alubat Chantier Naval um einen klappbaren Hubkiel und einen breiten, gut ballastierten Rumpf. Ihr Kutterrigg und die großzügigen Tankkapazitäten eignen sich hervorragend für Langstreckenfahrten, während der geringe Tiefgang ihr Revier in Gewässer erweitert, die für Boote mit Festkiel gesperrt sind. Der Kenterungsverhältnis hält sie zwar außerhalb von Regatta-Schiffsklassen, aber das Design liest sich eher als ernsthafte, stabile Plattform für Fahrtensegler denn als Regattayacht.
Vorteile
- Aluminiumrumpf mit klappbarem Schwert für flache Gewässer und Binnengewässer
- Raumiger als 82 Prozent ähnlicher Konstruktionen mit acht Kojen und 600 Litern Wasserkapazität
- Ballastanteil von 41 Prozent sorgt für eine sehr hohe Krängungsstabilität
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,00 schließt eine Teilnahme an Hochseeregatten aus
- Das moderate Verdrängungs-Längen-Verhältnis deutet darauf hin, dass es sich nicht um ein Leichtgewicht für Sprintregatten handelt